WordPress SEO Tutorial: Video + Artikel

Die vollständige Anleitung rund um Hosting, Plugins, Themes und Cutting-Edge WordPress SEO

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WordPress SEO

WordPress Out Of The Box ist nicht, wie viele glauben, fertig für Suchmaschinen wie Google optimiert. Es müssen noch so einige Stellschrauben angepasst werden

Eine gutes WordPress SEO Setup ist entscheidend, um mehr Besucher auf deine Website zu bekommen. Leider sind die meisten WordPress SEO Anleitungen nur sehr oberflächlich und essentielle Informationen fehlen. In diesem Leitfaden und natürlich auch im Video teile ich mit dir mein vollständiges WordPress SEO Setup. (Mit * markierte Plugins oder Tools sind kostenpflichtig und zum Teil Affiliate Links)

WordPress SEO out of the box

Du weißt vermutlich bereits, dass WordPress das einfachste und SEO-freundlichste Content Management System der Welt ist. Alles, was du tun musst, ist ein paar Blogartikel zu veröffentlichen und warten, bis der Traffic über Google kommt…

So läuft es aber leider nicht. WordPress ist ein exzellentes CMS, aber es erfordert die Anpassung so einiger Stellschrauben, um wirklich gute SEO-Ergebnisse zu liefern.

Im Folgenden werden wir deine WordPress Installation SEO-technisch perfektionieren.

WordPress Hosting

Wir wollen zuerst einmal einen Server der für WordPress konfiguriert ist. Deshalb sind mir persönlich WordPress Managed Hostinganbieter am liebsten. Sie beschäftigen sich tagtäglich nur mit WordPress. Das heißt, der Support kennt sich wirklich aus und alles ist auf WordPress getrimmt.

Warnung: Generalisten wie Bluehost und 1&1 versuchen sich als WordPress-Experten darzustellen. Vertraue nur echten Spezialisten!

Features:

  • 100% Uptime
  • Automatisierte SSL Zertifikate
  • HTTP2 ready
  • PHP 7 ready
  • Content Delivery Network inkludiert
  • GeoTarget aktiviert
  • Staging Area
  • Integriertes Caching
  • Laufende Backups
  • Support von Profis
  • Einfaches und schnelles Hosting-Backend

Interessante Anbieter:

WordPress Themes

Mit einem Theme entsteht immer ein gewisses Commitment. Je länger du schon an deinem Projekt arbeitest, desto schwieriger wird der Wechsel zu einem anderen, vielleicht besseren WordPress Theme. Deswegen solltest du die Theme-Entscheidung niemals überstürzen.

Worauf du achten solltest:

Kleine Tests und Fragen, die dir stellen musst:

  • Teste die Performance mit WebPageTest.org (Speed Index unter 2000) und Google PageSpeed Insights
  • Bietet das Theme alle Features, die du für das geplante Projekt brauchst?
  • Passt das Theme zu deiner Zielgruppe?
  • Wird das Theme aktiv weiterentwickelt?
  • Werden Bugs regelmäßig ausgemerzt?
  • Gibt es Support oder ein Support-Forum, falls du Probleme mit dem Theme hast?
WordPress SEO Tutorial

Jetzt geht es los: Ich zeige dir, welche Plugins empfehlenswert sind. Du wirst viele bekannte Plugins NICHT auf dieser Liste finden, weil sie für Performance-Probleme sorgen oder die Sicherheit deines Projektes gefährden.

WordPress Plugins

Yoast SEO / The SEO Framework: Empfehlenswerte WordPress SEO Plugins

Schema: Strukturierte Daten (für Affiliate-Seiten)

Markup (JSON-LD) structured in schema.org: Strukturierte Daten (für klassische Unternehmen)

CMS Tree Page View: Zeigt mir die Seitenstruktur im Backend (für große Projekte mit vielen Seiten)

WP Rocket*: WordPress Ladezeiten verbessern

Simple Image Sizes: Eigene Bildformate wählen

Table of Contents Plus: Inhaltsverzeichnis

Optimus* / ShortPixel*: Empfehlenswerte Plugins zur Bild-Optimierung

AMP: Accelerated Mobile Pages (grundlegende Funktion)

AMP for WP: Accelerated Mobile Pages (AMP-Feinheiten und Tuning vom Setup)

Widget Logic: Widgets individuell steuern

Wordfence Security: WordPress Sicherheit (nur bei nicht Managed WordPress Hosting sinnvoll)

Easy Social Share Buttons for WordPress: Social Sharing & Analytics

Jetpack von WordPress.com: Related Posts & Sonstiges (Related Posts unbedingt auf einem anderen Server berechnen lassen)

All In One Schema.org Rich Snippets: Rich Snippets

UpdraftPlus: Backups

Better Search Replace: Datenbank durchsuchen und ersetzen

CookieCuttr v2*: EU Cookie Bullshit

Auf dieser Liste sind keine Problem-Plugins wie Broken Link Checker, WP Smush.it etc. vertreten. Anbieter von Managed WordPress Lösungen haben Plugin-Backlists (Plugins, die nicht installiert werden dürfen), weil einige Plugins die Performance und die Sicherheit der Installation gefährden.

Keyword-Recherche und Seitenstruktur

Der erste und wahrscheinlich wichtigste Schritt für jedes Webprojekt ist eine tiefschürfende Keyword-Recherche und die Entwicklung einer Seitenstruktur basierend auf den gefundenen Informationen.

Wenn du an dieser Stelle des Prozesses abkürzt, geht dir langfristig viel Traffic-Potenzial verloren, egal wie gut deine WordPress SEO sonst konfiguriert ist.

Schritt für Schritt zur einer erfolgreichen WordPress Seite:

  1. Keyword-Recherche für alle Ebenen der Customer Journey / des Marketing Funnels
  2. Keywords in den SERPs ansehen: Suchintention und Content-Typ (Information, Kommerziell, Shop,…) feststellen und notieren
  3. Basierend auf den Informationen über die Keywords Content-Typ (Ratgeber, Glossareintrag, Video, etc) und konkretes Thema bestimmen
  4. Seitenstruktur, Silos und URL-Struktur ausarbeiten

Hilfreiche Tools:

SEO WordPress Anleitung KWfinder

 Sehr hilfreich: Mit dem KWfinder kannst du dir schnell einen Überblick verschaffen, wie schwer es wird in die Google Top 10 zu kommen. Andere Keyword-Recherche Tools bieten aber deutlich tiefschürfendere und umfangreichere Daten.

Bei der Entwicklung der Struktur unterscheidest du grundsätzlich zwischen zwei Typen von SEO-relevanten Seitentypen

Cornerstone Content

  • Beschreibung: Grundlegende Informationen, Evergreen, hohes Suchvolumen, Long Form Content, Themenübersicht
  • Beispiel: https://neilpatel.com/what-is-content-marketing/ oder https://amplitude.com/mobile-analytics oder Yoga Übungen
  • Typische Keywords: content marketing, kaschmirwolle, linkaufbau, kostenlose backlinks, Yoga Übungen
  • Cornerstone Content definiert einen Silo
  • Bietet eine Übersicht der Supporting Pages und verlinkt diese

Supporting Pages

  • Beschreibung: Spezifisches, eingegrenztes Thema; wenig bis mittleres Suchvolumen; kürzer; detailliert
  • Typische Keywords: kaschmirwolle erkennen, linkaufbau für online shops, broken link building, yoga sonnengruß
  • Supporting Pages verlinken mit hartem Ankertext auf den Cornerstone Content

Weiterführende Weblinks:

http://www.digitalexaminer.com/seo-content-strategy/

https://makeawebsitehub.com/cornerstone-content/

https://www.authorityhacker.com/site-architecture/

WordPress Permalinks

Das Keyword in der URL ist heute kein wichtiger Ranking-Faktor mehr, aber eine gute URL-Struktur ist trotzdem entscheidend, weil…

  • Sprechende URLs sind vertrauenswürdiger
  • URLs werden sehr oft als Ankertext verwendet
  • Hierarchische URLs machen deine Webseite für Nutzer verständlicher

    WordPress Permalinks

    Die WordPress Permalinks solltest du von Anfang an richtig konfigurieren, da spätere URL-Umstellungen viel Sichtbarkeit bei Google kosten können (trotz Weiterleitungen).

Worauf du achten solltest:

  • Permalinks auf /%postname%/ oder /%category%/%postname%/ stellen
  • Webseite mit www unter Einstellungen > Allgemein verstehen, da User es gewöhnt sind
  • HTTPS unter Einstellungen > Allgemein setzen
  • Bei Problemen mit HTTPS die Webseite mit com prüfen und im Notfall das WordPress Plugin Really Simple SSL installieren

Experten-Tipp:

In der Google Search Console unter Website-Einstellungen > Bevorzugte Domain solltest du die von dir gewählte Version, www oder ohne, konfigurieren.

WordPress Taxonomien: Kategorien und Tags

Kategorien und Tags sind nur relevant für dich, wenn du Beiträge nutzt. Solltest du deine Webseite ausschließlich mit Seiten bauen, dann kannst du diesen Part getrost ignorieren.

Kategorien und Tags müssen im Vorhinein geplant werden, weil vor allem Schlagworte schnell übermäßig und falsch verwendet werden. Die Folge: Redundanzen, Keyword-Kannibalisierung und jede Menge Thin und Low Quality Content.

Kategorien

  • zur groben Einteilung der Themen
  • bieten eine Übersicht der enthaltenen Beiträge
  • enthalten „out of the box“ keine einzigartigen Inhalte

Tags

  • zur feinen Einteilung von zueinander relevanten Artikeln
  • niemals indexieren lassen, da Low Quality Content
  • sollen die Inhalte weiter kategorisieren, wo eine eigene Kategorie nicht sinnvoll ist

WordPress Indexierung für Fortgeschrittene

Zur Steuerung der Indexierung benötigst du ein WordPress SEO Plugin wie The SEO Framework oder Yoast SEO. Die Plugins setzen basierend auf deinen Einstellungen die passenden Meta Robots Tags.

WordPress Indexierung SEO

Mit den richtigen Meta Robots Einstellungen in Yoast SEO oder The SEO Framework verhinderst du, dass Low Quality Pages in den Index kommen. So steigerst du die durchschnittliche Qualität pro Seite in Googles Augen.

Die Grundeinstellungen

  • Beiträge / Seiten: unbedingt indexieren lassen (index, follow)
  • Kategorien mit Unique Content: indexieren lassen (index, follow)
  • Kategorien ohne Unique Content: nicht indexieren lassen (noindex, follow)
  • Subpages of archives: nicht indexieren lassen (noindex, follow)
  • Medien: nicht indexieren lassen (noindex, follow)
  • Formate: nicht indexieren lassen (noindex, follow)
  • Author archives: nicht indexieren lassen (noindex, follow)
  • Date archives: nicht indexieren lassen (noindex, follow)

Die Feinheiten

  • XML Sitemap aktivieren und alles deaktivieren, was auf noindex ist, weil du sonst den Googlebot verarscht
  • Wenn Kategorien auf index: Unbedingt einen Google Snippet erstellen und min. 100 Wörter Unique Content hinzufügen
  • Die .HTACCESS und robots.txt kannst du unter Yoast SEO >Tools > File Editor editieren, ganz ohne FTP
  • Wenn es nur einen einzigen Autor gibt, solltest du das Autorenarchiv gänzlich deaktivieren, weil es keinen Zweck erfüllt
  • Date Archives sind nicht wirklich erforderlich, außer deine Nutzer verwenden sie zur Navigation
WordPress Beiträge und Seiten optimieren

Nach diesem WordPress SEO Tutorial hast du die perfekte Ausgangssituation. Die nächsten Schritte sind dann Linkaufbau und das Verfassen von hochwertigen Inhalten. Natürlich musst du deine Keyword-Listen regelmäßig auffrischen und idealerweise einmal pro Jahr ein Content Audit durchführen.

WordPress Content-Optimierung

Titel

  • Soll zum Lesen anregen
  • Längere Titel funktionieren in der Regel besser (Blog)
  • Main Keyword und Variationen müssen enthalten sein
  • Beispiel: Linkaufbau im E-Commerce – 15 kinderleichte Linkbuilding-Methoden für Online-Shops

Google SERP Snippet

  • „Titles & Meta“ Templates erstellen, wenn tonnenweise Content
  • Ansonsten Snippets manuell erstellen und mit Sistrix SERP Snippet Generator die Länge prüfen
  • Focus Keyword (Yoast SEO) setzen für Feedback
  • Immer Pipe als Separator, weil das Zeichen sehr platzsparend ist

Title Tag

  • Main Keyword muss enthalten sein
  • Entscheidend für die Click-Through-Rate, die wiederum wichtig für die Platzierung bei Google ist

Meta Description

  • Aufregende Einleitung zum Beitrag / zur Landing Page
  • Mit Sonderzeichen wie Häkchen aufpeppen
  • Keyword sollte enthalten sein, weil Google sonst nicht deine Meta Beschreibung anzeigt, sondern Paraphrasing einsetzt

Bilder

  • Mehr als ein Bild pro Beitrag / Seite
  • Dateigröße beachten, immer unter 100 kb bleiben
  • Title als Satz und ALT Text kurz und bündig ausfüllen
  • Bild: ALT-Attribut mit Main Keyword,
  • Weitere Bilder: Secondary Keywords im ALT verwenden
  • Dateiname = genutztes ALT-Attribut z.B. main-keyword.jpg
  • Captions sind bei Lesern sehr beliebt und geben dem Bild in der Bildersuche zusätzliche Relevanz
  • TinyPNG ist dein bester Freund, um Bilder zu komprimieren, auch die JPEGMini Desktop App ist durchaus empfehlenswert

Struktur, Relevanz und Engagement

Zwischenüberschriften:

  • Hierarchisch h2 bis h6
  • Ca. jede 150 Wörter eine “Unterbrechung” schaffen, um Textwände zu vermeiden
  • Ein Absatz sollte auf Desktop nie mehr als fünf Zeiten umfassen
  • Sollten sekundäres Keyword bzw. Suchverfeinerung enthalten
  • Logisch strukturiert, um ein sinnvolles Inhaltsverzeichnis generieren zu können

Mehr dazu unter „SEO Texte schreiben“.

Interne Verlinkung:

  • Passende Seiten werden mit dem idealen Ankertext intern verlinkt
  • Keine Mehrdeutigkeiten schaffen, indem der gleiche Ankertext für unterschiedliche Zielseiten genutzt wird
  • Siloing beachten

Mehr dazu unter „Interne Verlinkung für SEO“.

Externe Verlinkung:

  • Steigert die Relevanz deiner Webseite
  • 3 Links für jede 1.000 Wörter (Ausnahme: Social Networks)
  • Nur auf Autoritäten oder Nischenautoritäten verlinken
  • Keine harten Ankertexte verwenden

Eine Studie zur Wirksamkeit von externen Links findest du unter https://www.rebootonline.com/blog/long-term-outgoing-link-experiment/

LSI / WDF*IDF / Synonyme:

  • Es gibt keine Beweise, dass diese Formeln bessere Rankings erzeugen
  • Sie führen jedoch in der Regel zu vollständigeren Inhalten
  • Versuche Long Tail Keyword Variationen in deine Texte einzubauen
  • Verwende Synonyme
  • Keyword-Dichte ist unwichtig, aber du solltest trotzdem unter 2% bleiben

WordPress Kommentare

Vor Kurzem hat Google bestätigt, dass es besser ist, wenn Kommentare auf deiner eigenen Webseite gehostet werden, als bei Facebook oder Disqus. Sie sprechen in diesem Zusammenhang über Engagement Signals, welche die Suchmaschinenoptimierung beeinflussen.

Ansonsten solltest die folgenden Punkte beachten:

  • Schalte Kommentare nur manuell frei
  • Stelle Verlinkungen aus Kommentaren immer auf nofollow
  • Beantworte Kommentare in regelmäßigen Abständen, um das Gespräch aufrechtzuerhalten
  • Lösche schlechte Kommentare wie z.B. „Toller Artikel“

Kleine aber feine WordPress Tipps zum Abschluss

Mit dem Plugin WP Realtime Sitemap kannst du schnell und einfach eine HTML Sitemap generieren. Eine HTML Sitemap verbessert die Indexierung deiner Webseite.

WordPress Plugin Shortcode Ultimate

Mit Shortcode Ultimate erhältst du ein gigantisches Repertoire an Designelementen. Durch die liebevolle Gestaltung deiner Inhalte steigerst du das Engagement.

Wenn es sich bei deinem Projekt um eine Affiliate-Seite handelt, solltest du das Plugin PrettyLinks* installieren. Das Plugin vereinfacht das Management deiner Affiliate Links.

Mit dem Plugin Shortcode Ultimate hast du auf einen Schlag ein gigantisches Repertoire an Designelementen für deine Beiträge und Seiten. Von Buttons über Boxen bis hin zu Galerien, mit Shortcode Ultimate kannst du, ganz ohne Coding-Skills, deine Artikel liebevoller gestalten und so das Engagement erhöhen.

Häufig haben WordPress Themes HTML-Headings im Footer, der Sidebar oder sogar im Header (Secondary Content). Diese Überschriften solltest du entfernen, weil sie die Struktur der HTML-Headings durcheinanderbringen und so Google die Interpretation deiner Seite erschweren.

Dieses WordPress SEO Tutorial legt den Grundstein für deinen Erfolg bei Google. Um aber wirklich viel Traffic über Google zu generieren, benötigst du zusätzlich herausragende Inhalte und natürlich hochwertige Backlinks. Aber: Ein Schritt nach dem anderen 😀