Große SEO Agenturen

Große SEO-Agenturen und Spam: Eine unbequeme Wahrheit

Um in den Suchergebnissen nach oben zu klettern, greifen Unternehmer in vielen Fällen auf eine SEO-Agentur zurück. Je größer und bekannter, desto besser denken sich viele – doch oft ist das ein fataler Fehler, denn: Besonders die Großen der Branche lassen Individualität, Qualität und Transparenz vermissen.

Große SEO-Agenturen punkten durch ihren Namen oder ihre bestehenden Kunden – und wenn die Dienstleistungen scheinbar für große Kunden funktionieren, kann es für KMUs nicht schlechter sein. Ist dem wirklich so? Fakt ist, dass viele SEO-Agenturen unprofessionell arbeiten, insbesondere wenn es um kleinere Kunden geht.

Bei einer großen Marke mit einer starken Webseite kann nur noch wenig danebengehen. Es sind einfach die idealen Kunden, denn meist steht ausschließlich Monitoring und ein wenig Beratung auf der Tageskarte. KMUs sind da ganz anders und deutlich schwieriger. Warum dem so ist, liegt auf der Hand:

  • KMUs besitzen ein kleines SEO-Budget.
  • KMUs haben meist eine Webseite mit wenig Authorität und damit Stabilität.
  • KMUs sind einfacher zufriedenzustellen, da sie keinen Inhouse-Suchmaschinenoptimierer haben.
  • SEO-Fehler werden, anders als bei einer starken Marke, hart bestraft.

Natürlich trifft das nicht auf jede große SEO-Agentur zu, denn auch hier gibt es seriöse Anbieter. Trotzdem scheinen viele namhafte SEO-Dienstleister nur darauf aus zu sein, durch leicht umsetzbare SEO-Maßnahmen (Link Spamming mittels Webkataloge, Blogkommentare, Social Bookmarking und Artikelverzeichnisse) einen „schnellen Euro nebenbei“ zu verdienen – echte Google Optimierung sieht jedoch anders aus.

Aus diesem Grund sollten Unternehmen vor dem Engagement der SEO-Agentur das Angebot genau unter die Lupe nehmen und bei ganz bestimmten Versprechen besonders hellhörig werden.

So sollte ein SEO-Angebot nicht aussehen

Vor der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und SEO-Agentur sollte dem Unternehmer ein genaues Angebot darüber vorliegen, welche Maßnahmen für die Zielerreichung umgesetzt werden sollen. Bleibt das Angebot vage oder schmeißt die Agentur mit nichtssagenden Floskeln um sich, sollten Sie vorsichtig sein und lieber Abstand gewinnen – folgende Dinge sollte das Angebot beispielsweise nicht beinhalten:

Die Agentur verspricht Top-1-Platzierungen

Das Google Ranking ist schwer vorhersehbar und nicht nur von den eigenen SEO-Maßnahmen abhängig – auch das, was Konkurrenz-Webseiten tun, fließt in das Gesamt-Ranking ein. Ihre Webseite kann davon profitieren oder darunter leiden. Versprechungen dieser Art sind deshalb fehl am Platze. Seriöse Agenturen sprechen von mehr relevanten Besuchern.

Fehlende Kontrolle, keine Reportings, keine Transparenz

Als Kunde sind Sie König, denn Sie zahlen für die SEO-Dienstleistungen. Beinhaltet das Angebot keine Reportings, also eine Auflistung darüber, was die Agentur für Sie getan hat, handelt es sich hier in keinem Fall um eine seriöse SEO-Agentur. Denn woher sollen Sie wissen, wofür Sie bezahlen, wenn der Dienstleister Ihnen nicht sagen kann, was er bisher getan hat?

Pauschalangebote: Individuelle SEO sieht anders aus

In vielen Agenturen ist es gang und gäbe, Kunden mit einem Pauschalangebot „abzuspeisen“. Das geht schnell, bringt für den Kunden jedoch rein gar nichts. Schlimmer noch: Oft beinhaltet dieses Angebot „Spamming“, um das Unternehmen möglichst schnell abzufertigen – Individualität sieht anders aus.

Bloß keine SEO-Miete!

Immer öfter unterscheiden SEO-Agenturen zwischen gemieteter und gekaufter SEO – bei Linkmiete bleibt der Besitz von Links bei der Agentur. Nach Vertragsende kann die Agentur damit machen, was sie möchte, auch wenn das zu Ihrem Nachteil wird.

Altbackende SEO mit Tunnelblick

Der Google-Algorithmus wird ständig überarbeitet. So spielen heute ganz andere Google Ranking-Faktoren und Channels eine Rolle als noch vor einem Jahr – viele große SEO-Agenturen bleiben aufgrund von festgelegten Strukturen in der Vergangenheit hängen und Maßnahmen werden nur träge umgesetzt.

Wenn Sie sich auf dem österreichischen Markt umsehen, sind die ganz Großen alle scheinbar noch im Jahr 2009. Nach dem Google Penguin Update im April 2012 funktionieren diese Taktiken jedoch kaum noch und richten langfristigen Schaden an. Kein Wunder, dass momentan viele Kunden wechseln.

Professionelle Suchmaschinenoptimierer werden Ihnen kein Angebot mit festgelegten Maßnahmen vorlegen, sondern von Best Practices sprechen. Individualität, Transparenz und Professionalität sind hier das A und O.

Professionelle Suchmaschinenoptimierung bedeutet individuelle SEO mit Persönlichkeit

Neben dem Angebot selbst, gibt es weitere Kritikpunkte, die vor allem auf große SEO-Agenturen zutriffen: Individualität, Qualität und Persönlichkeit des Service – insbesondere was den Ansprechpartner innerhalb der Agentur angeht:

Fordern Sie einen persönlichen und festen Ansprechpartner

Ihr Ansprechpartner sollte zumindest in den normalen Bürozeiten über verschiedene Kanäle erreichbar sein – das gehört zu gutem Service einfach dazu.

Testen Sie die Kompetenz Ihres Ansprechpartners

Muss ihr Ansprechpartner bei Ihren Fragen und „Forderungen“ ständig Rückfragen halten, können Sie sicher sein, dass Sie es nicht mit einem kompetenten Ansprechpartner zu tun haben – das ist nicht nur schlecht für Ihre SEO, sondern auch außerordentlich nervig.

Achten Sie auf Massenabfertigung

Ein ganz besonders wichtiger Punkt: Ihr Ansprechpartner sollte nicht mehr als 10 Kunden gleichzeitig betreuen – sind es mehr ist die individuelle Betreuung schlichtweg unmöglich. Vor allem bei großen Agenturen betreut ein Mitarbeiter jedoch gleich eine Vielzahl von verschiedenen Kunden.

Große SEO-Agenturen lassen Individualität und Flexibilität, um auf Ranking-Änderungen zu reagieren, oft vermissen. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern herausgeschmissenes Geld. Vor der Inanspruchnahme des SEO-Dienstleisters ist also eine genaue Durchleuchtung der Agentur notwendig – so stellt sich oft heraus, dass kleine Anbieter einen besseren Service bieten.

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Alexander Rus

Geschäftsführer bei Evergreen Media AR GmbH
Seit 2009 bin ich besessen von Online Marketing und besonders Suchmaschinenoptimierung hat es mir angetan. Bis 2012 habe ich mich ausschließlich mit meinen eigenen Webprojekten, vorrangig Affiliate Marketing, beschäftigt. Ich liebe WordPress, hasse Gerede ohne Tests, bin kaffeesüchtig und ein richtiger SEO-Nerd, der in seiner Freizeit sogar die Patentanmeldungen von Suchmaschinen liest.
4 Kommentare
  1. Dean
    Dean says:

    Yep kann mich nur dem Vorposter anschließen, danke für die Ratschläge.

    Sollte ich wirklich einmal an SEO denken, dann habe ich ein paar Anhaltspunkte die ich auf jeden Fall berücksichtigen werde.

    Danke!

    Antworten
  2. Dieter Kamm
    Dieter Kamm says:

    Ich bekam vor rund 8 Monaten eine Anfrage einer großen SEO-Agentur, ob ich als Freier Mitarbeiter ein Kundenprojekt übernehmen könnte. Erschreckend war wirklich die Tatsache, was die dort als „erfolgreiche SEO-Maßnahmen“ umsetzen wollten.

    Von Bookmarks, Artikelverzeichnissen und Blogkommentaren bis hin zu gekauften Links auf bekannten Plattformen fehlte nichts auf der Liste… was dagegen fehlte war ein Weg an „echte“ Backlinks zu kommen, die auch einen gewissen Wert haben.

    Gruß

    Dieter Kamm

    Antworten
    • Alexander Rus
      Alexander Rus says:

      Hallo Herr Kamm,

      um zu verstehen, wieso viele Agenturen solche “gefährlichen” Praktiken gebrauchen, muss man nur einen Blick auf die Skalierbarkeit von individueller SEO werfen. Natürliche Suchmaschinenoptimierung erfordert mehr Knowhow, mehr Zeit, mehr Geduld und mehr Geld. Dass diese Herangehensweise nicht auf großer Skala funktioniert, ist klar. 15 Kunden pro Mitarbeiter sind bei großen SEO-Agenturen keine Seltenheit…

      Für echte Backlinks muss wirklich Wert geboten werden. Außerdem kann man hochwertige Verlinkungen nicht zu einem Termin liefern, sondern muss sie sich verdienen.

      Viele Grüße aus dem sonnigen Innsbruck,

      Alexander Rus

      Antworten

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