SEO für Food Blogger: Der ultimative Leitfaden für Einsteiger

Dein Freundeskreis würde alles dafür tun, von dir bekocht zu werden? Du hast noch dazu ein Händchen für Fotografie und willst unter die Food Blogger gehen? Good for you! Allerdings bist du damit nicht allein: Neben Fashion ist Food eins der beliebtesten Blogthemen. Dass dein Food Blog das nächste große Ding wird, ist also nicht gesagt…aber: Mit Food Blog SEO erhöhst du deine Chancen auf Erfolg ganz gewaltig. Wir zeigen dir, was du bei Bildern, Text und Technik beachten musst, wenn es um Food Blogging geht!

Zugegeben, die harte Wahrheit von oben wolltest du wahrscheinlich hier nicht hören – schließlich sind doch Mama, Papa und dein ganzer Freundeskreis begeistert von deinen Kochkünsten? Das mag sein, doch strategisch vorgehen solltest du trotzdem.

Die 3 wichtigsten Komponenten erfolgreicher Food Blogs

Wie bei jedem anderen Themenbereich gilt auch bei erfolgreichen Food Blogs: Ja, der Google-Algorithmus muss deinen Blog mögen. Das passiert jedoch nur, wenn User/innen deine Seite gut finden. Nutzerfreundlichkeit sieht Google nämlich besonders gern. Und was heißt das konkret für dich? Ganz einfach, dass du dich bei deinem Blog um ein paar große Komponenten kümmern musst:

  1. Content (Text, Bild und Layout)
  2. eine sinnvolle Keyword-Abdeckung
  3. die technische Seite

Eine Kleinigkeit ist so ein SEO-optimierter Food Blog nicht. Damit sich der Aufwand lohnt, solltest du deinen Blog von Anfang an systematisch aufziehen. Falls du dir jetzt denkst, Naja…eh klar?! – Glückwunsch, du bist schon auf dem richtigen Weg. Also los: So ziehst du Bild, Text und Technik am besten auf!

Bildschön: Wie du bei Food Blogs am besten mit Bildern umgehst

Würdest du ein Rezept nachkochen, von dem du nirgends ein Bild finden kannst? Eher nicht, oder? Tatsächlich kann man so ziemlich jedes Gericht so fotografieren oder filmen, dass es spektakulär aussieht. Ja, sogar ein Käsebrot. Dementsprechend unverzichtbar ist es, dass du deinen Food Blog bebilderst. Und zwar nicht irgendwie, sondern richtig.

Beispiel schlechte Food-Blog-Bebilderung
So bitte nicht – appetitlich sieht irgendwie anders aus… (Quelle: chefkoch.de)

Schritt 1: Das perfekte Motiv

Man möchte meinen, das einzig wirklich perfekte Motiv für einen Food Blog-Eintrag ist das fertige Essen. Das ist schließlich dein Köder, mit dem du deine Leser neugierig machen willst. Oder? Nicht ganz!

Wirklich authentisch wirkt ein Rezept erst, wenn sich möglichst genau mitverfolgen lässt, wie das Endergebnis eigentlich entsteht.

Zeig deinen Leser/innen nicht nur das Resultat aus zehn verschiedenen Winkeln. Mach außerdem Fotos während der einzelnen Phasen der Zubereitung oder vielleicht sogar ein bis zwei kurze Video-Anleitungen für komplizierte Schritte.

Wie viele verschiedene Bilder sinnvoll sind, hängt immer vom Schwierigkeitsgrad ab. Für einen gemischten Salat musst du nicht jede halbierte Tomate einzeln ablichten. Wenn du allerdings eine Anleitung für Anfänger zum Thema „das perfekte Steak“ schreiben willst, sieht es schon wieder anders aus: Was darf man sich unter einem Medium-Rare-Steak vorstellen? Woran erkennt man, dass das Steak Well Done ist? Mit einem einzelnen Bild kommst du da nicht weit.

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Übrigens darf in diesen Shots während der Zubereitung gerne auch der Eindruck von „Unordnung“ beim Kochen erkennbar werden. Die Anführungszeichen deshalb, weil du natürlich nicht die Fettspritzer auf dem Herd oder die im Spülbecken gestapelten Töpfe fotografierst, sondern die ästhetische Version des Küchenchaos. Ein paar zufällig wirkende Brotkrümel, ein kleiner Rest Aufstrich am Messer – selbst wenn insgeheim jeder weiß, dass es in der Küche wohl kaum wirklich so ordentlich zugeht, wirkt das doch authentischer als ein völlig steriles Umfeld.

Schritt 2: Das perfekte Foto

Was du für deinen Food Blog am besten fotografierst, haben wir jetzt geklärt. Bleibt nur noch die Frage, wie du es am besten anstellst, dass die Fotos möglichst professionell wirken. Übrigens: Wie Fotograf Jürgen Müller in diesem Interview erklärt, musst du dafür gar nicht unbedingt eine sündteure Kamera kaufen. Wichtig ist vielmehr

  • ein ausgewogenes Spiel von Licht und Schatten
  • ein passender Hintergrund
  • das richtige Stadium im Kochprozess (fertig gegartes Gemüse ist z.B. längst nicht so farbintensiv wie halbgares)
  • die Bildkomposition

Da unsere Spezialität aber SEO ist und nicht Food-Fotografie, verweise ich an dieser Stelle lieber auf das Knowhow von echten Profis. Tipps und eindrucksvolle Beispiele findest du unter anderem bei Rachel Korinek von Expert Photography oder bei Foodtastic. Unterm Strich hilft nur ausprobieren: Welcher Stil, welche Props, welches Licht und welche Bearbeitung passt am besten zu deinem Food Blog?

Schritt 3: Der perfekte Einsatz

Ein Bild, bei dem deinen Lesern das Wasser im Mund zusammenläuft, ist die eine Sache. Der optimale Einsatz dieses Bilds ist wieder eine ganz andere. Das fängt schon mit der Bildformatierung an: Je größer die Bilddatei, desto länger die Ladezeiten…und desto unzufriedener der Google-Algorithmus. Nutze deshalb auf jeden Fall Tools wie TinyPNG zum Komprimieren deiner Fotos.

Wichtig ist außerdem eine aussagekräftige Alt Description für deine Fotos. Wenn auf dem Bild zum Beispiel ein wunderschönes Himbeer-Mascarpone-Dessert zu sehen ist und du für diesen Begriff ranken willst, muss Google das auch verstehen können. Und das geht nur, wenn du den Alt-Text entsprechend wählst. An dieser Stelle könnte dich vielleicht unser Video zur Google-Bildersuche interessieren – gerade beim Thema Food Blogging ein wichtiger Faktor!

Eins noch: Verlass dich auf keinen Fall nur auf ein tolles Titelbild, das den Bereich above the fold dominiert. Das kann sogar kontraproduktiv sein. Ja, User/innen wollen sehen, wie das fertige Gericht aussieht – aber in erster Linie wollen sie eben doch wissen, wie man es zubereitet.

Was die Suchenden wollen, ist und bleibt für Google nun mal oberste Priorität.

Gib deinen Lesern also im unmittelbar sichtbaren Bereich unbedingt eine Möglichkeit, direkt zur Anleitung zu gelangen.

Klartext: Was User/innen auf Food Blogs wirklich lesen wollen

Auf einem Food Blog schreibt man eh nur Rezepte auf, das kann doch nicht so schwer sein? Diesen Gedanken solltest du ganz schnell wieder vergessen. Denn was du brauchst, ist eine ausgeklügelte Mischung aus persönlicher Note und Klartext ohne Schnickschnack. Was heißt jetzt eigentlich „Texten für einen Food Blog“?

Persönlich werden – ja oder nein?

Wenn es unter Food Bloggern eine ungeschriebene Regel zu geben scheint, dann wohl die: Stell deinem Rezept un-be-dingt deine ganze Lebensgeschichte voran. Na gut, das ist vielleicht übertrieben, und doch beginnen die meisten Food Blog-Einträge mit einer persönlichen Geschichte, die manchmal gefühlt bei Adam und Eva anfängt.

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Don’t get me wrong: Eine Einleitung, in der du einen Bezug zu deinem Alltag herstellst, ist per se überhaupt kein Problem. Ganz im Gegenteil, so kann deine Leserschaft dich kennenlernen und du holst sie auf einer persönlichen Ebene ab. ABER: Vergiss dabei nicht, dass die Leute nicht primär aus Interesse an deiner Person bei dir landen, sondern weil sie den Titel des Blogposts interessant finden.

Übersetzt heißt das, dass sie möglichst schnell zu deinem Rezept gelangen wollen. Und damit sind wir wieder bei der Grundregel von oben: Wenn deine Einleitung allzu lang ausfällt, brauchst du erst recht einen „zum-Rezept“-Button, der ungeduldige Besucher sofort zur gesuchten Information bringt.

Dein Ziel beim Texten für den Food Blog ist es, verständlich, schnell und umfassend zu informieren.

Wie viel Text für dieses Ziel nötig ist, ist ganz unterschiedlich. So und so gilt nicht der Grundsatz „so viel Text wie möglich“. Apropos brauchen – wie unterscheidest du, was wichtig ist und was weg kann?

Welchen Text braucht dein Food Blog unbedingt?

Damit dein Food Blog aus der Menge hervorstechen kann, muss bei dir ein klarer Mehrwert gegenüber anderen Blogs erkennbar sein. In der Blog-Praxis heißt das: Erweitere dein Text-Repertoire und liefere nicht nur gute Rezepte, sondern auch alles, was man zu dem Thema sonst noch wissen will oder sollte:

  • Fass das Gericht über oder direkt unter dem ersten Foto kurz zusammen.

Für welche Gelegenheit eignet es sich? Welchen Vorteil hat man, wenn man es auf deine Art zubereitet? Wo ist der Twist?

  • Beantworte FAQs zu diesem Gericht.

Sammle alle Fragen, die zum Thema oft auftauchen, sodass sich deine Besucher/innen nicht extra durch unzählige Foren klicken müssen. Welche Zutaten lassen sich (z.B. bei Unverträglichkeiten) wodurch ersetzen? Was sind die Nährwerte? Was kann schiefgehen, d.h. wo muss man besonders aufpassen? Wie sieht es mit dem Temperaturunterschied zwischen Umluft und Ober-/Unterhitze aus? Geht es ohne Grillfunktion genauso?

  • Fordere zum Handeln auf.

Es mag banal klingen, aber wirkungsvoll sind CTAs eben doch. Frag am Ende des Artikels, ob schon jemand das Rezept nachgekocht hat, wie es geworden ist usw. Die Chancen, dass dir jemand stolz von seinem Erfolg erzählt (oder davon, dass ganz edgy eine Zutat durch eine andere ersetzt wurde!), stehen gut.

User zum Handeln auffordern
So viele Möglichkeiten!
  • Kennzeichne Affiliate-Projekte oder Sponsored Content als solchen.

Unbedingt und ausnahmslos immer, am besten schon above the fold. Alles andere wirkt wie Schleichwerbung und ziemlich unsympathisch.

Diese Tipps gibt übrigens auch Casey Markee, Gründer von Media Wyse und Experte für Food Blog SEO. Wenn du ein bisschen Zeit hast, kannst du dir hier ein ausführliches Interview anhören.

In diesem Ratgeber erfährst du noch mehr über das Schreiben von SEO-Texten.

Wie setzt man das am schönsten um?

Ein schöner Text will in schönes Layout verpackt werden. Für Food Blogs bedeutet das, dass du vor allem auf diese Punkte achten solltest:

  • Schreib Absätze, die aus etwa 2-3 knackigen Sätzen bestehen.

Ähnlich beliebt wie endlose Einleitungen scheinen in der Foodie-Szene einzeilige Absätze. Wenn sich dieses Muster durch den ganzen Text zieht, wirkt das allerdings extrem abgehackt. Ja, du sollst die Dinge auf den Punkt bringen, aber den meisten User/innen kann man durchaus zutrauen, mehrere Sätze direkt nacheinander zu lesen.

  • Setze Fett- und Kursivschreibung ein.

Die Dosis ist hier natürlich der springende Punkt. Du hast es mit vergleichsweise kurzen Absätzen zu tun, es sollte also nicht jedes Wort fett oder kursiv sein. Denn das sieht gar nicht mal so schön aus, oder?

  • Beschreibe Vorgehensweisen kurz und knapp.

Wenn der Ofen auf 250°C vorheizen oder das Nudelwasser kochen muss, kannst du das in einem Satz angeben. Und nein, das ist kein Widerspruch zum ersten Punkt – manche Dinge kann man in wenigen Worten beschreiben. Die Mischung macht’s.

  • Nummeriere die einzelnen Schritte durch.

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung ist nicht nur für deine Leser praktisch, sondern auch für Google. Der Algorithmus erkennt in so einem Fall eine gewisse Ordnung in deinem Content, und dadurch einen klaren Mehrwert für den User bzw. die Userin.

Alles klar soweit? Dann bleibt nur noch eine Frage: Wie findest du eigentlich heraus, welche Inhalte du am besten in deinen Food Blog aufnimmst? Es gibt schließlich in dieser hart umkämpften Nische so einige Themen, mit denen deine Chancen auf eine gute Google-Platzierung von vornherein minimal sind. Um eine kleine Keyword-Recherche kommst du also bei einem Food Blog nicht herum, aber keine Sorge: Das ist gar nicht so kompliziert.

Gesucht, gefunden: Deine Keyword-Abdeckung

Einzigartigkeit lautet der Schlüssel zum Glück, wenn es um kluge Keyword-Abdeckung geht. Wow, was für eine Erkenntnis, denkst du jetzt? Stimmt. Deshalb sparen wir uns weitere Allgemeinposten und schauen uns lieber im Detail an, wie du passende Keywords für deinen Food Blog herausfindest.

Keywords auf Food Blogs – wie geht das und was bringt das?

Stell dir vor, du hast ein unglaublich gutes Rezept für Schoko-Brownies und willst es auf deinem Blog veröffentlichen. Tja, Brownies sind eine tolle Sache – aber das sehen andere Food Blogger genauso. Wenn du zum Beispiel im Keywords Explorer von Ahrefs „schoko brownie“ eingibst, erhältst du dieses Ergebnis:

Keyword Schoko Brownie in Ahrefs
Auf die Formulierung kommt es an!

200 Suchanfragen pro Monat für „schoko brownie“, 250 Anfragen für Rezepte – das ist zwar längst nicht so viel wie bei anderen Food-Themen, aber auch nicht gerade wenig. Bei „low carb schoko brownie“ sieht es allerdings schon ganz anders aus. Klar, das monatliche Suchvolumen ist deutlich niedriger, doch es handelt sich eben um eine sehr viel spezifischere Suchanfrage.

Das kannst du für dich nutzen: Halte dich zunächst an Long-Tail-Keywords. Das sind, grob gesagt, Suchanfragen mit drei Wörtern oder mehr, die in genau dieser Kombination eher selten (manchmal sogar nur ein einziges Mal) gesucht werden. Dementsprechend gibt es hier deutlich weniger Konkurrenz und du kannst auf lange Sicht einiges an Traffic aus solchen spezifischen Keywords herausholen. Such deshalb immer zuerst nach Variationen eines Suchbegriffs, für die du relativ einfach ranken kannst.

Keyword Brownie Rezept einfach in Ahrefs
Simple Variationen können einen großen Unterschied machen.

Du siehst schon: Allein für „brownie rezept einfach“ zu ranken, könnte kompliziert werden. Sobald du aber noch „schoko“ davorstellst, tust du dir damit schon einen großen Gefallen. Es ist eigentlich ein No-Brainer, denn Schoko-Brownies sind nun mal der unumstrittene Klassiker – doch weil jeder bei „Brownie“ sofort von Schokolade ausgeht, wird selten explizit danach gesucht. Und trotzdem kannst du dein Rezept mit dieser kleinen Variation viel leichter unterbringen, als wenn du es einfach nur auf „schoko brownie (rezept)“ optimieren würdest.

Wie du deine Keywords sinnvoll einsetzt

Nehmen wir mal an, du hast jetzt ein bisschen Zeit investiert und wichtige (Nischen-)Keywords herausgefiltert. Als nächstes kommt es darauf an, deine Rechercheergebnisse sinnvoll umzusetzen, indem du…

  • …angemessene Kategorien bildest

Überlege dir genau, von welchem Startpunkt User/innen die Reise antreten und sortiere deine Beiträge entsprechend ein. Zum Beispiel sucht man eher nicht nach einer Kategorie wie „Apfel“, sondern nach einem Gericht oder einer Mahlzeit mit dieser Zutat („apfelkuchen“, „apfel porridge“). Du bräuchtest also Kategorien wie „Frühstück“, „Snack“, „Gebäck“ usw.

  • …mit passendem Ankertext intern verlinkst

Interne Verlinkungen sind praktisch für User/innen und noch praktischer für den Google-Algorithmus: So vermittelst du, wo der besonders wichtige Content liegt. Verwende am besten einen Ankertext, der den Content beschreibt, d.h. dem Titel des verlinkten Beitrags möglichst ähnlich ist.

  • …auf Saisonalität achtest

Zu jeder Jahreszeit gibt es bestimmte Obst- und Gemüsesorten, die gerade Saison haben. Wenn du dich danach richtest, förderst du nicht nur umweltfreundliches Kochen, sondern bedienst außerdem die Interessen deiner Leserschaft: Niemand will im August einen wärmenden Eintopf, genauso wie im Dezember wohl niemand nach Rezepten für Wassermeloneneis suchen wird. Richte unbedingt deinen Redaktionsplan nach Saisonalität aus.

So weit, so logisch? Sehr gut, dann sind wir auch schon beim Grande Finale, nämlich der technischen Seite deines Food Blogs!

Eine Frage der Technik: Die Basics für Food Blogger

Du kannst es lieben oder hassen, ganz kommst du um die SEO-Hintergrundarbeit allerdings nicht herum. In der Praxis heißt das, dass du diese Bereiche im Auge behalten bzw. sorgfältig umsetzen solltest:

  • Meta Descriptions / Snippets
  • Sitemap
  • Backlinks
  • Plugins

Falls du deinen Food Blog auf WordPress startest, gibt es ein paar klassische Plugins, mit denen du dir eine Menge Aufwand sparen kannst. Dazu zählen Yoast SEO oder The SEO Framework, der Sitemap Generator, WP Tasty, WP Recipe Maker oder EasyRecipe.

Zugegeben, das Thema WordPress SEO ist zu umfangreich, als dass es wir es hier vollständig erklären könnten. Wenn du es genauer wissen willst, schau dir am besten unsere Videos zu Yoast SEO und perfekten Snippets an!

Ein Food Blog kann eine sehr emotionale Angelegenheit sein. Essen ist ein Thema, das zwangsläufig jeden betrifft – ohne geht es nun mal nicht, und deshalb gibt es eine Menge Menschen, die aus ihren täglichen Mahlzeiten echte Highlights machen wollen. Daneben gibt es die, die einfach nur gesund, gut und günstig kochen (lernen) wollen. Dann gibt es die, die am liebsten jeden Tag etwas Neues probieren. Und die, die lieber auf Nummer Sicher gehen und immer wieder die Klassiker kochen…

Tja, allen wirst du es mit deinem Food Blog nie recht machen können. Wenn du aber deine Nische gefunden hast und nicht nur das Thema Essen mit viel Liebe behandelst, sondern auch die SEO für deinen Blog, bist du auf dem besten Weg zum Food Blog Fame. Viel Erfolg – und wenn du zwischendurch mal jemandem zum Probeessen einladen willst, sagen wir sicher auch nicht Nein!

Content Creators und Zielgruppen

Briefing für Webtexter: So bekommst du den perfekten SEO-Text geliefert

Stell dir vor, du suchst neue Laufschuhe und gehst ins Sportgeschäft. Dort fragt dich ein Verkäufer, wie er helfen kann…und erzählt dir dann alles Mögliche über ein neues Pflegespray für Winterstiefel. Tja, der gute Mann hätte seine Zielgruppe komplett verfehlt, und das ist ein absolutes No-Go – auch für Online-Texte. Deshalb erfährst du hier alles über Zielgruppen, Buyer Personas und wie das mit richtig, richtig gutem Content zusammenhängt!

Na gut, das Beispiel von oben ist (hoffentlich) so nie passiert. Trotzdem kennst du selbst bestimmt diese Inhalte, bei denen du dich fragst: Für wen soll das bitte gemacht sein?? Content Creation ist eben doch kein Kinderspiel…

Wer, was und wieso überhaupt? Content Creation 101

 

Content creators

Gib’s zu: Du hast bestimmt auch schon mal innerlich die Augen verdreht, wenn sich jemand als „Content Creator“ vorgestellt hat.

Halb so schlimm, vergeben und vergessen – wahrscheinlich hast du einfach noch niemanden getroffen, der dir den Sinn hinter dieser Tätigkeit erklären kann. Und den muss man verstehen, bevor man maßgeschneiderte, sinnvolle Inhalte schreiben kann. Also los!

Warum eigentlich Webtexter?

Webtexter schreiben Texte fürs Web. No shit, Sherlock. Aber braucht es dafür im Unternehmen tatsächlich eine Person, die nur das tut? Wie schwierig kann es sein, ein paar Wörter zu schreiben, die die Besucher deiner Seite voll überzeugen (und zwar so sehr, dass sie immer wieder zu dir zurückkommen)?

Tja, die Sache ist die: Einen wirklich guten Webtext schreibt man nicht „einfach so“ – besonders in Zeiten, in denen viele User durch Clickbait-Artikel schon negative Erwartungshaltungen mitbringen. Mal schnell nebenher texten, das funktioniert nicht. Sonst landest du blitzschnell bei Thin Content oder Duplicate Content. Ein Beispiel, wie es richtig geht, findest du im Video:

Nur zur Orientierung: Hinter unseren Texten stecken je nach Thema und Umfang in der Regel mindestens 5-6 Stunden, aber gut und gern auch mal ein ganzer Arbeitstag. Was bitteschön machen die den ganzen Tag, fragst du dich? Ganz einfach:

  • einlesen
  • den Text strukturieren
  • Infos sammeln
  • schreiben

Aber bevor all das passiert, kommt einer der wichtigsten Schritte überhaupt: die Zielgruppe festlegen!

Warum eigentlich Zielgruppen?

Grob gesagt, zählen zu einer Zielgruppe mehrere fiktive Menschen, die alle gewisse Charakteristika teilen. Anhand dieser Merkmale vermutest du, dass sie großes Interesse an deiner Leistung bzw. deinem Produkt haben könnten. Genau deshalb richtest du dich nicht einfach an alle Menschen weltweit (falls doch, viel Glück damit), sondern nur an eine vergleichsweise kleine Gruppe.

Zielgruppe vs Buyer Persona

Nein, das ist nicht das Gleiche…

Die Zielgruppe ist allerdings keine einzige graue Masse, deren Mitglieder alle absolut gleich sind. Sie besteht vielmehr aus unterschiedlichen Buyer Personas. Das ist, wie der Name schon verrät, nichts anderes als ein fancy Begriff für modellhafte bzw. repräsentative Einzelpersonen, die deine Kunden werden sollen.

Achtung: „Zielgruppe“ heißt nicht „Berufsgruppe“, „Durchschnittsalter“ etc. Das sind Teilbereiche und gemeinsame Eigenschaften, aber noch lang keine aussagekräftigen Zielgruppen. Die Menschen, die eine Zielgruppe ausmachen, sind keine eindimensionalen Roboter, sondern (um es mal besonders poetisch zu sagen) vielschichtige Persönlichkeiten. Und schon sind wir am Ende unseres Theorie-Crashkurses – Zeit für ein bisschen Action!

Die perfekte Zielgruppe

Wie du deine Zielgruppe festlegst, hat alles damit zu tun, wie du deinen Content gestaltest. So offensichtlich das klingen mag: Dieses Prinzip ist nicht rein auf Online-Content beschränkt. Nehmen wir nur mal die BILD im Vergleich mit der Süddeutschen Zeitung – nicht nur inhaltlich, sondern auch stilistisch ein himmelweiter Unterschied, der bei der jeweils anderen Zielgruppe niemals funktionieren würde. Aber zurück zur Content Creation für Webtexter: Wie geht das denn jetzt konkret?

Maßarbeit: Die Zielgruppe festlegen

„Wir wollen junge Menschen ansprechen!“ Wer meint, mit diesem Satz die Zielgruppe schon perfekt eingegrenzt zu haben, hat ein kleines Problem: Es werden viel Zeit und Geld für Content draufgehen, und doch wird der Aufwand nicht wirklich viel bringen. Wie denn auch? „Junge Menschen“, das kann alles und nichts aussagen. Theoretisch ist schon ein Baby ein „junger Mensch“.

Das Alter ist nur einer von vielen, vielen Faktoren, die bei der Target Audience eine Rolle spielen. Deshalb sollte dein erster Schritt sein, zumindest die folgenden Kriterien festzulegen:

  • Demografischer Hintergrund

Das heißt: Alter, Herkunft, Größe des Haushalts, Familienstand, religiöse Einstellung, … Diese Angaben lassen sich meist noch einigermaßen leicht eingrenzen, weil man recht genaue Vorstellungen oder sogar schon erste Daten von Umfragen hat.

  • Sozioökonomischer Hintergrund

Was verdient deine Zielgruppe? Welche Ausbildung und welche Werte hat sie? Was ist der aktuelle Berufsstand?

  • Psychografischer Hintergrund

Spätestens jetzt wird’s emotional: Welche Motivation bringt ein User mit? Ist er neugierig? Will er die eigene Produktivität steigern? Hat er vielleicht ein schlechtes Gewissen und will hören, dass alles nur halb so wild ist? Will er in seiner eigenen Meinung bestätigt werden bzw. sucht er Anerkennung? Und, ganz wichtig: Welche Anliegen, Sorgen und Wünsche bringt er mit? Anders gesagt, what’s the problem?

  • Kaufverhalten

Ach ja, das liebe Geld: Wie sensibel ist der User, was Preise betrifft? Wie zufrieden ist er mit bereits gekauften Produkten? Welche Reichweite hat er als (zufriedener) Käufer? Und welches Nutzerverhalten zeigt er eigentlich – Smartphone-Surfen oder Zugriff via Desktop?

Das sind noch längst nicht alle Fragen, die zu deinen ersten Überlegungen zählen sollten, sondern nur das absolute Grundgerüst. Je mehr Details dir einfallen, desto besser. Tob dich auf einer Mind Map aus, geh nach draußen und sprich dir Notizen aufs Smartphone, mach einen Purzelbaum oder zieh zum Nachdenken deine blauen Glückssocken an – mit anderen Worten, tu alles, um deine Zielgruppe für dich greifbar zu machen.

Zielgruppenfindung à la Don Draper – warum nicht? (Giphy)

Achtung: Das heißt nicht, dass du jedes beliebige Merkmal in deine Liste aufnehmen sollst. Wichtig sind nur Zielgruppen-Eigenschaften, die für dich tatsächlich relevant sind. Auf die kommst du einerseits durch gründliches Nachdenken und andererseits durch Umfragewerte, die du idealerweise zu einem früheren Zeitpunkt schon gesammelt hast.

Witzbold, denkst du dir jetzt, woher soll ich die denn jetzt bitte nehmen? Immer mit der Ruhe: Eigene Umfrageergebnisse sind zwar super, aber im Zweifelsfall kannst du dir einfach anschauen, was die Kunden von der Konkurrenz ausmacht.

Beispiel 1: Deine Target Audience

Um das Ganze mal ein bisschen anschaulicher zu machen, hier ein kleines Beispiel. Gehen wir davon aus, dass zu unserer Zielgruppe unter anderem eine StudentInnen-WG gehört:

  • Elli, 24, studiert Biologie und Sport auf Lehramt und verdient in ihrem Nebenjob jeden Monat 300 Euro.
  • Sarah, 19, studiert Informatik und hat noch keinen Nebenjob. Sie wird von ihren Eltern unterstützt.
  • Markus, 21, studiert Kommunikationswissenschaften. Je nachdem, wie viel Trinkgeld er beim Kellnern kriegt, hat er pro Monat 400-500 Euro zur Verfügung.

Die drei haben ein Problem: Ihre Waschmaschine ist kaputt. Das Budget ist nicht gerade üppig, aber keiner hat Lust, die Wäsche immer in den Waschsalon um die Ecke zu bringen. Die neue Waschmaschine soll also möglichst günstig sein, findet Sarah, wichtig ist nur eine gute Umweltbilanz. Zur Not steuern ihre Eltern etwas bei.

Elli hat schon oft genug billige Haushaltsgeräte gekauft. Sie will lieber mehr ausgeben und dafür eine Waschmaschine mit längerer Lebensdauer, nicht zuletzt, weil in einem 3-Personen-Haushalt doch relativ viel gewaschen wird. Markus ist hin- und hergerissen, denn er kann sich nicht jeden Monat auf ein gleichbleibendes Gehalt verlassen.

Die Wäscheberge türmen sich, die Stimmung ist zunehmend angespannt und es muss eher heute als morgen eine Entscheidung fallen. Ach ja: Die WG hat kein Auto zur Verfügung, am praktischsten wäre deshalb eine Lieferung direkt nach Hause…

Google-Suche für 'waschmaschine kaufen'

Brand Searches, Tipps, Hersteller – so könnten die Interessen unserer Buyer Personas aussehen

Dieses Szenario ist fiktiv und doch so oder so ähnlich bestimmt schon hundertmal passiert. Das erkennt man allein schon an einer ersten Google-Suche, wie du sie oben siehst. An dieser Stelle ist es übrigens deutlich von Vorteil, wenn du schon eine Ahnung davon hast, wie du Suchintentionen herausfiltern kannst:

Zurück zu unserer WG, wo wir zunächst einmal festhalten können: Es geht um ein gemeinsames dringendes Problem und sehr unterschiedliche Ansichten. Was die drei brauchen, ist:

  • eine No-Nonsense-Beratung mit allen Vor- und Nachteilen
  • einen Vergleich unterschiedlicher Modelle
  • eine Auflistung der Folgekosten
  • Tipps, wie man eine Waschmaschine pflegen sollte

Und damit kratzen wir übrigens erst an der Oberfläche.

It’s getting personal: Die Buyer Persona

So you’ve got a target audience! Jetzt geht der eigentliche Spaß aber erst so richtig los, denn du willst wissen, wer die Menschen hinter den doch ziemlich anonymen „Personen“ in der Zielgruppe sind. Du brauchst also einen fiktiven (!) prototypischen Kunden oder, um es in Marketingsprache auszudrücken, eine Buyer Persona.

Eigentlich brauchst du sogar mehr als eine Buyer Persona, denn wir gehen ja davon aus, dass deine Zielgruppe aus mehreren Individuen besteht. Zwei bis drei Buyer Personas solltest du dir auf jeden Fall zurechtlegen. Gleichzeitig gilt allerdings: Qualität vor Quantität.

Eine Buyer Persona ist fiktiv, aber deshalb nicht weniger aussagekräftig. Bleib also nicht zu sehr an der Oberfläche. Notiere dir zum Beispiel…

  • den Namen
  • die Wohnsituation
  • den Lifestyle und damit (u.a.) zusammenhängend…
  • …die Einstellung zum Thema Nachhaltigkeit
  • was die Person für deine Marke darstellen könnte (Kunde? Mundpropaganda?)
  • den Familienstand und die Größe des Freundeskreises
  • Hobbies

Das ist nur eine kleine Auswahl. Für eine Buyer Persona, die du dir problemlos als echten Menschen vorstellen könntest, hilft es oft schon, sich ein entsprechendes Bild zu suchen. Ob bei Google, Unsplash, Fotolia oder anderswo: Ein Foto, das deiner Vorstellung von dieser Person entspricht, findest du mit ein paar Klicks.

Bild einer Buyer Persona

Gestatten: Sarah!
Quelle: Unsplash

Wenn es dir hilft, kannst du zur Übung auch zuerst versuchen, Charaktere in einer Fernsehserie auf Buyer Personas herunterzubrechen. Michael King von Moz macht das am Beispiel der Schlümpfe und unterteilt dabei so:

  • Segmente – gleiche Eigenschaften im Gesamtbild wie etwa Wohnort
  • Kohorten – gleiche (Erfahrungs-)Werte, z.B. Generationenzugehörigkeit
  • Personas – spezifische Archetypen mit individuellem Charakter

Wenn Zeichentrick nicht dein Ding ist, machst du das eben mit Game of Thrones, Sherlock, den Zombies in The Walking Dead – was dir eben hilft, die Einteilung anschaulicher zu machen.

Details bei Buyer Personas

Es gibt keine Details? Shame!

Das klingt vielleicht komisch und nach Spielerei, aber probier es einfach mal aus. Muss ja keiner wissen, und für dich ist es garantiert aufschlussreich.

Beispiel 2: Deine Buyer Personas

Zurück zu unserer waschmaschinenlosen WG. Wenn du deinen Job gründlich machen willst, erstellst du jetzt natürlich für alle drei einen Hintergrund.

Das heißt, du lernst jede/n von ihnen noch näher kennen. In Ellis Fall könnte das dann so aussehen:

  • Alter: 24
  • Beschäftigung: Studentin
  • Nebenjob: Lehrerin in einem Nachhilfestudio plus private Nachhilfestunden
  • Wohnsituation: Wohngemeinschaft in einer mittelgroßen Stadt mit durchschnittlichen Lebenshaltungskosten
  • Beziehungsstatus: ledig
  • Monatsnettoeinkommen: 300 Euro, plus/minus schwankende Einnahmen von 60-80 Euro aus der privaten Nachhilfe. Die Zusatzeinnahmen versucht Elli zu sparen.
  • Einstellungen: Qualität statt Quantität, langfristiger Nutzen, überlegte Kaufentscheidungen, Unabhängigkeit von den Eltern
  • Kaufverhalten: gezwungenermaßen preissensibel und deshalb eher Online-Bestellungen, da hier bessere Preise zu finden sind. Elli ist kein Fan von Ratenzahlungen; sie will keine Schulden machen.
  • Potential: eher einmalige Kundin, dafür aber bei Zufriedenheit gute Bewertung und ggf. Weiterempfehlung

Diese Liste kannst du noch beliebig lang weiterführen. Wichtig ist dabei, dass du dich nicht zu sehr mitreißen lässt – manche Eigenschaften sind dann eben doch irrelevant. Du siehst schon, schnell-schnell geht das nicht.

Und was heißt das fürs Texten?

Lange Rede, kurzer Sinn: Du brauchst die Zielgruppe und entsprechende Buyer Personas, um den Text perfekt abstimmen zu können. Das fängt schon mit der Ansprache an. Wenn du dich an Elli, Sarah und Markus wendest, würde das „Sie“ eher befremdlich wirken. Im Gegensatz dazu wären ihre Eltern vermutlich nicht gerade begeistert von einem saloppen „Du“.

Das Gleiche in Grün gilt für den Schreibstil. Die eine Zielgruppe wird es völlig in Ordnung finden, wenn du ein bisschen rotzig-salopp schreibst und gelegentlich ein paar Anglizismen einstreust. Die andere fände so einen Stil unseriös und wäre verzweifelt auf der Suche nach möglichst komplizierten Schachtelsätzen. (Okay, fast niemand liest im Internet gerne kompliziert. You get the point.)

Das heißt: Sprachliche Variationen, die zur Zielgruppe passen, sind nicht optional. Sie sind Pflicht.

Das ist zumindest dann der Fall, wenn du willst, dass die Leser sich ernstgenommen und verstanden fühlen. Je genauer du das Vorwissen deiner Zielgruppe in deinen Content einfließen lassen kannst und je besser du dadurch ihre Erwartungshaltung triffst, desto wertvoller für die Resonanz deiner Inhalte.

Abwechslung beim Content

Tja, ein langweiliges Layout hat Folgen.

Übrigens heißt das außerdem, dass neben dem eigentlichen Text auch das Layout eine große Rolle spielt. Bei gigantischen Textblöcken im Internet denkt sich wirklich niemand, „Wow, geil!“. Erst recht nicht, wenn der Textblock auf dem Smartphone angezeigt wird und dadurch noch größer wirkt.

Deine Inhalte müssen übersichtlich gestaltet sein, Punkt. Aufzählungslisten, Bilder, Grafiken, hier und da vielleicht ein Meme: Möglichkeiten gibt es viele. Und es ist ja nicht so, als würden WordPress und Co. in dieser Hinsicht keine Spielereien zulassen.

TL;DR: Die wichtigsten Do’s & Dont’s zu Zielgruppen

Falls du den Text bis hierher nur überflogen hast und dich immer noch fragst, was du daraus jetzt mitnehmen sollst: Bitteschön, hier die wichtigsten Do’s und Dont’s im Schnelldurchlauf!

PLEASE DO:

  • Investiere Zeit. Schlampige Arbeit und Ratespiele beim Erstellen von Zielgruppen/Buyer Personas/Texten rächen sich irgendwann, z.B. in schlechten Konversionsraten, mangelndem Engagement etc.
  • Sprich die Leser in deinen Texten aktiv an. Aktive Konstruktionen mit „Du“ bzw. „Sie“ sind fast immer besser als Passivsätze.
  • Sei empathisch und schätze realistisch ein, was deine Zielgruppe erwartet. Eher emotionales Storytelling? Einen informativen, ausführlichen Hands-On-Guide? Einen Produkttest? Wenn sie das bei dir nicht findet, dann eben in einem Konkurrenzartikel. Du bist nicht der einzige Anbieter da draußen.
  • Werte die Performance aus. Inwiefern stimmen die Informationen über reelle Kunden/Seitenbesucher mit der Zielgruppe überein, die du im Vorfeld festgelegt hast?

PLEASE DON’T:

  • Schreib nie, nie, nie ausschließlich werbende Verkaufstexte. Das fällt sofort auf und wirkt unsympathisch. Wer mit Werbung zugedröhnt werden will, schaltet den Fernseher ein.
  • Schneide die Zielgruppe nicht so zu, wie du sie selbst gern hättest. Bleib realistisch und gesteh dir ein, wo vielleicht Probleme liegen könnten. Die muss nämlich nicht dein Zielpublikum lösen, sondern du.
  • Verlass dich beim Erstellen der Zielgruppe nicht nur auf irgendwelche Studien, die du vielleicht bei der Recherche findest. Studien können hilfreich sein, keine Frage. Gleichzeitig gibt es eben auch viele „wissenschaftliche“ Erkenntnisse, bei denen in erster Linie der Auftraggeber von den Resultaten profitiert. Und wenn 9 von 10 befragten Personen dieses und jenes Produkt loben, sind das zwar theoretisch 90 Prozent, aber keine aussagekräftige Stichprobe.
  • Investiere auch in die eigentliche Textarbeit genug Zeit. Erstelle einzigartigen (!) Content, statt irgendwo abzuschreiben. Spicken funktioniert vielleicht in der Schule, aber nicht vor dem Google-Algorithmus. Der entdeckt Duplicate Content früher oder später immer.

Eigentlich sollten all diese Punkte selbstverständlich sein. Wenn du dich mal durch ein paar beliebige Unternehmensblogs etc. klickst, wirst du allerdings schnell merken: Ist es nicht. Aus eigener Erfahrung können wir aber sagen, dass sich der Aufwand lohnt.

Also: Investiere lieber eine Stunde zu viel als zu wenig in deine Zielgruppenrecherche, Content-Marketing-Strategie, Contentplanung und natürlich die wunderbaren Inhalte, die du für sie erstellst. Und weil man bekanntlich nie auslernt, bleibt jetzt nur noch eine Frage: Hast du selbst ein paar erstklassige Tipps zum Thema, die du gerne teilen willst? Wir würden uns freuen!

Tangential Content

Was ist Tangential Content und wie hilft mir diese Content-Strategie?

„Ach, du hast dieses und jenes Problem? Rein zufällig ließe sich das mit unserem Produkt lösen!“ So lässt sich ein Großteil des Contents zusammenfassen, den viele Unternehmen scheinbar immer noch für absolut unschlagbar halten. Wer allerdings partout bei dieser Strategie bleibt, wird auf Dauer nicht mit jenen Konkurrenten mithalten können, die schon Tangential Content für sich entdeckt haben.

Was das ist, wie Tangential Content funktioniert und warum diese Content-Marketing-Strategie deine Brand hundertmal sympathischer macht, erfährst du hier!

Was ist Tangential Content?

Wer in Mathe aufgepasst hat, weiß: Eine Tangente ist (um es mal mit Wikipedias Worten auszudrücken) „eine Gerade, die eine Kurve an einem bestimmten Punkt berührt“. Genau darum geht es letztlich bei Tangential Content: Berührungspunkte. Und zwar keine mathematischen, sondern inhaltliche.

Am Thema vorbeireden – was soll das bringen?

Mit Tangential Content sind Inhalte gemeint, die nur indirekt mit einem Thema zu tun haben. Wenn man so will, könnte man sagen, Tangential Content schrammt mit voller Absicht am eigentlichen Verkaufsaspekt vorbei.

Was das soll? Ganz einfach: Der User stellt automatisch eine Verbindung zwischen einem nützlichen/informativen/unterhaltsamen Inhalt und der Marke her – nicht etwa, weil er offensiv mit Werbung zugedröhnt worden ist, sondern weil er für sich einen Mehrwert in dem Content gefunden hat. Wie Kerry Jones von Moz erklärt, lassen sich durch diese Art von Content leichter Backlinks und Social Shares gewinnen. Einen kleinen Crashkurs zum Thema Backlinks gibt’s hier:

How to do Tangential Content: ein paar Beispiele

Die Kunst hinter Tangential Content ist es, sich selbst eben nicht allzu offensiv zu vermarkten. Denn Fakt ist nun mal: Niemand mag Angeber. Das kennst du bestimmt auch von dir selbst: Welchen Grund solltest du haben, einem Anbieter sofort zu glauben, dass er der beste in seinem Gebiet ist? Dieses Versprechen macht jeder, aber als Neukunde hast du keine Ahnung, was wirklich dahintersteckt.

Wenn du auf der anderen Seite des Spielfelds stehst und selbst die Person bist, die ein breiteres Zielpublikum erreichen will, musst du also erst mal das Vertrauen der potenziellen Kunden gewinnen. Und das funktioniert am besten, wenn du ihnen völlig werbefrei einen Mehrwert bietest, zum Beispiel:

  • Ein Händler für Holzmöbel verrät, wie man welche Holzsorte am besten mit der restlichen Einrichtung kombiniert oder wie man die Oberflächen pflegen kann. Dir als Konsument bringt das viel mehr als einfach nur zu lesen: „Wow, unsere Möbel sind einfach unschlagbar!“

Beispiel Tangential Content

So kann Tangential Content aussehen.

  • Ein Immobilienmakler gibt Tipps, wie du deine Wohnung einbruchsicherer gestalten kannst oder welche Must-See-Geheimtipps es in einer bestimmten Umgebung gibt.
  • Ein Anbieter für Kreditkarten bringt einen Beitrag über die beliebtesten Festivals oder Konzerte im Sommer. Die Tickets für solche Events bezahlen schließlich viele (junge) Leute mit der Kreditkarte – et voilà, schon wird eine ganz neue Zielgruppe angesprochen.

Um eine Sache gleich klarzustellen: Wenn du mit Tangential Content beginnst, wird das nicht automatisch von heute auf morgen deine Umsatzzahlen in die Höhe treiben. Darum geht es gar nicht. Aha, und worum dann? Das schauen wir uns gleich noch genauer an, vorher aber kurz zur Frage, was eigentlich gegen den guten alten Branded Content spricht…

Was gibt es bitte gegen Branded Content einzuwenden?

Naja, es ist nicht so, dass Branded Content pauschal schlecht ist. Gleichzeitig sind Inhalte, die sich vor allem mit der Marke bzw. einem Produkt befassen, eben auch nicht das Nonplusultra. Doch wir wollen ja nicht grundlos bashen – hier mal ein paar konkrete Beispiele, wo die Schwachstellen von Branded Content liegen.

Branded/Sponsored Content wirkt nicht authentisch.

Ja, es tut weh, sich das einzugestehen, aber: Advertorials sind leicht als solche zu erkennen. Und sie werden sehr viel weniger wertgeschätzt als Inhalte, die tatsächlich einen Mehrwert bieten und die Suchintention umfassend bedienen. Mehr zum Thema Suchintention erfährst du hier:

Wenn die Hauptaussage eines Posts ist, „Wow, XY ist zufällig ganz toll,“ ist das nicht gerade überzeugend und längst nicht so subtil, wie die Marketingabteilung dahinter vielleicht glaubt.

Branded Content macht Linkaufbau mühsam.

Keine Zielseite ist scharf darauf, Content zu veröffentlichen, der allzu offensichtlich werblich ist. Oder hättest du als Publisher Lust, ständig mit extrem werblichem Content in Verbindung gebracht zu werden? Für das Backlink-Portfolio sind solche Inhalte also nicht gerade das Gelbe vom Ei.

Branded Content stellt die Content Creators vor eine Herausforderung.

Je öfter man über ein Thema schreiben muss (und das natürlich möglichst enthusiastisch!), desto wahrscheinlicher ist es, dass irgendwann die Schreibblockade kommt. Früher oder später ist alle Begeisterung aufgebraucht. Dann wird der Content mit jeder Wiederholung wie die Pasta, die man schon den dritten Tag in Folge aufwärmt: langweilig, ohne Substanz und unbefriedigend. You can do better.

Branded Content oder Tangential Content

Die Frage aller Fragen…

Also nie wieder Branded Content?

Falls du jetzt den Eindruck bekommen hast, dass markenbezogener Inhalt mit werblicher Tendenz so ziemlich die größte Content-Sünde ist, die du dir leisten kannst: Nein, so ist es natürlich auch wieder nicht. Der Content darf sich auf jeden Fall mit deiner Marke bzw. deinem Produkt befassen – aber eben im richtigen Ausmaß.

Zusammengefasst:

  • Schreib nicht einfach permanent darüber, wie unglaublich deine Marke ist, nur damit du etwas hast, das du posten kannst.
  • Konzentriere dich auf sinnvollen Content, idealerweise eine Mischung aus Branded und Tangential Content.
  • Ein gewisser Prozentsatz deiner Content-Strategie sollte sich immer um Tangential Topics drehen.

Was du letztendlich willst, ist die User erreichen und ihr Interesse wecken. Was du nicht willst, ist willkürlicher Content, für den die Leute nur ein müdes Schulterzucken übrighaben. Und damit sind wir schon wieder zurück bei der Frage, was eigentlich der große Vorteil von Tangential Content ist!

Was bringt Tangential Content?

In der Pilotfolge von Mad Men verkündet Werbeprofi Don Draper: „Advertising is based on one thing: happiness.“ Und nicht viel anderes steckt hinter Tangential Content: Diese Inhalte funktionieren genau deshalb so gut, weil sie auf emotionaler Ebene einen Nerv treffen.

Zugegeben, es geht dabei nicht immer um Glücksgefühle, aber doch darum, gewisse Reaktionen zu erzeugen. Wenn man mal ein bisschen um die Ecke denkt, merkt man schnell: So ziemlich jedes Thema kann emotionalisiert werden. Irgendwelche Probleme oder Wünsche bringt der User immer mit – die Kunst von Tangential Content ist es, auf diese Bedürfnisse einzugehen. Und das hat einige Vorteile:

  • Vertrauen

Indem du zeigst, dass du auf inhaltlicher Ebene mehr draufhast als sture Werbephrasen und stattdessen regelmäßig auch hilfreiche Ratschläge oder Einblicke gibst, wirst du zur vertrauenswürdigen Informationsquelle. Vertrauen ist die Grundlage für jedes gute Kundenverhältnis – und ein Schlüsselfaktor im E-A-T Score von Google.

  • Backlinks

Wenn z.B. ein Blogger deinen Gastbeitrag als interessant für die eigene Zielgruppe einschätzt, hast du viel bessere Chancen, dass diese Person deinen Content publiziert. Im Idealfall bekommst du so Backlinks von Seiten, die der Google-Algorithmus als besonders relevant bewertet und reitest dadurch gleich mit auf der Erfolgswelle.

  • Reichweite

Durch Tangential Content erreichst du ganz neue Zielgruppen und nicht mehr „nur“ das Publikum, das du dir in deiner Nische eh schon aufgebaut hast. Das heißt: Theoretisch kannst du damit auch Leute ansprechen, die noch nie von dir gehört haben oder von sich aus nie mit deinem Angebot in Kontakt kommen würden.

Ganz wichtig ist außerdem: Mit Tangential Content bist du der Konkurrenz einen Schritt voraus. Überraschend viele Marketer scheuen nämlich immer noch davor zurück, allzu weit von der eigenen Content-Linie abzuweichen. Ein Tipp am Rande: Mach dich am besten auch mal über das Prinzip Content-Gap-Analyse schlau!

Wenn du deine Sache gut machst und deinen Tangential Content fleißig weiterverbreitest, machst du mit deiner Content-Marketing-Strategie also schon einen ziemlich großen Satz nach vorn.

Tangential Content: Step by step

Vielleicht denkst du dir jetzt, dass du in diesem Artikel bisher noch kaum konkrete Tipps entdeckt hast, wie du eigentlich beim Erstellen solcher Inhalte vorgehen sollst. In diesem Sinne: Zeit, das zu ändern! Hier die 4 wichtigsten Tipps für cleveren Tangential Content:

  1. Lege deine Personas fest.

Eine Buyer Persona ist nichts anderes als ein idealer Kunde, wie du ihn dir vorstellst. Diese fiktive Persönlichkeit ist die Schablone, nach der du deinen Tangential Content zuschneidest: Welche Bedürfnisse hat sie? Wo kannst du sie abholen? Wofür interessiert sie sich und wofür eben nicht?

  1. Vergiss den Gedanken „Das hat nichts mit uns zu tun“.

Think outside the box, das sagt sich immer so leicht. Es ist und bleibt jedoch eine der wichtigsten Regeln für kreativen, spannenden Tangential Content. Die allermeisten Themen lassen sich irgendwie so umbauen, dass sie für eine breite Zielgruppe interessant werden. Idealerweise kannst du sie sogar mit tagesaktuellem Geschehen in Verbindung bringen. Insgesamt willst du Emotionen erzeugen, die eine positive Resonanz haben – und klar, der zündende Einfall dafür kommt oft nicht von heute auf morgen, aber es gibt ihn ganz bestimmt.

  1. Teste die Resonanz deines Tangential Contents.

Bevor du versuchst, Links aufzubauen, solltest du erst einmal testen, wie dein Content überhaupt ankommt. Mit einer Sponsored-Content-Anzeige bei Facebook ist zum Beispiel nicht viel verloren und du merkst schnell, ob es noch Optimierungsbedarf gibt oder dein Thema leider doch nicht so gut war, wie du vielleicht gedacht hast.

  1. Überlege dir, wer Interesse haben könnte, dich als Gastautor anzunehmen.

Du bist dir ziemlich sicher, dass dein Tangential Content Potential hat? Dann ist es höchste Zeit, Linkaufbau zu betreiben. Trau dich und sprich auch Menschen in Nischen an, in denen du dich bisher noch überhaupt nicht bewegt hast. Mehr Tipps zu Linkbuilding gibt’s im Video:

Wie gesagt: Es geht hier nicht um die sichere, aber langweilige Standardroute, sondern um den vielversprechenden, abenteuerlichen Umweg.

Also, wie könnte das an einem konkreten Beispiel aussehen? Nehmen wir mal das Immobilienmaklerbüro, das wir vorher schon erwähnt hatten und schauen uns an, in welche Richtung Tangential Content hier gehen könnte.

Wie geht Tangential Content? Ein Beispiel

Wohnen bzw. Mieten ist ein Thema, das gezwungenermaßen so ziemlich jeden etwas angeht. Als Tangential-Content-Anfänger könnten sich unsere Makler deshalb zunächst einfach an ein breites Publikum wenden und eine ganz klassische Sorge aufgreifen: Was, wenn in mein Haus/meine Wohnung eingebrochen wird?

Womit ist dem User am meisten geholfen?

Das Einbruchsszenario ist eine Sorge, die das Maklerbüro als Content-Anbieter ernstnehmen sollte und sich dadurch als vertrauenswürdig zeigen kann. Es wird also ein Ratgeber für den Unternehmensblog verfasst, wie man die eigenen vier Wände vor Einbrechern schützt.

Wenn man tatsächlich „Tipps gegen Einbruch“ googelt, fällt übrigens direkt ein Beispiel ins Auge: Neben der Polizei selbst gibt außerdem der Stromanbieter E.on Sicherheitstipps und hat es damit zum Zeitpunkt, an dem der Screenshot entstanden ist, immerhin auf Platz 5 der organischen Suchergebnisse geschafft. Nicht schlecht, was Sichtbarkeit betrifft. Und hättest du automatisch eine Brücke zwischen „Stromanbieter“ und „Sicherheit für zuhause“ geschlagen? Eben.

Screenshot mit Beispiel

Ein Stromanbieter gibt Sicherheitstipps? Warum nicht!

Umso professioneller und glaubwürdiger ist es natürlich, wenn in deinem Artikel Experten zitiert werden können. Weil außerdem nicht jeder Leser bereit sein wird, spontan in eine Sicherheitshaustür zu investieren, sollten unbedingt auch Tipps dabei sein, die leicht umzusetzen sind und nicht die Welt kosten.

Wo macht sich der Content am besten?

Sobald unsere Makler zufrieden mit dem Content sind, können sie anfangen, Anfragen auszusenden. Sie könnten es zum Beispiel bei einem Reisebüro versuchen, was natürlich am besten funktioniert, wenn gerade Urlaubshochsaison ist und den Leuten klar wird, dass ihre Wohnung jetzt doch für einige Zeit leer bleiben wird…

Welche Alternativen könnte man anbieten?

Und was, wenn der Chefetage im Maklerbüro oder dem Reisebüro, das den Artikel veröffentlichen soll, das Thema Einbruch zu negativ wäre? Dann müsste eben ein anderer Twist her, zum Beispiel eine Checkliste mit Tipps, wann und ob man die eigene Wohnung als Airbnb untervermieten darf. Oder welche Rechte und Pflichten man hat, wenn man eine Ferienwohnung mietet. Oder, oder, oder.

Und wie hängt das mit dem eigentlichen Service zusammen?

All diese Inhalte hätten zwar nicht unmittelbar mit dem Job eines Immobilienmaklers zu tun, aber eben doch mit dem Thema Wohnen. Es wäre damit kein unmittelbar werblicher und trotzdem thematisch verwandter sowie für den User nützlicher Content. Anders gesagt: Artikel, die theoretisch eine ziemlich gute Reichweite erzielen könnten, weil du einen Mehrwert bietest und die wichtigsten Keywords abdeckst (Stichwort: Keyword-Recherche). Mehr dazu im Video!

Achtung: Unser Beispiel hier ist natürlich extrem vereinfacht dargestellt. Das fängt schon mit der Tatsache an, dass „ein breites Publikum“, das sich „Sorgen um einen Einbruch“ macht, keine ernstzunehmende Zielgruppe ist. Aber es geht hier auch eher darum klarzustellen, wie Tangential Content funktioniert und was du theoretisch daraus machen kannst: ziemlich viel!

 Also überleg dir am besten noch heute deine nächsten Tangential Topics und erzähl uns gerne hier, welche Erfahrungen du schon gemacht hast!

Ratgeber im Content Marketing

Ratgeber für Content-Marketing: 11 Tipps für nichtkommerzielle Inhalte als Content-Strategie

Kennst du diese Leute, denen man von einem Problem erzählt und darauf eine Antwort bekommt, die absolut nichts mit dem Thema zu tun hat? Klar, wer nicht. Und das kannst du dir als Content Creator für deine Content-Strategie zunutze machen: Versetze dich in den Leser hinein und gib ihm erstklassige Ratgeber!

Überlege genau, was er gerade von dir braucht – und was eben nicht. Da ist es theoretisch schon, das Erfolgsrezept für einen Ratgeber, den User lieben werden. In der Praxis gehört allerdings noch einiges mehr dazu, deshalb hier die 11 wichtigsten Do’s und Dont’s für gelungene Ratgeber!

Was muss ein Ratgeber können?

Ein Ratgeber gibt Rat, so lautet der erste heiße Tipp vieler Beiträge zum Thema. Sicher, diese Aussage ist nicht falsch, aber: „Rat geben“ kann ziemlich viel bedeuten. Wenn dein Onkel Thomas vom Hundertsten ins Tausendste kommt und dir Geschichten von früher erzählt, nur um irgendwann bei „Was ich dir damit sagen will…“ anzukommen, ist auch das ein Rat.

Don'ts bei Ratgeber-Content

Sei weder Onkel Thomas noch Grandpa Simpson…

Anders gesagt: Sei nicht Onkel Thomas. Sei cool, und cool heißt in dem Fall ganz einfach hilfreich. Wenn ein User auf einen Ratgeber-Artikel klickt, erwartet er sich eine leicht verständliche Problemlösung bzw. Informationen, die für ihn gerade relevant sind. Er erwartet sich keine Story, die bei Adam und Eva anfängt.

Content-Marketing-Profi Julia McCoy fasst das so zusammen: „Audiences want the most amount of information in the easiest and most digestible way possible.“ Eigentlich ziemlich logisch, oder?

 

Dein Job als Verfasser eines Ratgebers ist es also, die wichtigsten Informationen in ein Content Piece zu verpacken, das so hilfreich und simpel wie möglich ist. Damit das gelingt, musst du die Erwartungshaltung deiner Zielgruppe richtig einschätzen können. Das heißt unter anderem: Du musst wissen, was die Suchintention ist. Wie du die herausfinden kannst, erfährst du im Video!

Nur wenn du weißt, woher der User kommt und wo er eigentlich hinwill, kannst du Maßarbeit leisten. Soweit der theoretische Unterbau, jetzt geht’s an die Details: Bühne frei für ein paar wichtige Grundregeln!

Die 8 Do’s für einen perfekten Ratgeber

Vielleicht hast du gerade wenig Zeit, vielleicht keine Lust auf einen langen Text – fair enough. Für alle, die es eilig haben, hier im Schnelldurchlauf acht Dinge, die du beim Schreiben eines Ratgebers unbedingt beachten solltest:

  1. Liefere konkrete Informationen.
  2. Schreib verständlich.
  3. Nimm die sprachliche Ebene ernst.
  4. Sorge für ein übersichtliches Layout.
  5. Wähle das richtige Content-Format.
  6. Halte, was du versprichst.
  7. Nutze Tools, und zwar richtig.
  8. Sorge dafür, dass der Ratgeber schnell verfügbar ist.

Falls du es doch gern ein bisschen genauer hättest: Umso besser, es gibt nämlich noch eine ganze Menge zu den einzelnen Punkten zu sagen.

1.      Liefere konkrete Informationen

Was sich der Leser deines Ratgebers nicht erwartet, ist werbliche Wortschinderei. Allgemeinposten und leere Phrasen solltest du ganz schnell wieder vergessen, du willst schließlich einen verlässlichen Eindruck hinterlassen. Denk immer daran, dass es bei Ratgeber-Texten um ein reales Szenario geht, nicht um hypothetische Idealfälle und perfektes PR-Wording.

Dementsprechend schreibst du also nicht irgendetwas, nur um eine bestimmte Wortzahl zu erreichen. Deine erste Überlegung sollte vielmehr sein, für wen du schreibst. Nur so kannst du Ratgeber schreiben, die zu Evergreen Content werden.

Bei diesem Artikel zum Beispiel gehe ich nicht davon aus, dass ihn jemand liest, der ein Blumenbeet anlegen und sich in der Garten-Bubble ein paar heiße Tipps holen will (gut so, denn mein Daumen ist eindeutig nicht „Evergreen“). Stattdessen nehme ich an, dass meine Leserschaft entweder aus angehenden Content Creators oder Menschen aus dem Marketingbereich besteht, die ihre Skills verbessern wollen. Und genau danach muss ich mich richten.

Achtung: Mit „konkreten Informationen“ ist nicht zwingend gemeint, dass dein Ratgeber so kurz wie möglich sein muss. Das siehst du schon an unseren eigenen Ratgebern – kurz sind die definitiv nicht. Trotzdem funktioniert unser Ratgeber-Content bestens, eben weil er viele Tipps aus der Praxis enthält und übersichtlich gestaltet ist. Wenn du wiederum Wörter sparen willst wie ein Weltmeister, leider darunter die Verständlichkeit. Und auf die bist du ohne Wenn und Aber angewiesen.

2.      Schreib verständlich.

Es ist fast schon ein Dauerbrenner für alle, die regelmäßig Texte schreiben: das gute alte Hamburger Verständlichkeitskonzept. Der Kerngedanke dahinter ist, dass Leser oft einen Text nur deshalb nicht verstehen, weil er zu kompliziert formuliert ist.

Zugegeben, in der Linguistik hagelt es immer wieder Kritik an diesem Modell. Was genau kritisiert wird, kannst du im verlinkten Wikipedia-Eintrag nachlesen, hier nur so viel: Trotz kritischer Stimmen ist es eindeutig so, dass die Verständlichkeit eines Textes wesentlich von der Vorarbeit abhängt. Einen verständlichen Text kannst du nur schreiben, wenn du die Textkompetenz der Leser richtig einschätzt.

Für dich als Content Creator heißt das: Du musst nicht Sprachwissenschaft studiert haben, um gute Ratgeber zu schreiben. Was du brauchst, ist ganz einfach ein bisschen Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, empathisch zu schreiben. Noch nicht überzeugt? Dann dürfte dich vielleicht der Zusammenhang zwischen Linguistik und gutem Content interessieren – oder unser Video!

3.      Nimm die sprachliche Ebene ernst.

Wie oben schon gesagt: Ein guter Ratgeber muss digestible sein. Je länger also dein Artikel, desto wichtiger ist es, dass er präzise formuliert und „leicht verdaulich“ ist:

  • Verabschiede dich von Schachtelsätzen.

Einfache Formulierungen sind besser

 

Du und der Schachtelsatz, ihr könnt natürlich Freunde bleiben. Zumindest beim Online-Texten geht ihr aber ab jetzt getrennte Wege! Allein schon wegen der mobilen Ansicht: Stell dir vor, du liest etwas auf dem Smartphone und ein Satz nimmt fast den ganzen Screen ein. Der ultimative Leseanreiz? Sicher nicht.

 

  • Verwende Aktivkonstruktionen.

Passivsätze wirken distanziert und umständlich. Oder hättest du hier lieber gelesen: „Es sollten Aktivkonstruktionen verwendet werden“?

  • Cut the fluff.

Füllwörter sind wie Schachtelsätze – im richtigen Kontext schön, aber nichts für Texte im Internet.

  • Stelle Fragen, wie sie der User auch hat.

Beantworte sie nicht irgendwann, sondern sofort.

  • Sei sparsam mit Fremdwörtern.

Aha, soll ich also dummen Content schreiben? Nein. Der durchschnittliche User will allerdings keine Doktorarbeit lesen, sondern einfache Lösungsvorschläge für simple Alltagsprobleme bzw. -fragen. Wenn du mit komplexen Begriffen um dich wirfst, stellst du hohe Erwartungen an deine Leser. Frag dich immer zuerst, ob das angemessen ist.

  • Kürze deinen Ratgeber, und zwar rigoros (siehe Punkt 3).

Ja, selbst wenn du in einen Satz ganz besonders verliebt bist. Bei William Faulkner heißt es: „In writing, you must kill all your darlings.“ Das gilt für literarische Werke und erst recht für Online-Texte.

Kürzen und korrigieren, das ist doch reiner Perfektionismus? Von wegen: Im Durchschnitt lesen die Leute nur ca. 28 Prozent aller Wörter auf einer Seite. Der Artikel, in dem diese Zahl erwähnt wird, ist zwar von 2015, aber gestiegen dürfte dieser Prozentsatz in den letzten Jahren wohl kaum sein.

TL;DR: Sprachliche Korrektheit macht viel aus, denn Fehler sind unprofessionell und stören den Lesefluss.

Wenn das jetzt nach nerviger Deutschlehrerin klingt, hilft vielleicht ein kleines Beispiel: Würdest, du ohne Probleme lesen können wen dieser Text, dass heißt als Ratgeber nur in so einem Stil, geschrieben worden wäre? Ich glaube, wir verstehen uns.

4.      Sorge für ein übersichtliches Layout.

Die Sprache ist eine Sache, das Design eine andere. Dein Ratgeber kann noch so verständlich und informativ sein – wenn er aus reinen Textblöcken besteht, ist das für den Leser vor allem mühsam. Ausführliche Beispiele und Tipps zum Thema findest du im Video:

Lockere deinen Text auf, zum Beispiel mit

  • Listen
  • Tabellen
  • Bilder
  • GIFs
  • Videos
  • Slideshows
  • Infografiken
  • Boxen mit Merksätzen

Übertreiben musst du es natürlich dabei nicht: Wenn dein Ratgeber aus 600 Wörtern besteht und trotzdem sechs Infografiken und GIFs eingebaut sind, ist das für den Leser genauso anstrengend wie ein 6.000-Wörter-Ratgeber ganz ohne Bilder.

Das gilt auch für gefettete Wörter. Hervorgehoben sollten nur die Kernaussagen in einem Abschnitt sein, alles andere wirkt unruhig. Vor allem in der Mobilansicht – die nicht gerade unwichtig ist, Stichwort Mobile First – erscheint es ziemlich aufdringlich, wenn einem vom Bildschirm ein fast vollständig gefetteter Absatz entgegenspringt. Da könntest du gleich alles in Großbuchstaben schreiben (bitte nicht).

5.      Wähle das richtige Content-Format

Um der Verwirrung vorzubeugen: Ja, ein Ratgeber ist an sich schon ein Content-Format. Abgesehen davon ist mit Format zudem die äußere Form gemeint. Hier hast du theoretisch eine große Auswahl, nur passt eben nicht jedes Content-Format automatisch zu jedem Ratgeber. So geht’s zum Beispiel richtig:

Beispiel, wie ein How-To-Ratgeber aussehen kann

So kann eine How-To-Anleitung aussehen.

  • Interviews und Expertenzitate: How-To-Ratgeber
  • Infografiken und Diagramme: Ratgeber mit Statistiken/vielen Zahlen
  • E-Books oder Whitepaper: sehr umfangreiche Ratgeber zu komplexen Themen
  • Bildergalerien: Tipps/Anleitungen, z.B. DIY-Tutorials
  • Erfahrungsbericht: Produkttest als Ratgeber

Das ist nur eine kleine Auswahl. Welches Format sich am besten eignet, hängt ganz davon ab, welches Thema du behandelst, wen du erreichen willst und wie kreativ du bist.

6.      Halte, was du versprichst.

Wenn dieser Tipp für dich sowieso selbstverständlich ist: Glückwunsch, damit hast du vielen anderen Ratgeber-Verfassern schon einiges voraus. Clickbaits sind ein absolutes No-Go und trotzdem gefühlt überall zu finden. Tja, mit einer Überschrift à la „Mit diesem Trick musst du nie wieder arbeiten!“ kriegst du vielleicht Klicks, aber auch eine gewaltige Absprungrate.

User wollen das lesen, was du ihnen in der Überschrift und im Teaser versprichst.

Vorsicht mit Cliffhangern und Clickbaits

Im Durchschnitt entscheiden schon die ersten zehn Worte in der Einleitung darüber, ob jemand auf deiner Seite bleibt oder nicht. Anteasern heißt also, dass du auf eine interessante Art offen und ehrlich vermittelst, worum es im Ratgeber geht. Klingt vielleicht einfach, ist es aber nicht unbedingt – kurze, knackige Texte sind viel kniffliger zu schreiben als lange.

 

Möglichst bald nach deiner sexy Einleitung musst du jedenfalls genau diese angekündigten Inhalte bringen. Cliffhanger und ausschweifende Spannungsbögen funktionieren in Game of Thrones oder Harry Potter, aber nie in einem Online-Ratgeber. Wenn du die versprochenen Antworten nicht so schnell und so leicht zugänglich wie möglich lieferst, hast du deine Chance vertan.

Anders gesagt: Erwarte vom User nicht, dass er dein Angebot über alles andere stellt. Beim ersten Klick ist dein Ratgeber wie ein Tinder-Match – wenn der Content uninteressant ist, hat der User genug andere Optionen. Du bist auf ihn als (konvertierenden) Lead angewiesen, er allerdings ganz sicher nicht auf dich.

7.      Nutze Tools, und zwar richtig.

Für einen guten Text brauchst du Einfühlungsvermögen, und dafür gibt es kein Tool. Für alles andere gibt es…nicht MasterCard, sondern ein paar wichtige Hilfsmittel. Verlass dich bloß nicht auf den Gedanken, dass der Content schon irgendwie passen wird.

Überprüfe aktiv mit SEO-Tools, wie der Text abschneidet:

  • Stimmt die Keyworddichte?
  • Hast du die Suchintention getroffen und alle Subthemen abgedeckt?
  • Sind deine Zwischenüberschriften passend formuliert?
  • Stimmen der Schwierigkeitsgrad und die Textlänge?

Diese und andere Faktoren kannst du schon untersuchen, bevor der Ratgeber online geht. Genauso solltest du aber im Anschluss die Performance überwachen und den Content optimieren, wenn Bedarf besteht. Dass du das letzte Wort getippt hast, heißt schließlich nicht, dass der Ratgeber für alle Ewigkeit perfekt und unantastbar ist. Worauf du beim Schreiben noch achten solltest, erfährst du übrigens im Ratgeber zum Thema SEO-Texte schreiben oder in diesem Video:

8.      Sorge dafür, dass der Ratgeber schnell verfügbar ist.

Wenn dein Ratgeber wirklich gut ist, will ihn der User im Idealfall mit anderen teilen. Der erste Schritt sind deshalb Social-Share-Buttons am Anfang oder Ende des Texts. Indem du den Ratgeber als PDF oder E-Book zum Download bereitstellst oder ein Kontaktformular für Nachfragen einbindest, sorgst du außerdem dafür, dass dein Content besonders leicht zugänglich ist.

Je mehr Komfort und Service du den Usern bieten kannst, desto besser für dich. Ach ja: Überlege dir einen einprägsamen Titel für den Ratgeber. So kann der User im Zweifelsfall mit einer Google-Suche nach diesem Titel schnell zum Text zurückfinden.

Die 3 Don’ts: Wie du deinen Ratgeber garantiert ruinierst

Jetzt weißt du also, wie du es richtig machen kannst. Falls du deinen Ratgeber aber gern ordentlich gegen die Wand fahren willst und dich fragst, wie du es garantiert nicht richtig machst: Lies weiter!

1.      Schummel dich mit Duplicate Content durch.

Eine Sünde, die weder der Google-Algorithmus noch der Leser verzeiht, ist Copy-Paste. Wenn du einfach die Texte von anderen Seiten kopierst und nur das Layout ein bisschen änderst, fällt das sofort auf. Es macht übrigens keinen Unterschied, ob du von deinem eigenen Blog abschreibst oder die Arbeit einer anderen Person klaust – Duplicate Content bleibt es so und so.

Zitieren heißt das Zauberwort, und das ist sogar ausdrücklich erwünscht: Gute Quellen machen deinen Ratgeber vertrauenswürdiger. Wichtig ist nur, dass du trotzdem originell bleibst und die Informationen, die du zitierst, nach wie vor korrekt sind.

Wenn du einfach abschreibst, ohne den Inhalt zu überprüfen, kann es nämlich passieren, dass die Informationen längst nicht mehr aktuell sind. Verwende bei der Google-Suche deshalb am besten auch mal das Tool, das nur die neuesten Ergebnisse anzeigt:

Sucheinstellungen bei Google

Aktuelle Beiträge finden ist nicht schwer, wenn man die Google-Tools kennt.

2.      Mach den Ratgeber zur Doktorarbeit.

Wie oben schon gesagt: Ein Ratgeber im Internet muss kein wissenschaftlicher Durchbruch sein. Damit rechnet der User nicht. Ganz im Gegenteil – mit hochgestochenen Formulierungen und langen Sätzen wirst du niemanden beeindrucken, sondern eher abschrecken.

Umständliche Sprache führt leider oft zu vagen, verschwommenen Aussagen. Das ist zu 100 Prozent nicht das, was du mit einem Ratgeber erreichen willst. Der Trick ist es, die feine Grenze zwischen oberflächlichem Gerede und too much information zu finden. Fakt ist: Ab einem gewissen Schwierigkeitsgrad springt der User ab.

3.      Verstecke deinen Ratgeber.

Am einfachsten verlierst du potenzielle Leser, indem du den Ratgeber möglichst schwer zugänglich machst. Fünf Popup-Banner, die man erst wegklicken muss, dazu möglichst viele grelle Farben und vielleicht noch eine Newsletter-Anmeldung, bevor man bis zum Text durchgedrungen ist: Würdest du dir das antun, nur um zu einem x-beliebigen Ratgeber zu kommen? Eben. Positive Nutzersignale generieren geht eindeutig anders – mehr dazu im Video!

Ein guter Ratgeber entsteht nicht in einer halben Stunde und indem du einfach das kopierst, was andere schon geschrieben haben. Du wirst auch nicht gleich beim ersten Versuch den perfekten Ratgeber-Content produzieren, sondern erst mal deine eigene Erfolgsformel finden müssen. Ein Template, das für ausnahmslos jeden Inhalt und jede Branche funktioniert, gibt es nämlich nicht. Wäre ja langweilig. Und weil Übung bekanntlich den Meister macht: Viel Erfolg beim Verfassen deiner Ratgeber – wir freuen uns über Erfahrungsberichte aus der Praxis!

Marketingmaßnahmen optimieren

Marketing Automation für Anfänger: So startest du die Automatisierung

Woran denkst du bei dem Begriff Marketing Automation? Das hängt vermutlich zunächst einmal damit zusammen, aus welcher Perspektive du diesen Begriff betrachtest. Bist du Marketer? Dann siehst du dich wahrscheinlich an deinem Schreibtisch, den Kaffee in der einen Hand, ein Magazin in der anderen. Die Arbeit? Erledigt sich schließlich dank Automation ganz von selbst, oder? Hast du mit Marketing nicht wirklich was am Hut und betrachtest es lediglich aus Kundenperspektive kann es durchaus sein, dass du an unpersönliches Marketing denken, wie an Massenmails.

In diesem Artikel werden wir diese beiden Mythen aufklären und in Erfahrung bringen, was es wirklich mit Marketing Automation auf sich hat, wie sie richtig angewandt wird und wie du mit einem Newsletter-Programm bereits ganz easy deine ersten Schritte machen kannst.

Was ist Marketing Automation?

Marketing Automation hilft dir, deine Leads entlang des Kaufprozesses zu identifizieren und zu pflegen. Dies geschieht mithilfe einer Software, die unter anderem aus einer Datenbank und einer CRM-Synchronisation besteht.

Dabei geht es darum, automatische aber personalisierte Nachrichten an Leads und Kunden zu versenden, um sie auf ihrem Weg vom Interesse bis hin zum Kauf zu begleiten. Die Idee ist, den Lead immer wieder an dich zu erinnern, auf dich aufmerksam zu machen und ihn so lange zu beschäftigen, bis er sich endgültig für den Kauf entscheidet.

Was ist ein Lead

Auf der Grafik siehst du ein Modell für den stereotypischen Kaufprozess. Zu Beginn muss eine Marke oder ein Produkt erst einmal dem potenziellen Käufer bekannt sein. Ist dies der Fall, wird er vielleicht vertrauter mit ihr und zieht ein Produkt zum Kauf in Betracht. Wenn die gesammelten Informationen überzeugend sind, folgt idealerweise der Kauf und ist die Erfahrung mit dem Produkt schlussendlich positiv, wird er vielleicht zu einem treuen Kunden.

Kaufprozess

Purchase Funnel (Mehr Infos hier)

Durch diesen Prozess soll der Lead also gesteuert werden, üblicherweise mithilfe eines entsprechenden Newsletter-Programms, wie z.B. Mailify.

Doch was genau ist das Ziel? Im Grunde soll der Nutzer zu einer ganz bestimmten Aktion veranlasst werden. Am Ende ist dies natürlich hoffentlich der Kauf.

Gründe für Marketing Automation

Circa 2% der Verkäufe entstammen dem Erstkontakt, doch nur 20% der Unternehmen nutzen die Möglichkeit, ihre Leads zu pflegen, womit 80% des Potentials verloren geht (mehr Informationen hier). Doch das muss nicht sein. Das E-Mail-Postfach ist voll mit Newslettern. Überall im Internet wird man mit Werbebannern bombardiert. Häufig nehmen wir diese Marketingmaßnahmen gar nicht mehr wahr, höchstens vielleicht als Hintergrundkulisse.

Die Möglichkeiten dank Digitalisierung sind enorm, aber auch enorm komplex und in den meisten Fällen fehlt die Optimierung. Es werden Newsletter an riesige Kontaktlisten verschickt, ohne eine Strategie dahinter erkennen zu können. Und dies ist ein fataler Fehler. Denn in der Masse gehst du unter. Indem ein Lead aber stets die Nachrichten erhält, die gerade passend zu seinen Fragen und Bedürfnissen sind, wächst das Vertrauen und er ist gewillter, das Produkt zu kaufen.

Neben dem Ziel, den Kunden zum Kauf zu führen, gibt es noch ein weiteres Ziel von Marketing Automation. Erinnern wir uns an die Assoziation vom Anfang. Marketing Automation soll dabei helfen, Marketing-Aufgaben effizienter zu gestalten. Denn unabhängig davon, dass der Lead hoffentlich zum Käufer wird, bleibt viel mehr Zeit für andere Dinge.

Aber ACHTUNG: Der schmale Grad zu Spam

Viele Marketer erkennen zwar, dass Marketing Automation eine sehr effektive Methode sein kann, sehen es jedoch als Allzwecklösung für Probleme. Sie lassen sich dazu verführen, Kontaktlisten zu kaufen und diese eins zu eins in ihr Newsletter-Programm zu importieren. Dadurch ist im ersten Moment zwar eine große Datenbank da, anhand der man Automation betreiben kann, langfristig wird dies jedoch kaum Erfolg bringen.

Schließlich geht es ja darum, interessierte Leads Stufe für Stufe durch den Kaufprozess zu führen, und nicht darum, jemanden zum Interesse zu zwingen. Außerdem ist der Kauf solcher Listen nicht empfehlenswert, da sie meistens dubiosen oder zwielichtigen Quellen entstammen. Genauer gesagt sind viele dieser Adressen meist nicht mehr gültig oder wurden sogar als Spamtrap oder Honeypot genutzt.

Wie zu Beginn erwähnt, bringen viele Leute Marketing Automation mit Spam in Verbindung.

Das Ziel von Automatisierung, so sehr es auch vielleicht dem Wort im ersten Moment widersprechen mag, ist es, zu personalisieren. Wenn die Kommunikation also zu aggressiv gestaltet wird, musst du mit Beschwerden oder Spam Markierungen rechnen.

„Dann haben wir eben ein paar Empfänger weniger“, denkst du dir jetzt? Das stimmt womöglich. Das vielleicht aber viel größere Problem ist, dass deine Senderreputation nach einer gewissen Anzahl an Markierungen als Spam leiden wird. Das kann zur Folge haben, dass deine Mailings von manchen E-Mail-Providern noch vor Erreichen der Postbox abgefangen werden und nie bei deinem Empfänger landen.

Wie funktioniert erfolgreiche Marketing-Automatisierung? B2C vs. B2B

Zunächst einmal musst du den Kaufprozess wirklich verstehen. Es muss klar sein, in welcher Phase der Kunde sich welche Fragen stellt, um ihm die passenden Antworten zu liefern. Des weiteren müssen wir zwischen B2B- und B2C-Kommunikation unterscheiden. Ein Online-Shopper, der nach einem Cashmere-Pullover sucht, möchte andere Informationen erhalten, als ein Mitarbeiter eines Unternehmens, der vielleicht auf der Suche nach neuen Lieferanten ist.

Im B2B-Bereich können wir davon ausgehen, dass jede Kaufentscheidung immer mit Bedacht getroffen wird. Bis es zum Kauf kommt, werden Alternativen abgewogen, Informationen beschaffen und alle Entscheidungen gut überlegt. Anders als bei Einzelpersonen gibt es in der Regel keine Impulskäufe. Daher ist die stetige Lieferung der entsprechenden Informationen essentiell und Marketing Automation eignet sich optimal im B2B-Segment. Es können ab einem gewissen Interesse auch Whitepaper, E-Books und dergleichen zur Verfügung gestellt werden (weiterführende Informationen gibt es hier).

Die Informationen, die der Lead erhält, variieren, je nachdem an welcher Stelle im Kaufentscheidungsprozess er sich gerade befindet. Der Interessent, der bis jetzt lediglich bei Google nach einem Cashmere-Pullover gesucht hat, hat ein anderes Interesse, als derjenige, der bereits einen Pullover in der engeren Auswahl und diesen vielleicht schon in seinem Warenkorb hat. Verlässt er den Prozess vor dem Kauf, kann ihm über das Newsletter-Programm beispielsweise eine Erinnerungsmail zugesandt werden.

Nordstrom Erinnerungsmail

Nordstrom Erinnerungsmail

Möglichkeiten der Automatisierung

Hier einige Ideen, wie du die ersten Schritte in Richtung Marketing-Automatisierung gehen kannst.

Retargeting

Eine beliebte und sehr bekannte Version der Marketing Automation ist das Retargeting. Wir alle kennen diese Methode von unseren täglichen Ausflügen ins Netz. Wir schauen uns ein Paar Schuhe an. Wechseln wir dann zu Facebook, werden uns hauptsächlich Banner mit diesem und ähnlichen Modellen angezeigt.

Kostenlose eBooks und Whitepaper

Für neue Besucher deiner Website gibt es darüber hinaus weitere Möglichkeiten. Im Grunde ist die Vielfalt an Methoden zur Lead-Generierung enorm. Überlege dir, was einem Neukunden beim Besuch deiner Seite helfen könnte. Biete doch beispielsweise als Möbelhaus einen PDF-Katalog mit Einrichtungstipps an und für den Download muss dein Lead seine E-Mail-Adresse angeben.

Banner- und Social Media-Marketing

Marketing-Automatisierung kann über diverse Formate funktionieren, zum Beispiel Banner- und Social Media-Marketing. Doch was wir manchmal vergessen – tatsächlich hat nach wie vor nicht jeder einen Social Media Account.

E-Mail-Marketing

Der Vorteil von E-Mail-Marketing ist, dass (nahezu) jeder eine E-Mail-Adresse besitzt und den Posteingang auch täglich checkt. Hast du einmal die Einwilligung des Leads, ihn per Mail zu kontaktieren, solltest du diese Möglichkeit auch nutzen. Der Schritt nach der Lead-Generierung nennt sich auch Lead-Pflege oder Lead Nurturing.

Nun kann du dich der vollen Bandbreite bedienen. Erinnere den Abbrecher auf deiner Website an den Urlaub, für den er sich interessiert hat, indem er Hotelfotos und Restaurant-Tipps zugeschickt bekommt. Du hast für die Anmeldung für deinen Newsletter einen Gutschein verschenkt, der Empfänger hat diesen aber noch nicht eingelöst? Dann erinnere ihn an diesen Gutschein. Vermutlich hat er ihn lediglich vergessen.

Foodspring Marketing-Automatisierung

Marketing Automation für Anfänger

Marketing Automation ist ein sehr komplexes Thema und du brauchst eine einigermaßen große und qualitativ hochwertige Datenbank, um das Ganze etablieren zu können. Nicht für jedes Unternehmen ist es in jeder Phase die richtige Entscheidung, auf Automatisierung zu setzen.

Du musst dich fragen, ob du die nötigen Ressourcen (Mitarbeiter, Software, Zeit etc.) hast. Denn auch, wenn Marketing Automation dir viel Arbeit abnehmen kann, zu Beginn musst du dennoch Zeit reinstecken bis es richtig ausgereift ist.

Wenn du noch nicht bereit für eine komplexe Automation bist, kannst du dich zu Beginn auch der Klassiker bedienen. Willkommensmails oder Geburtstagsglückwünsche (mit einem personalisierten Gutschein) sind mit einem Newsletter-Programm recht einfach einzurichten.

babymarkt.de Willkommensmail

Buyer Personas

Darüber hinaus kannst du Personas für deine Empfänger erstellen. Eine Persona ist eine Art Steckbrief mit konkreten Informationen über deinen (potenziellen) Kunden. Neben soziodemographischen Informationen sollten im Optimalfall auch solche über Kommunikations- und Kaufverhalten enthalten sein.

Du kannst deine Empfängerliste in verschiedene Cluster aufteilen und pro Gruppe eine solche Persona erstellen. Damit kannst du dann optimal segmentieren und automatisierte Kampagnen je Region, Alter, Geschlecht usw. erstellen. Auch das kannst du meistens bereits mit einem professionellen Newsletter-Programm erreichen.

Da dieses Thema so komplex ist, gibt es hier noch einmal die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

Marketing Automation Checkliste

Unique Selling Proposition

Alleinstellungsmerkmal: Die ultimative Anleitung, wie Sie Ihre USP finden

Der Unternehmenserfolg ist von vielen Faktoren abhängig: Ein gutes Produkt oder eine nützliche Dienstleistung, eine perfekte Online-Präsenz und zahlreiche Marketing-Maßnahmen – doch nichts davon ist so wichtig, wie eine klare „Unique Selling Proposition (USP)“ oder auf Deutsch gesagt ein Alleinstellungsmerkmal. Unternehmen, die sich von der Konkurrenz abheben, können sehr schnell sehr groß werden – doch der Weg zum Unique-Status ist kein leichter.

Fast jeder Unternehmer hat eine Vision davon, wie sich die eigene Firma in den nächsten Jahren entwickeln soll. Das klare Ziel: schnelles Wachstum. Doch bereits in den ersten Jahren kann sich dieser Traum schnell zum Alptraum entwickeln.

Das Problem ist dabei nicht die fehlende Aufmerksamkeit für das Produkt oder die Dienstleistung, sondern das fehlende Interesse. Ausschlaggebend dafür sind häufig fehlende Alleinstellungsmerkmale:

  • Wenn der Unternehmer nicht weiß, warum das eigene Produkt (im Vergleich zur Konkurrenz) besser ist, wird das auch der Kunde nicht wissen – und sich vielleicht für ein Konkurrenz-Produkt entscheiden.
  • Wenn der Unternehmer nicht weiß, was das eigene Produkt von der Konkurrenz unterscheidet, kann das auch der Kunde nicht wissen.
  • Wenn der Unternehmer ein Allround-Produkt entwickelt, das es so schon zuhauf gibt, ist der Markteintritt schwer – vor allem „die Großen“ des Business sind hier zu stark, als das ein kleineres Unternehmen hier den Kampf aufnehmen und ein Teil vom Kuchen abbekommen könnte.

Die Bestimmung der USP des eigenen Produktes und deren Promotion ist also ganz entscheidend für den Unternehmenserfolg. Verkrampfen sollte der Unternehmer dabei jedoch nicht, denn: Ein Alleinstellungsmerkmal muss Sinn machen – sonst bleiben die Kunden ebenfalls aus.

Einzigartig sein: Aber nur, wenn es Sinn macht

Ein Alleinstellungsmerkmal kann vieles bedeuten. Der Unternehmer sollte potenziellen Kunden ein Produkt anbieten, das sinnvoll ist und gleichzeitig ein bestimmtes Bedürfnis erfüllt, das bisher unbefriedigt blieb. Dabei muss das Rad nicht unbedingt neu erfunden werden. Auch Verbesserungen bestehender Produkte oder Dienstleistungen sind denkbar. Eine Marktanalyse ist deshalb ganz entscheidend, nur so findet der Unternehmer heraus, was die Kunden sich wünschen:

  • Welche ähnlichen Produkte oder Dienstleistungen gibt es bereits?
  • Was können bestehende Produkte leisten und wo gibt es Optimierungsbedarf?
  • Gibt es für die Optimierung wirklich einen Markt?

Im Idealfall ist man so einzigartig, dass das Problem der Konkurrenz entfällt. Unternehmer, die einen komplett neuen Markt beschreiten, müssen sich aber die Frage stellen, ob es für das eigene (neue) Produkt einen Käuferkreis gibt. Wer Eskimos einen Kühlschrank verkaufen möchte, ist definitiv unique – aber erfolgreich ist das Unternehmen deshalb noch lange nicht.

Auf drei Wegen zum echten Alleinstellungsmerkmal

Um die eigene USP zu finden, ist eine Marktanalyse also ganz entscheidend. Damit ist bereits ein wichtiger Schritt zum Alleinstellungsmerkmal getan. Nun gilt es jedoch, die tatsächliche USP zu entwickeln.

Vor allem übermotivierte Unternehmer neigen dazu, sich beziehungsweise die Unternehmung als Überflieger vorzustellen, als diejenigen, die die Besten sind – das mag zwar ein USP sein, diesen durchzusetzen (vor allem gegen die große Konkurrenz) ist jedoch häufig unmöglich. Entscheidend ist deshalb, andere Wege zu gehen. Drei davon sind die Folgenden:

Variante #1: Wenn Ihr Unternehmen nicht unique ist, sollte SIE unique sein

Manchmal muss es gar nicht die Unternehmung, das Produkt oder die Dienstleistung selbst sein, das als USP „genutzt“ wird – häufig können auch Sie selbst als Unternehmer ein Alleinstellungsmerkmal sein. Ihre Arbeit, Ihre Anstrengungen oder gar Ihre Persönlichkeit können Ihrer Firma einen ganz individuellen und einzigartigen Touch verleihen – einen Touch, den es nirgendwo anders gibt.

Entscheidend bei dieser Herangehensweise ist natürlich eine mitreißende Persönlichkeit, die potenziellen Kunden und Partner überzeugt. Wer das schafft, entwickelt eine USP, mit der kein anderes Unternehmen der Welt konkurrieren kann, denn Sie selbst sind nun mal einmalig. Steve Jobs beispielsweise ist jemand, der diese Form von USP genutzt hat, um Apple insbesondere in der Anfangszeit so groß zu machen, wie das Unternehmen heute ist.

Variante #2: Mix it up – Nehmen Sie Altbekanntes und erweitern Sie es um etwas Neues

Wie bereits erwähnt: Manchmal muss das Rad nicht neu erfunden werden, um einen USP zu entwickeln. Häufig gibt es bereits gut durchdachte Produkte, denen nur ein gewisser Feinschliff fehlt.

Häufig lässt sich dieser Feinschliff mit einem Mix aus verschiedenen Herangehensweisen entwickeln. Überlegen Sie dazu, worauf Ihr Kernprodukt abzielt und erweitern Sie es um sinnvolle Ergänzungen, beispielsweise die Integration einer „Social-Media-Komponente“, um Brand Awareness und Reichweite zu verstärken.

Variante #3: Nischenmarkt entdecken – werden Sie Spezialist

Ein großes Problem vieler Unternehmen: Das Produkt ist zu allgemein gefasst. So ist nicht nur die Zielgruppe sehr groß, sondern auch die Konkurrenz – vor allem kleinere oder mittelständische Unternehmen können sich hier sehr schnell verirren. Die Entwicklung einer Expertenstellung zu einem bestimmten Thema ist deshalb ein guter Weg zur Entwicklung der eigenen USP.

Dazu sollte das Thema so eng wie möglich eingegrenzt werden. Selbiges gilt auch für den Käufer- beziehungsweise Kundenkreis. Unternehmer, die auf Ihrem Gebiet zu Spezialisten werden, haben sehr viel weniger Konkurrenz und damit bessere Erfolgsaussichten.

Jede dieser drei Varianten ist ideal, um eine USP zu entwickeln – es muss nicht immer das beste Produkt sein, wichtiger ist es, einzigartig zu sein. Dennoch muss die Qualität natürlich stimmen, denn: Ein schlechtes Produkt mit USP ist noch längst kein Erfolgsgarant.

Erfolg auch ohne USP?

Die USP ist ein ganz entscheidender Erfolgsfaktor – doch was ist, wenn das Unternehmen, das Produkt oder die Dienstleistung keine USP besitzt? Ist Erfolg deshalb ausgeschlossen? Die Antwort darauf: Erfolg ist dennoch möglich, der große Durchbruch ist jedoch schwer.

Ist das Produkt bereits „fertig“, kann die nachträgliche Implementierung denkbar sein. Vor allem Variante #1 oder Variante #2 sind auch im Nachhinein noch eine Option. Es hängt natürlich von der jeweiligen Leistung ab, ob Modifizierungen möglich sind. Was es jedoch unbedingt zu vermeiden gilt:

Viele Unternehmer beschäftigen sich über Wochen oder Monate mit dem USP, nur um festzustellen, dass die Konkurrenz in der Zwischenzeit genau die USP(s) eingeführt hat, über die Sie nachgedacht haben. Schnelligkeit ist deshalb auch bei der Entwicklung einer USP entscheidend.

Hier finden Sie übrigens 10 gute Beispiele. Manche werden Sie überraschen, sie funktionieren jedoch alle auf ihre ganz eigene Weise. Besonders wichtig: Jede Branche kann aufregend gemacht werden.

Die USP hebt ein Produkt aus der Masse von Anbietern hervor und stellt sie auf ein Podest, das für Konkurrenz unerreichbar ist. Genau das ist das Ziel: Sich abheben, etwas anbieten, das es in der Form nicht gibt, Bedürfnisse stillen, die bisher unbefriedigt sind – das freut potenzielle Kunden und letztendlich auch den Unternehmer. Das Ziel einer erfolgreichen Unternehmung erreichen Gründer und Firmeninhaber deshalb vor allem mit der Entwicklung der USP – dem Grundstein für Erfolg.

Markenbildung Strategie

Branding: Erfolgreiche Markenbildung in 5 Schritten

Das Geheimrezept für eine erfolgreiche Unternehmung liegt darin begründet, das Unternehmen selbst zu einer Marke zu machen. Sucht der Kunde nach einer bestimmten Dienstleistung oder nach einem Produkt sollte sofort diese eine Firma in den Sinn kommen. Aber wie schafft es eine Unternehmung dorthin? Das Zauberwort lautet: „Branding“ bzw. Markenbildung – und zwar richtig.

Ein Unternehmer hat es nicht leicht: Die Konkurrenz ist hart. Der Markt noch härter. Und potenzielle Kunden wissen ganz genau, was sie wollen. Wer hier auf der Stelle tritt, hat schon verloren. Grundsätzlich gibt es nur drei Richtungen, in die sich ein Unternehmen entwickeln kann:

  • Das Unternehmen setzt von vornherein auf die falsche Strategie – und ist damit am Ende bevor, es überhaupt Fahrt aufnimmt.
  • Das Unternehmen ist eines von vielen – die Pleite bleibt aus, genau wie der große Erfolg.
  • Das Unternehmen bricht mit konventionellen Methoden und geht neue Wege – eine neue Marke ist geboren.

Ganz klar: Weg #3 ist der, den jeder Unternehmer anstreben sollte. Es geht darum, neue Wege zu gehen, Altbekanntes neu zu betrachten, es weiterzuentwickeln und sich mit neuen Ideen, einen Namen zu machen – das ist Branding, die Entstehung einer Marke. Leider ist das nicht immer so einfach, denn die Markenbildung ist eine Menge Arbeit.

3 Wege, wie Branding nicht funktioniert

Zugegeben: Auf Pfaden zu wandeln, die andere schon breit getreten haben, ist gemütlich. Die Zutaten dafür sind schon vorhanden, denn die Konkurrenz macht es vor – die Frage, die sich hier stellt, ist „braucht der Kunde wirklich noch ein Unternehmen, das genau das tut, was andere schon seit Jahren tun?“.

Warum sollte der Kunde ausgerechnet mein Produkt kaufen? Was macht mich besser? Die Antwort: eigentlich nichts. Und damit beginnt die Misere: Das Unternehmen geht in der grauen Masse unter – hüten Sie sich also davor, zu einem der folgenden „Unternehmer-Typen“ zu werden:

#1: „Die Klischee-Schleuder“

Der Kunde ist schlau und erkennt sofort, wenn das, was Sie über Ihre Marke erzählen, nichts als reine Klischees sind – wenn alles nur „awesome“ und „brillant“, „innovativ“ und „unique“ ist, heißt das noch gar nichts. Die Fakten entscheiden, Klischees braucht niemand. Auch nicht der Kunde.

#2: Der „Copycat“

„Wenn Unternehmen X mit dem, was sie tun erfolgreich ist, dann kann ich das auch“ – leider falsch. Wer andere kopiert ist nicht neu, nicht anders. Und warum sollte man jemandem Aufmerksamkeit schenken, der genau das tut, was andere auch tun? Ihre potenziellen Kunden beeindruckt das jedenfalls nicht.

#3: Der „Mama-knows-best-Unternehmer“

Freunde oder Familie können eine erste Anlaufstelle sein, um zu erfragen, ob die Idee einer Unternehmung Früchte tragen kann. Aber reicht das? Sind diese Meinungen wirklich „echt“? Würde Ihre Mutter es Ihnen sagen, wenn Ihre Idee absolut daneben wäre? Mütter, Väter und gute Freunde sind wertvolle Unterstützer, aber sie eignen sich nicht dazu, Marktforschung zu betreiben.

Diese drei Unternehmer werden es nie schaffen, eine Marke aufzubauen, die Menschen nicht egal ist. Sind diese Stolpersteine verinnerlicht, kann der Unternehmer dazu übergehen, die Marke aufzubauen – und zwar in fünf Schritten.

Fünf Schritte zur Markenbildung

Wie Branding nicht funktioniert haben Sie im ersten Teil dieses Artikels erfahren. Konnten Sie sich darin wiederfinden, ist noch nicht aller Tage Abend – denn es gibt ein kleines Licht am Ende des Tunnels. Dort finden Sie sie: Ihre Marke.

Um aus dem Dunkeln hervorzutreten, brauchen Sie nur wenige Schritte gehen – genau genommen fünf Schritte, die mit einer sehr genauen Analyse Ihrer Unternehmung, Ihrer Produkte und Dienstleistungen und damit Ihrer Marke einhergehen:

Schritt 1: Think big!

Mit einer Vision fängt alles an. Wer eine Marke aufbauen will, muss in großen Dimensionen denken. Verabschieden Sie sich vom „kleine Brötchen backen“ und stellen Sie den Schalter auf Turbo. Nur wenn Sie an Ihr Unternehmen glauben, tut es auch Ihre Kundschaft.

Diesen Schalter umzulegen ist nicht immer ganz einfach. Deshalb sollten Sie sich Notizen machen. Schreiben Sie auf, wie Sie groß, größer, am größten werden und Ihre Konkurrenz hinter sich lassen können.

Schritt 2: Seien Sie unabhängig

Kleine Unternehmungen haben hier einen entscheidenden Vorteil: Entscheidungen können schnell und unabhängig von irgendwelchen Gremien oder einem Komitee getroffen werden. Ein schlanker Entscheidungsweg ist wichtig, um Neuerungen schneller oder überhaupt durchzubringen.

Die Zeit, die damit verbracht wird, die Idee in der eigenen Unternehmung durchzubringen, sollte lieber damit verbracht werden, um Kunden davon zu überzeugen. Wege, die an kraftraubenden Gremien vorführen, sind also ganz entscheidend für die Markenbildung.

Schritt 3: Seien Sie anders

Ein ganz entscheidender Schritt, denn nur, wer anders ist, ist auch erfolgreich. Denken Sie in verschiedene Richtungen und vor allem unkonventionell – die Menschen lieben Neues. Suchen Sie sich Nischen und schreiben Sie sich zumindest drei Dinge auf, die Sie von Ihrer Konkurrenz unterscheiden sollten. Dann klappt es auch mit dem Branding.

Schritt 4: Seien Sie nicht der „Katzen-Video-Typ“

Promotion für Ihre Marke ist ganz entscheidend. Doch nicht jede Maßnahme ist zielführend – zumindest nicht auf den ersten Blick. Viele Unternehmen spingen auf den berühmt-berüchtigten Katzen-Video-Zug auf. Das bringt Ihnen viele Klicks und Likes – Herzlichen Glückwunsch, Sie sind nun das Unternehmen, das immer die lustigen Katzen-Videos auf Facebook und YouTube einstellt. Aber was Sie eigentlich tun, das weiß niemand.

Schreiben Sie sich auf, welche Promo-Aktionen wirklich zur Etablierung Ihrer Marke führen – und streichen Sie alles, was sich in Ihrem Kopf „lustig“, „niedlich“ oder „dämlich“ anhört und nichts mit Ihrer Marke zu tun hat.

Schritt 5: Seien Sie schnell und agieren sie proaktiv

Dank Internet und sozialen Medien verbreiten sich Neuigkeiten wie ein Lauffeuer. Wer hier schnell reagiert, kann Ereignisse zu seinen Gunsten nutzen. Für die Markenbildung ist deshalb eine möglichst kurze Reaktionszeit erforderlich. Wer proaktiv agiert, ist sogar noch besser aufgestellt, denn Trends „vorauszusagen“, macht Ihr Unternehmen zum Vorreiter – und zu einer Marke.

Branding ist ein heißes Thema, wenn es um den Unternehmenserfolg geht. Es reicht nicht, sich hinter den Großen zu verstecken – die Unternehmung muss selbst groß sein oder es werden. Die vorgestellten fünf Schritte führen an die Markenbildung heran und zeigen, welche Strategien zum Erfolg führen. Der Weg ist lang – wenn das Branding allerding erfolgreich war, liegt endlich eine Marke vor, die die Menschen interessiert. Und das wird sich vor allem in den Unternehmenskennzahlen wiederspiegeln.

Infografiken selber erstellen

Infografik selbst erstellen: 5 mächtige Werkzeuge

Zahlen, Daten und Fakten sind langweilig – bis vor einigen Jahren würden wohl 9 von 10 Menschen dieser Meinung zu stimmen. Das hat sich mit den beliebten Infografiken aber schlagartig geändert. Die Aufbereitung von Statistiken ist auf einmal „in“ und kann sich dank sozialer Netzwerke, wie Facebook und Co. sogar zu einem viralen Lauffeuer entwickeln. Für die Entwicklung solcher Infografiken gibt es mittlerweile verschiedene Tools, die auch für Nicht-Designer geeignet sind.

Das Auge isst mit, das war schon immer so. Kein Wunder, dass langweilige Statistiken, Diagramme und Tabellen wenig Enthusiasmus hervorriefen. Infografiken gehen hier einen anderen Weg: Sie kombinieren statistische Daten mit ansprechendem Design und schaffen damit endlich eine Möglichkeit, um (potenzielle) Kunden nicht zu langweilen, sondern zu begeistern. Dafür muss die Infografik aber einiges mitbringen:

  • Korrekte Daten, Zahlen und Fakten
  • Ein ansprechendes Design
  • Die Möglichkeit, die Infografik (viral) weiterzuverbreiten.

Alles unter einen Hut zu bringen ist nicht immer einfach und war bis vor Kurzem noch mit erheblichen Kosten verbunden. Diese Kosten lohnen zwar, sind aber vor allem von kleinen und mittelständischen Unternehmen nicht zu stemmen.

Die neuen kostenlosen oder zumindest preisgünstigen Infografik-Plattformen, die dem Nutzer nun verschiedene Werkzeuge in die Hand geben, um eigene Infografiken zu basteln, sind deshalb. Die folgenden fünf Infografik-Tools gehören dabei zu den Besten.

Fünf Infografik-Tools für Statistiken, die begeistern

Kleine und mittelständische Unternehmen haben mit den zahlreichen Infografik-Tools die Möglichkeit Ihre Daten ansprechend aufzubereiten, ohne einen Designer beschäftigen zu müssen. Diese kommen zwar nicht ganz an individuelle erstellte Infografiken heran, zeigen aber, dass es nicht immer ein prall gefülltes Portmonee braucht, um in diesen Markt vorzustoßen:

Infogr.am

http://infogr.am/

Infogr.am ist unser Favorit. Es ist komplett kostenlos und gibt dem Nutzer mächtige Tools in die Hand, die zur ersten eigenen Infografik führen, ohne auch nur einen Cent auszugeben. Alles, was die Infografik benötigt, ist ein wenig Einarbeitungszeit, Daten und Spaß an der Sache. Zu den Funktionen von Infogr.am gehören:

  • Mehr als 30 verschiedene Diagrammtypen
  • Ein eingebautes Tabellen-Programm; der Nutzer kann aber auch XLS beziehungsweise XLSX und CSV-Dateien aus Microsoft Excel importieren.
  • Downloadmöglichkeit der finalen Infografik als PDF oder PNG
  • Sharen der Infografik auf Twitter, Pinterest und Facebook
  • Verschlüsseln der Infografik per Passwort.
  • Einbindung der Infografik in einer Webseite.

InfoActive

https://infoactive.co/

InfoActive ist das wohl innovativste Infografik-Tool dieser Liste. Denn die Fertigstellung der Grafik ist erst der Anfang: Die Daten können „live“ verändert werden – im Hinblick darauf, dass Daten sich von heute auf morgen schlagartig ändern können, ist das ein wunderbares Feature. Zwar ist InfoActive noch in der Beta-Phase, die Funktionen können trotzdem überzeugen:

  • InfoActive ist kostenlos.
  • Die Infografiken sind responsive und passen sich deshalb der Bildschirmgröße des Betrachters an.
  • Die Infografiken sind interaktiv.
  • Eine Share-Funktion ist ebenfalls eingebaut.

Piktochart

http://piktochart.com/

Piktochart kommt mit einem starken WYSIWYG-Editor daher, der den Zeitaufwand der Erstellung einer Infografik auf ein Minimum reduziert – das kostet allerdings auch 29 US-Dollar im Monat. Dafür bekommt der Nutzer jedoch eine Menge geboten:

  • Mehr als 100 Themes stehen zur Auswahl.
  • Der Editor ist leicht und angenehm zu bedienen.
  • Die Infografiken können über soziale Netzwerke geshared werden.
  • Die Infografiken können in Webseiten eingebettet werden.
  • Die Infografiken können als printfähige PDFs und PNGs heruntergeladen werden.

Easel.ly

http://www.easel.ly/

Ebenfalls in der Beta-Phase befindet sich Easel.ly. Hier findet der Nutzer einen tollen Editor, der die Nutzung von Objekten per Drag & Drop-Prinzip ermöglicht:

  • Easel.ly ist kostenlos.
  • Noch stehen nur 10 Themes zur Auswahl.
  • Objekte, die in die Infografiken eingefügt werden stammen aus verschiedenen Kategorien, wie Menschen, Tiere, Icons oder Natur.
  • Infografiken können über soziale Netzwerke geshared und auf Webseiten eingebettet werden.

Many Eyes V2

http://www-958.ibm.com/software/analytics/manyeyes/

Ein klassisches Infografik-Tool ist Many Eyes V2 zwar nicht, dennoch kann es für die Aufbereitung von Daten interessant sein. Hier werden die Fakten in verschiedenen Formen „visualisiert“ statt in einer Infografik aufbereitet. Für eine schnelle anschauliche Präsentation der Daten ist das aber manchmal gar nicht so schlecht – zudem ist Many Eyes V2 kostenlos.

Wer es schafft Zahlen und Daten anschaulich aufzubereiten, der kann damit nicht nur Gleichgesinnte aus derselben Branche überraschen, sondern dies auch als Kommunikationselement mit den eigenen Kunden nutzen. Die fünf vorgestellten Tools helfen Unternehmen mit kleinem Budget dabei, ein Stück vom Infografik-Kuchen abzuschneiden und so die Kraft der Infografiken für die eigenen Unternehmenszwecke zu nutzen.

Empfehlungsmarketing

Empfehlungsmarketing: Der ultimative Guide

Kundenempfehlungen gehören zu den Grundpfeilern jeder Akquise-Strategie – zumindest sollten sie das. Viele Unternehmen überlassen sie jedoch immer noch dem Zufall. Ein großer Fehler, denn Empfehlungsmarketing kann dazu führen, dass die Anzahl der Anfragen explodiert. Grund genug also, sich dem Thema ein wenig näher auseinanderzusetzen.

Empfehlungsmarketing, also das Management von Kundenempfehlungen, gehört zu den effektivsten Methoden, um das eigene Auftragsvolumen zu erhöhen, denn: Die Empfehlung eines Freundes, von Bekannten und Kollegen – also Menschen, die man persönlich kennt – trägt ganz entscheidend zur Auswahl einer Dienstleistung oder eines Produkts bei:

  • Menschen vertrauen der Empfehlung eines Bekannten eher als den Aussagen eines Unternehmens.
  • Anfragen oder Käufe finden sehr viel eher statt, wenn Menschen aus dem Bekanntenkreis, den Verkäufer weiterempfehlen.
  • Menschen empfehlen jedoch nicht immer automatisch weiter – manchmal brauchen sie ein wenig „Nachhilfe“.

Empfehlungen kommen meist nur dann zustande, wenn explizit nach einer Empfehlung gefragt wird – und dann muss sich der Gefragte auch noch an das jeweilige Unternehmen erinnern. Unternehmen, die Empfehlungsmarketing betreiben, um die Empfehlungsrate zu erhöhen, können also gleich doppelt gewinnen:

  • Das Unternehmen wird auf Nachfragen weiterempfohlen, weil der Kunde sich besser erinnert.
  • Das Unternehmen wird auch ohne Nachfragen weiterempfohlen, weil effektives Empfehlungsmarketing betrieben wird.

So wird schnell klar, dass Empfehlungsmarketing spätestens jetzt zu einem festen Bestandteil der Unternehmens- und Akquise-Strategie werden sollte. Hierfür gibt es einige Voraussetzungen, die effektives Empfehlungsmarketing begünstigen.

Die wichtigste Regel des Empfehlungsmarketings

Seien Sie empfehlenswert

Menschen, die eine Empfehlung aussprechen, setzen sich für ein Unternehmen ein – und damit „riskieren“ sie ihre eigene Reputation und Glaubwürdigkeit, um es ein wenig überspitzt zu formulieren. Mit der Empfehlung legen sie Ihren Bekannten, Freunden und Kollegen eine Dienstleistung oder ein Produkt ans Herz.

Wird der Empfehlungsempfänger enttäuscht, könnte er dafür denjenigen verantwortlich machen, der das jeweilige Unternehmen empfohlen hat. Im Umkehrschluss bedeutet das: Menschen empfehlen nur weiter, wenn Sie von der Qualität überzeugt sind – und das führt zur wichtigsten Regel des Empfehlungsmarketing:

Seien Sie der Beste.

Die Qualität Ihrer Produkte oder Dienstleistungen ist der Grundpfeiler für jede Maßnahme des Empfehlungsmarketings. Sind Ihre Erzeugnisse von schlechter Qualität, wird keine Kunde eine Empfehlung aussprechen – warum auch, denn er war selbst nicht zufrieden. Sind Ihre bestehenden Kunden zufrieden, ist das also die beste Voraussetzung für erfolgreiches Empfehlungsmarketing.

Empfehlungsmarketing klassisch – Werden Sie offline aktiv

Um zu verstehen, wie Empfehlungsmarketing am besten funktioniert, empfiehlt es sich zuerst einmal den ganz klassischen Weg zu gehen. Das bedeutet also: Sprechen Sie mit den Menschen und nutzen Sie diese Möglichkeit, um sich weiterempfehlen zu lassen beziehungsweise Informationen darüber zu sammeln, wie, wann und weshalb jemand Sie weiterempfehlen würde. Grundsätzlich haben Sie dafür verschiedene Möglichkeiten:

Führen Sie Gespräche zum Thema „Empfehlen“

Unternehmer, die es schaffen in Gesprächen auf das Thema Empfehlen zu schwenken, können automatisch Empfehlungen abgreifen – Sätze wie „Kennen Sie jemanden, für den unser Angebot interessant ist“ funktionieren wunderbar. Entweder Ihr Gesprächspartner empfiehlt Sie direkt weiter oder Sie erhalten einen wichtigen Kontakt – beides ist viel wert.

Bitten Sie Kunden aktiv um Empfehlungen

Dies ist keinesfalls ein Zeichen von Verzweiflung – im Gegenteil: Sie zeigen, dass Sie von Ihrer Arbeit überzeugt sind. Das zeugt von Selbstbewusstsein und Verständnis für die eigene Qualität – Kunden, die aktiv darauf angesprochen weiterzuempfehlen, tun dies in den meisten Fällen auch.

Die „zwei-statt-eins-Methode“

Diese „Technik“ lässt sich in vielen verschiedenen Situationen anwenden, um nicht nur den aktuellen Gesprächspartner anzusprechen, sondern auch Menschen in seinem unmittelbaren Umfeld: Verteilen Sie beispielsweise zwei Visitenkarten mit dem Hinweis, dass die Zweite gerne weitergegeben werden kann, oder verschicken Sie statt eines Gutscheins gleich zwei – geteilte Freude ist bekanntlich doppelte Freude.

Die „Best-Practice-Methode“

Bestimmt gibt es die eine oder andere Erfolgsgeschichte, die auf Ihre Dienstleistungen oder Produkte zurückzuführen ist. Erzählen Sie davon – und schließen Sie damit ab, dass dieser Kunde durch eine Empfehlung zu Ihnen kam. Das bleibt unbewusst im Gedächtnis und die Empfehlungsrate steigt weiter.

Schauen Sie über den Tellerrand hinaus – und überraschen Sie

Manchmal braucht es unkonventionelle Mittel, um im Gespräch zu bleiben. Wer eine Empfehlung ausspricht und dabei nicht nur über das eigentliche Angebot, sondern auch die eine oder andere nette „Zusatzaktion“ erwähnen kann, hat mehr Gesprächsstoff – die Empfehlung wird so noch ein Stück intensiver.

Machen Sie Kunden zu Werbeboten

Mit kleinen smarten Aufklebern mit Ihrem Logo oder Slogan, Kugelschreiber oder Ansteckpins, machen Sie Kunden zu „Empfehlern“, denn die Nutzung dieser Werbematerialien wirkt wie ein unbewusstes Testimonial.

Empfehlungsmarketing im Netz – so steigern Sie Ihre Weiterempfehlungsrate online

Die Maßnahmen des Empfehlungsmarketings, die offline ergriffen wurden, sollten die Empfehlungsrate bis hierhin schon maßgeblich gesteigert haben. Allerdings ist damit nur die Hälfte des Potenzials ausgeschöpft –im Internet lässt sich das Empfehlungsmarketing perfektionieren.

Bieten Sie kostenlosen informativen Content

Branchenspezifische Fachbeiträge festigen Ihre Expertenstellung. Dazu können Sie beispielsweise informative Artikel verfassen und diese in Ihrem Blog veröffentlichen oder sich damit an Fachportale wenden, um dort ebenfalls eine Veröffentlichung anzustreben. Hochwertiger Content wird gerne weiterverteilt – eine klare Empfehlung für Ihr Unternehmen.

Social Media als Empfehlungsmarketing-Tool

Ähnlich wie der Punkt zuvor sind aktive Social Media Präsenzen bei Facebook, Google+ oder Twitter, auf denen Sie informative Beiträge posten können, ein wunderbares Mittel, um die eigenen Beiträge weiterverbreiten zu lassen. Die Dynamik des Social Webs lässt sich also auch ideal als Channel für das Empfehlungsmarketing nutzen.

Social Web Empfehlungen und Testimonials

Auch im Social Web haben Sie die Möglichkeit Ihre Kunden dazu einzuladen, Sie weiterzuempfehlen – idealerweise mit Content, der direkt aus der Kunden-Feder stammt. Diesen können Sie auf Ihrer Facebook-Fanpage veröffentlichen oder als Blogartikel hochladen. Auch Testimonials, die eine Zusammenfassung der Zusammenarbeit beschreiben, können Sie auf Ihrer Webseite zugänglich machen, um so auch Andere von der Qualität Ihrer Arbeit zu überzeugen.

Projekte und Referenzen veröffentlichen

Besonders erfolgreiche Projekte können unter den eigenen Referenzen auf der Webseite veröffentlicht werden, um so die erfolgreiche Zusammenarbeit mit bestehenden Kunden anzupreisen. Auch die Veröffentlichung einer Pressemitteilung könnte infrage kommen – wird diese dann auch von Fachmedien veröffentlicht, ist das die wohl beste Empfehlung für Ihre Unternehmung.

Die Kombination aus Offline- und Online-Maßnahmen für das Empfehlungsmarketing bestimmt letztendlich über Erfolg oder Misserfolg. Wichtig ist dabei, den Erfolg der einzelnen Maßnahmen immer wieder zu evaluieren und die Strategie gegebenenfalls anzupassen, denn: Manche Aktionen sind erfolgreicher als andere. Konzentrieren Sie sich auf genau diese, dann wird die Empfehlungsrate stetig steigen – genau wie Ihr Auftragsvolumen.

User Experience

Gib dem User, was er sucht oder stirb!

Mit der Etablierung des Internets und den Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, wenden sich viele Unternehmen von klassischen Marketingmaßnahmen ab und nutzen immer mehr das sogenannte Internet Marketing, bei dem die Suchmaschinenoptimierung, kurz SEO, eine große Rolle spielt. Seit Kurzem sind SEO-Profis und Webseitenbetreiber dabei vor allem einer neuen Herausforderung ausgesetzt: Die Zufriedenheit der Nutzer mit den präsentierten Suchergebnissen lässt Google neue Maßnahmen und Kennzahlen heranziehen, die nur noch wenig mit „herkömmlicher“ SEO zu tun haben.

Zahlen sind alles, was zählt – das gilt vor allem für Unternehmer. Nur, wenn die Unternehmung gute Zahlen präsentieren kann, lohnt sich die Aufrechterhaltung. Kundenzuwächse, Umsatzzahlen, hohe Gewinne – all das ist entscheidend, weshalb die Optimierung dieser Zahlen immer Vorrang hat und immer neue Wege gesucht werden, um diese Optimierung voranzutreiben. Eine optimale SEO-Strategie ist dafür ein ganz ausschlaggebender Faktor.

Allerdings sind bisherige SEO-Maßnahmen, die sich rein auf die Optimierung innerhalb der natürlichen Suchergebnisse konzentrieren, nicht mehr ausreichend. Denn Google verfolgt mit seinem Such-Algorithmus und dessen laufender Optimierung vor allem einen Zweck: Die Zufriedenheit der Nutzer mit den Suchergebnissen – und daraus ergibt sich ein Problem für Webseitenbetreiber:

  • Herkömmliche SEO reicht nicht mehr aus.
  • Die Aktionen der User wirken auch auf das Ranking ein.
  • Webseiten-Content und sogar das Aussehen der Webseiten wirkt sich auf das Ranking aus.

Vor allem der letzte Punkt könnte hier Verwirrung auslösen: „War das nicht schon immer so“, könnten Sie sich fragen. Die Antwort ist gleichzeitig ja und nein, denn hierbei geht es nicht um Keyword-optimierten Content, der dazu beiträgt, die Themenrelevanz zu erhöhen, sondern um Suchanfragen-abhängigen Content, der das präsentiert, was die Nutzer suchen.

So testet Google Qualität

Google ist darin bestrebt, die Suchergebnisse auf die Nutzerbedürfnisse zu optimieren. Dabei spielt die Themenrelevanz der jeweiligen Webseite natürlich eine ganz entscheidende Rolle. Da die Inhalte selbst jedoch nicht durch den Google-Algorithmus ausgewertet werden können, zieht Google einen weiteren Indikator heran: die Zufriedenheit der User.

Hierfür werden die Suchergebnisse regelmäßig durchgemischt. Nutzer A bekommt so Domain A an erster Stelle angezeigt, während bei Nutzer B Domain B auf Position 1 sieht. Gemessen werden dann nicht etwa die Klickzahlen – Google nutzt die Kennziffer der sogenannten „Shortclicks“, um Nutzeranfragen und die präsentierten Suchergebnisse zu bewerten. Shortclicks bezeichnen folgendes Phänomen:

  • Der Nutzer gibt einen Begriff in die Google Suche ein.
  • Daraufhin wirft Google verschiedene Suchergebnisse aus.
  • Der User klickt nun ein Ergebnis an.
  • In wenigen Sekunden entscheidet der Nutzer, dass diese Webseite nicht relevant ist, beispielsweise weil sie nicht wirklich das bietet, was er sucht, und verlässt die Seite wieder.

Dieser minimale Zeitraum zwischen Anklicken und Verlassen der Seite (ohne sich weitere Unterseiten anzuschauen), beschreibt einen sogenannten Shortclick. Als Webseitenbetreiber bleiben Ihnen also nur wenige Sekunden, um zu überzeugen. Schaffen Sie das nicht, haben Sie einen weiteren Shortclick auf Ihrem Konto – und dieser ist Gift für das Ranking, unabhängig davon, wie gut alle anderen SEO-Maßnahmen sind.

Zufriedenheit erhöhen: Shortclicks vermeiden

Google ordnet die Userzufriedenheit als den entscheidenden Faktor für die Suchergebnisaufstellung ein und zieht für die Bewertung die Kennziffer der Shortclicks heran. Für Sie als Webseitenbetreiber bedeutet das also, dass die Zufriedenheit der Besucher ebenfalls in Ihre SEO-Strategie mitaufgenommen werden muss, um Ihr Ranking positiv zu beeinflussen – jeder Shortclick, den Sie vermeiden können, ist ein Gewinn für Ihre SEO-Bemühungen.

Für die entsprechenden Maßnahmen ist ein Punkt essentiell: Die Suche beziehungsweise die Entscheidung, ob eine Webseite das bietet, was der Nutzer sucht, wird nicht nur in wenigen Sekunden(-Bruchteilen), sondern auch unbewusst entschieden. Das bedeutet, dass nicht nur der Content selbst, sondern auch „das erste Gefühl“ entscheidend ist. Darauf aufbauend sollten Sie Ihre Maßnahmen planen.

Unterschied zwischen „was der User sucht“ und „was der User findet“

Zeit ist kostbar – das gilt auch für User, die eine Google Suche starten. Letztendlich ist also jeder Klick zu viel nervenaufreibend und jede Sekunde auf einer Webseite, die nicht das bietet, was der Suchende sucht, vergeudete Zeit. Das bedeutet für den Webseitenbetreiber wiederrum, dass er sicherstellen sollte, dass die Sucheingabe auch zum Thema der Webseite passt. Ein Beispiel:

  • Die Sucheingabe eines Nutzers lautet „Armbanduhr kaufen“
  • Domain A auf Platz 1 der Suchergebnisse wird angeklickt.
  • Domain A zeigt aber nur einen (informativen) Text mit Tipps zu Armbanduhren – keine Kaufmöglichkeit
  • Der User verlässt Domain A.

Dies ist ein typisches Beispiel für einen Shortclick. Der User ist auf der Suche nach einem Shop – nicht nach einem schönen informativen Text zum Thema „Was man beim Armbanduhren-Kauf beachten sollte“. Das Verlassen der Seite geschieht dabei, ohne nachzudenken und in wenigen (Milli-)Sekunden.

Vor allem bei allgemeinen Suchanfragen – für unser Beispiel wäre hier die Suchanfrage „Uhr“ passend – spielt auch die Suchintention eine Rolle. Was sucht der Nutzer genau, wenn er „Uhr“ eingibt? Informationen? Einen Shop? Die aktuelle Uhrzeit? Darüber sollten Sie sich als Webseitenbetreiber Gedanken machen – und dementsprechend alle Suchintentionen ideal abdecken. Nicht Content ist King, sondern User entscheiden, was hochwertig ist.

Das Auge isst mit: Professionalität ist (auch) eine Frage des Designs

Jeder Webseitenbesuch muss auch etwas für das Auge bieten. Ein altbackendes Design ist in manchen Fällen abschreckend und kann für den User gleichbedeutend mit „nicht relevant“ sein. Dabei geht aber nicht nur darum, dass die Webseite „gut aussieht“, sondern vor allem um bestimmte Merkmale, die jeder Internetnutzer mit Qualität gleichsetzt, weil Sie von großen Onlinemedien auf eine bestimmte Art und Weise umgesetzt und präsentiert werden, beispielsweise:

  • Das Logo sitzt oben links.
  • Die Navigation befindet sich horizontal über dem Content.
  • Text-Inhalte sind durch Autor (beziehungsweise dessen Kürzel), Datum und Uhrzeit gekennzeichnet und mit Zwischenüberschriften formatiert.
  • Bilder sind durch Quellenangabe und Bildunterschrift ergänzt.

Webseiten, die von diesen Merkmalen abweichen, könnten als qualitativ minderwertig gewertet werden – die Folge: ein Shortclick, auch wenn der Inhalt vielleicht durchaus hochwertig ist. Ein ansprechendes und hochwertiges Design ist insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass Google zusätzlich manuelle Bewertungen von Google Mitarbeitern zurate zieht, ein ganz entscheidendes Qualitätskriterium – denn auch die Google-Mitarbeiter sind „nur“ Menschen.

Fällt der erste Eindruck positiv aus, widmet sich der Besucher den eigentlichen Inhalten. Allerdings nur, wenn die Seitenladezeit Ihnen keinen Schritt durch die Rechnung macht, denn: je länger die Seite lädt, desto eher klickt der Suchende auf den „Zurück-Button“, der wieder zu den Suchergebnissen führt.

Shortclicks sind der Todfeind jedes Google Rankings. Neben den Maßnahmen der eigentlichen SEO-Strategie sind also Maßnahmen für eine Maximierung der Seitenbesuchsdauer und der Reduzierung von Shortclicks ganz entscheidend für den Erfolg. Versetzen Sie sich dabei immer in die Lage Ihrer Besucher und stellen Sie sich dabei die Frage: Finde ich auf meiner Webseite wirklich das, was der erste Eindruck vermittelt?