Reconsideration Request

Erfolgreicher Reconsideration Request, aber wie?

Google ist die Suchmaschine schlechthin. Über keine andere Suchmaschine oder Webseite erfolgen so viele Zugriffe auf die eigene Webseite – erfolgreiche SEO-Maßnahmen vorausgesetzt. Allerdings sollte der Webseiten-Betreiber es hier nicht übertreiben. Denn wenn von Heute auf Morgen die Zugriffszahlen einbrechen, kann das nur eins bedeuten: Die Webseite ist aufgrund unerlaubter SEO-Maßnahmen abgestraft worden oder sogar aus dem Google-Index geflogen. Guter Rat ist jetzt teuer. Der einzige Ausweg ist nun ein sogenannter „Reconsideration Request“. Doch nicht immer ist dieser erfolgreich.

Als Webseitenbetreiber ist man auf den Traffic, der von Suchmaschinen, allen voran Google, kommt, angewiesen. Die SEO-Strategie ist also darauf ausgelegt, zu bestimmten Keywords in den Suchmaschinen-Ergebnisseiten, kurz „SERPS“, ganz vorne zu landen. Wer hier allerdings auf unerlaubte Maßnahmen setzt, ist nur kurzfristig erfolgreich. Denn Google prüft, ob derartige Maßnahmen genutzt werden, und bestraft dieses Vorgehen rigoros:

  • Die Webseite wird in den Suchergebnissen herabgestuft.
  • Die Webseite wird komplett aus dem Google-Index entfernt.

Um diese manuellen Bestrafungen wieder rückgängig zu machen, muss ein Reconsideration Request gestellt werden. Dieser ist allerdings nur erfolgreich, wenn die bemängelten Punkte, behoben wurden.

Vor dem Reconsideration Request: Aufräumen!

Sollte es bereits zu einer Google Abstrafung gekommen sein – vor allem nach dem Penguin-Update mussten einige Webseiten-Betreiber Traffic-Einbrüche verzeichnen – muss die komplette Webseiten- und vor allem SEO-Strategie überarbeitet werden. Oft ist klar, warum es zu einer Abstrafung gekommen ist: unerlaubte SEO-Maßnahmen, beispielsweise:

Dies sind Aktivitäten, die Google (unter anderem) abstraft. Nach einer Abstrafung und vor allem vor einem Reconsideration Request sollten diese Dinge abgestellt und rückgängig gemacht werden. Für den Webseitenbetreiber bedeutet das, dass verschiedene Maßnahmen ergriffen werden müssen, beispielsweise:

  • Keywordnutzung reduzieren
  • Gekaufte Links sollten entfernt oder auf „nofollow“ gesetzt werden.
  • Toxische Links entwerten

Alle möglichen Punkte, die eine Abstrafung zur Folge gehabt haben könnten, müssen beseitigt werden. Ist das passiert, kann der RR gestellt werden. Um hier möglichst erfolgreich zu sein, gilt es einige besondere Punkte zu beachten. Zuerst aber…

Wann sollte ich auf einen Reconsideration Request verzichten?

Ganz wichtig: Nicht immer hilft ein Reconsideration Request. Nur manuelle Abstrafungen können so behoben werden. Ob Google eine manuelle Abstrafung Ihrer Seite eingeleitet hat, sehen Sie in den Google Webmaster Tools unter Suchanfragen > Manuelle Maßnahmen.

Ist die Abstrafung algorithmischer Natur z.B. Google Penguin, muss zwar auch alles aufgeräumt werden, aber ein RR nutzt nichts. In diesem Fall heißt es abwarten bis der Google Algorythmus Ihre Webseite neu beurteilt hat (und beten).

Reconsideration Request richtig stellen

Ist die Webseite auf die Google Guidelines abgestimmt worden, kann das Reconsideration Request gestellt werden. Dieser sollte einige Punkte beinhalten, um erfolgreich zu sein. Dazu gehören:

  • Wurden gekaufte Links, die von anderen Webseiten auf die eigene verweisen, entfernt? Ein Beweis, beispielsweise E-Mails an die Webmaster der verlinkenden Webseiten, kann hier Wunder wirken.
  • Eine Übersicht – vorzugsweise als Google Document – über die Links, die bereits entfernt wurden beziehungsweise in nächster Zeit entfernt werden, ist ebenfalls zu empfehlen.
  • Sollte die Abstrafung auf die Dienste eines SEO-Dienstleisters zurückzuführen sein, kann dies durchaus erwähnt werden – die Verantwortung hat man als Webseitenbetreiber dennoch selbst zu tragen.
  • Links, die nicht entfernt werden können, beispielsweise, weil der entsprechende Webmaster nicht reagiert, können mit dem sogenannten Disavow-Tool von Google, manuell „ignoriert“ werden. Das bedeutet, dass diese Links von Google nicht beachtet werden (sollen). Die Links, die dort eingetragen werden, werden in einer Text-Datei gespeichert. Diese sollte unbedingt an den Reconsideration Request angehängt werden.
  • Ein möglichst freundlicher Ton und die Zusicherung, sich von nun an, an die Google Richtlinien zu halten, ist natürlich ebenso ratsam.

Nun haben Sie als Webseiten-Betreiber alles getan, um einen erfolgreichen Reconsideration Request zu stellen. Die Antwort von Google lässt nun im Normalfall ein bis zwei Wochen auf sich warten. Und diese kann natürlich unterschiedlich ausfallen. Wenn Sie sich aber an die Anleitung oben halten und wirklich sauber aufgeräumt haben, wird alles gut gehen (ich spreche aus Erfahrung)

Die Antwort und was Sie tun müssen

Haben Sie alle Punkte, die eine Abstrafung zur Folge gehabt haben könnten, ausgemerzt und einen Reconsideration Request gestellt, warten Sie natürlich gespannt auf die Antwort. Diese kann in vier verschiedenen Formen erfolgen:

  1. Erfolgreich: Googles manuelle Maßnahmen wurden aufgehoben.
  2. Nicht erfolgreich: „Ihre Webseite verstößt weiterhin gegen die Google Webmaster-Richtlinien.“
  3. Wird verarbeitet: „Ihre Webseite wurde jetzt von uns überprüft“
  4. Wenn von Google keine manuellen Maßnahmen ergriffen wurden – es handelt sich hier also um eine algorithmische Bestrafung – sollte erneut das Disavow-Tool zurate gezogen werden, da hier noch Nachbesserungsbedarf besteht.

Je nach Antwort sind nun natürlich verschiedene weitere Maßnahmen notwendig (oder auch nicht):

  1. Alle Maßnahmen waren erfolgreich. Die Google-Indexierung wird erneut in Betracht gezogen.
  2. Es sind weitere Maßnahmen erforderlich. Haben Sie alle Verstöße geprüft und beseitigt? Gehen Sie erneut die Richtlinien durch und bessern Sie nach.
  3. Bei dieser Antwort müssen Sie leider noch ein wenig warten. Sollten Sie nach einiger Zeit immer noch keine Antwort erhalten, sollten Sie einen erneuten Reconsideration Request stellen und auf den Ersten hinweisen.
  4. Bei einer reinen algorithmischen Bestrafung scheinen vor allem SPAM-Links das Problem zu sein. Prüfen Sie weitere eingehende Links und setzen Sie diese, wenn nötig auf die Disavow-Liste.

Ein erfolgreicher Reconsideration Request ist also vor allem auf eine gründliche Vorbereitung beziehungsweise „Säuberung“ der Webseite zurückzuführen. Zwar geben die Antworten von Google wenig Aufschluss darüber, was genau das Problem ist, dennoch: Die Google Qualitätsrichtlinien scheinen auf Ihrer Webseite noch nicht komplett zu stimmen.

Sollte Ihre Webseite abgestraft worden sein, sollte Sie sich also unbedingt die Zeit nehmen, um Ihre Internetpräsenz gründlich zu prüfen und hinsichtlich der Google Webmaster-Richtlinien zu optimieren – dann steht einem erfolgreichen Reconsideration Request nichts mehr im Wege.

Alexander Rus

Alexander Rus

Geschäftsführer at Evergreen Media AR GmbH
Seit 2009 ist Alexander besessen von Suchmaschinenoptimierung und brach für seine neu gefundene Leidenschaft sogar sein Informatikstudium im 6. Semester ab. Bis 2012 beschäftigte er sich ausschließlich mit seinen eigenen Affiliate-Projekten. Alexander hasst Gerede ohne Tests, glaubt nur an harte Zahlen und liest in seiner Freizeit gerne die Patentanmeldungen von Suchmaschinen. Das wichtigste Buch für seinen Werdegang ist "The Fountainhead" von Ayn Rand.
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