Beiträge

Bewertungsmanagement Arzt

Bewertungsmanagement als Teil vom Praxismarketing

Empfehlungen von Freunden und Bekannten sind seit jeher ein ganz entscheidendes Kriterium für die Auswahl einer Arztpraxis. Heute bekommt die Offline-Mund-zu-Mund-Propaganda einen ernstzunehmenden Konkurrenten: Online-Bewertungsplattformen im Internet – für Ärzte bedeutet die verstärkte Nutzung dieser Portale, dass die Patientenakquise nun um einen weiteren Kanal erweitert und mit anderen Webaktivitäten, wie der SEO, verknüpft werden muss.

Das Praxismarketing befasst sich heutzutage vermehrt mit dem Bewertungsmanagement. Plattformen, wie DocInsider oder Jameda, geben Patienten die Möglichkeit ihren Arztbesuch anhand verschiedener Kriterien zu bewerten – um diese Bewertungen auf positive Art und Weise zu nutzen, muss sich das bisherige Praxismarketing weiterentwickeln:

  • Das Verständnis für die Funktionsweise der Bewertungsplattformen ist ganz entscheidend.
  • SEO-orientierte Fragestellungen sind zu klären, beispielsweise „wie findet der potenzielle Patient Bewertungen zu meiner Arztpraxis?“.
  • Patienten sollten aktiv auf eine Bewertungsabgabe angesprochen werden (Strategieentwicklung).

In der Gesamtheit bietet diese Weiterentwicklung bei korrekter Umsetzung einen starken Marketingkanal, der die Warteräume schnell füllen kann und gleichzeitig einen Überblick darüber bietet, wie die Leistungen der Praxis aufgenommen werden – ein unglaublich wertvolles und obendrein kostenloses Feedback.

SEO für Bewertungsportale

Der Weg zur Praxis führt bei vielen Patienten über zahlreiche Internet-Stationen – den Anfang macht die Google-Suche. Menschen, die auf der Suche nach einem (Fach-)Arzt sind, schauen dafür meist nicht in die Gelben Seiten, sondern nehmen eine Sucheingabe nach dem Schema „Arzt + [Ort]“ vor.

Die hierbei relevanten Google-Suchergebnisse sind aufgeteilt in Google-Places Einträge und Bewertungen von entsprechenden Portalen. Je höher die eigene Praxis hier gelistet wird, desto mehr Klicks sind die Folge – um das zu erreichen, sind verschiedene Kriterien zu berücksichtigen:

  • Die Aktualität und Relevanz des Places-Eintrags und der Präsenz auf dem Bewertungsportal sollten regelmäßig geprüft und gegebenenfalls angepasst werden.
  • Auch die Einordnung in Kategorien ist hier entscheidend. Ein Facharzt gehört in die entsprechende Facharzt-Kategorie – die Relevanz im Vergleich zur Suchanfrage ist hierbei von großer Bedeutung.
  • Entscheidend für das Aufsteigen innerhalb der Bewertungsplattform-Ergebnisse ist eine hohe Anzahl positiver Bewertungen, die mit der Zeit gesammelt werden müssen.

Vor allem der letzte Punkt ist hier ganz entscheidend: Eine Strategie ist notwendig, um die benötigten Bewertungen zu erhalten, die letztendlich zu einem besseren Google Ranking führen.

Strategieentwicklung für Bewertungsportale

Vor der Maßnahmenplanung steht die Erfassung des Status quo. Es ist notwendig bisherige Bewertungen auf den verschiedenen Plattformen zu erfassen, um herausfiltern zu können, ob der Großteil der Bewertungen negativ oder positiv ist. Auf Basis dieser Erkenntnisse können weitere Strategien entwickelt werden. Dazu zählt vor allem:

  • Die Entwicklung eines Monitoring-Schemas, um auch zukünftige Bewertungen zu erfassen.
  • Die Entwicklung von Worst-Case-Plänen
  • Die Entwicklung eines einheitlichen Sprachstils, der auf allen Bewertungsplattformen berücksichtigt wird (als Teil der Corporate Identity).
  • Die Entwicklung von Strategien, um Patienten aktiv zu einer Bewertung zu ermuntern.

Um Patienten beispielsweise zu ermuntern eine Bewertung zu schreiben, reicht oft die Aussage, dass man sich über eine Bewertung freuen würde. Zusätzlich können eigene Info-Flyer gedruckt oder direkt von den Plattformen bestellt werden, die dann an der Rezeption ausgelegt werden können – es gibt viele Wege, den eigenen Stand an positiven Bewertungen zu erhöhen. Nur kaufen sollte man diese Bewertungen nicht.

Vorsicht vor gekauften Bewertungen

Bekannt von Fan-Käufen auf Facebook oder Follower-Käufen bei Twitter, gibt es auch bei Arzt-Bewertungsplattformen, die Möglichkeit über dubiose Agenturen gefälschte Bewertungen zu ergattern. Was sich im ersten Moment wie eine günstige und schnell wirkende Maßnahme anhört, entpuppt sich letzten Endes als der schlimmste Weg, den ein Arzt einschlagen kann, denn:

  • Täuschungsversuche, ob vom Arzt selbst oder einer Agentur, werden früher oder später entdeckt.
  • Bestenfalls werden die Bewertungen gelöscht, sodass „nur“ Arbeit und Geld verloren gehen.
  • Im schlimmsten Fall kommt es zu juristischen Konsequenzen, da Täuschungsversuche natürlich in den Nutzungsbedingungen verboten wurden – kommt der Täuschungsversuch dann auch noch an die Öffentlichkeit, ist der Super-GAU vorprogrammiert.

Bei Bewertungsportalen für Arztpraxen gilt, wie so oft, der bekannte Leitspruch „Ehrlichkeit währt am längsten“. Eine nachhaltige effektive Strategie, die alle verfügbaren Online- und Offline-Maßnahmen vereint, führt hier am ehesten zum Ziel: Mehr positive Bewertungen, ein verbessertes Ranking und mehr (zufriedene) Patienten im Wartezimmer – erfolgreiches Praxismarketing bedeutet also auch erfolgreiches Bewertungsmanagement im Netz.

Patientenbewertungen Internet

Patientenbewertungen im Internet: Vor allem nicht ignorieren!

Das Internet ist heute das Informationsmedium Nummer eins. Nutzer, die nach etwas suchen, tun dies über das Web – auch wenn es darum geht, einen geeigneten Arzt zu finden. Bei der Auswahl stützen sie sich auf den Informationsgehalt der Praxis-Webseite und auf Bewertungen, die von anderen Patienten auf Portalen, wie Jameda und DocInsider, abgegeben wurden. Für die Arztpraxis kann das Gutes wie Schlechtes bedeuten – schlecht vor allem, wenn die Patientenbewertungen einfach ignoriert werden.

Das Machtverhältnis zwischen Anbietern und Nachfragern hat sich mit dem Aufkommen von Arzt-Bewertungsportalen zugunsten der Patienten verschoben. Während die Arbeit einer Praxis früher nur in persönlichen Gesprächen zwischen Freunden und Familienmitgliedern Thema war, können Patienten heute ihre Meinung mit dem gesamten Web teilen. Das kann zweierlei Dinge für das Praxismarketing bedeuten:

  • Die Reputation der Praxis ist positiv – viele neue Patienten sitzen im Wartezimmer.
  • Die Reputation der Praxis ist negativ – das Wartezimmer bleibt leer.

Insbesondere in der Altersgruppe der 16- bis 50-jährigen ist die Auswahl der Arztpraxis maßgeblich vom Tonus der Bewertungen im Internet abhängig – besonders folgende Bewertungsportale sind dabei erste Anlaufstelle:

Die Fülle an Bewertungen, die dort abgegeben werden, gelten heute als Maßstab für einen „guten“ oder „schlechten“ Arzt. Für die Arztpraxis selbst ergibt sich deshalb Handlungsbedarf, denn: Ärzte sollten möglichst die Gesamtheit der Bewertungen im Auge behalten, um so – wenn nötig – entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Online Reputation Management für Ärzte

Patientenbewertungen im Netz dürfen heutzutage nicht mehr ignoriert werden. Positive oder negative Aussagen und Bewertungen ehemaliger Patienten entscheiden nämlich maßgeblich darüber, ob der Leser sich für oder gegen einen Besuch entscheidet. Der Ruf im Internet, die sogenannte Online Reputation, sollte deshalb durch Maßnahmen des Online Reputation Management regelmäßig überprüft werden:

  • Angaben zur Arztpraxis, beispielsweise Adresse oder Öffnungszeiten, sollten aktuell gehalten werden.
  • Die abgegebenen Bewertungen sollten regelmäßig geprüft werden.
  • Reaktionen auf abgegebene Bewertungen sind ein Muss – sowohl für positive als auch negative Aussagen.

Ärzte oder Praxen, die aktiv am Bewertungsgeschehen teilnehmen, können ihre Reputation positiv beeinflussen, denn: Nur wer weiß, was im Internet über die Praxis erzählt wird, kann darauf reagieren.

Wer vor allem negative Bewertungen einfach ignoriert, wundert sich schnell über ein leeres Wartezimmer – für effektives Online Reputation Management kann es dann im schlimmsten Fall schon zu spät sein: Der Internet-Ruf hat so sehr gelitten, dass der Wiederaufbau ein langwieriges Unterfangen wird.

Wichtig ist hierbei zu unterscheiden, wann Unzufriedenheit eines Patienten aufhört und falsche Tatsachenbehauptungen anfangen, denn auch diese sind Ziel des Online Reputation Managements.

Was ist auf Bewertungsportalen für Arztpraxen erlaubt?

Grundsätzlich hat jeder Patient das Recht, die Leistungen der besuchten Arztpraxis zu bewerten. Allerdings gibt es auch hier Regeln: Falsche Tatsachenbehauptungen fallen auch bei Bewertungsportalen unter den Tatbestand der rechtswidrigen Persönlichkeitsverletzung – hier hat der betroffene Arzt das Recht auf Löschung der Bewertung. Allerdings gilt das nicht als Freifahrtschein, alle negativen Bewertungen verschwinden zu lassen. Ganz im Gegenteil:

  • Auf negative Bewertungen, die „rechtens“ sind, sollte reagiert werden – durch entsprechende Kommentare zur jeweiligen Aussage.
  • Ausflüchte oder Rechtfertigungen sind hier fehl am Platze – Besser ist hier das Aufzeigen von Verständnis und entsprechende Lösungswege für die Problematik.
  • Durch Reaktionen können negative Aussagen schnell zum Positiven gewandelt werden – das Gefühl gehört zu werden, ist hierbei ganz entscheidend.

Bewertungen sind zusätzlich auch ein Feedback für die eigenen Leistungen. Diesem Feedback im Internet sollte mit Offenheit entgegengetreten werden, denn: Letztendlich ist der Patient ein Kunde – und der Kunde ist nun mal König. Feedback verhilft demnach, die eigenen Leistungen zu verbessern und die Patientenzufriedenheit zu steigern.

Negative Bewertungen können schnell zu einem Lauffeuer werden. Aus diesem Grund ist eine Reaktion für das Praxismarketing ganz entscheidend. Dasselbe gilt für Lob: Wer regelmäßig einen Blick über die Bewertungen im Internet schweifen lässt, weiß immer genau, welche Aussagen mit der eigenen Praxis in Verbindung gebracht werden. Negatives wird so entschärft – Positives wird weiterverbreitet.

Praxismarketing online

Praxismarketing online: Arztbewertung vs. Arztempfehlung

Das Internet bietet zahlreiche neue Chancen für die Vermarktung der eigenen Arztpraxis. Online Portale für Arztbewertungen und Arztempfehlungen sind dabei besonders auf dem Vormarsch, bieten sie den Nutzern doch eine unabhängige Entscheidungsgrundlage, die zusätzlich mit eigenen Erfahrungen ergänzt werden kann. Kenntnis über die Unterschiede zwischen Bewertungen und Empfehlungen ist dabei für eine erfolgreiche Nutzung für die eigene Praxis besonders wichtig.

Nutzer, die auf der Suche nach einer geeigneten Arztpraxis sind, um gesundheitliche Probleme zu bessern, greifen dafür auf das Internet zu. Der simple Blick ins Branchenbuch oder die Gelben Seiten reicht dafür längst nicht mehr. Vor allem die Praxis-Webseite und entsprechende Bewertungs- und Empfehlungsportale werden für die Entscheidung herangezogen:

  • Webseite: Vor dem Arztbesuch möchte der potenzielle Patient über die Praxis informiert werden – und zwar in Wort und Bild.
  • Empfehlungs- und Bewertungsportale: Empfehlungen und Bewertungen von bestehenden Patienten dienen als wichtige Entscheidungsgrundlage für einen eigenen Besuch.

Beide Informationsquellen sind ideal, um den Nutzer für einen Besuch zu „begeistern“. Während der Informationsgehalt und die Überzeugungskraft der Webseite in den Händen der Ärzte liegt, sind die Inhalte unabhängiger Portale von Nutzern selbst gefüllt. Das stellt das Praxismarketing vor zwei große Fragen beziehungsweise Herausforderungen:

  • Welche Portale existieren in Österreich und welches Ziel verfolgen sie (Bewertung oder Empfehlung)?
  • Wie können die unabhängigen Portale für das Praxismarketing genutzt werden?

Beide Fragen hängen dabei eng zusammen, denn: Nur wer den Unterschied zwischen Bewertungs- und Empfehlungsportalen erkennt und versteht, kann nachvollziehen, welche Ziele die Portale verfolgen, und wie diese Portale effizient genutzt werden können.

Arztbewertung oder Arztempfehlung: Der Unterschied

Die Aussagen eines ehemaligen beziehungsweise bestehenden Patienten sind für viele Nutzer der verheißungsvollste Weg, den neuen eigenen Lieblings(-fach-)arzt zu entdecken. Diese Aussagen finden sich auf entsprechenden Plattformen, beispielsweise:

Für die Integration dieser Plattformen in das Online Praxismarketing gilt dann zu unterscheiden, ob es sich bei dem jeweiligen Portal um ein Empfehlungs- oder Bewertungsportal handelt:

Bewertungsportal

Die eingetragenen Arztpraxen können von Patienten bewertet werden. Dabei werden Punkte für unterschiedliche Kriterien vergeben – auch ein Freitext ist möglich. Die Fülle an Arztpraxen, die hier vorhanden ist (auch wenn noch keine Bewertungen abgegeben wurden) und die gewollte Möglichkeit auch Kritik äußern zu können, stellt damit einen wichtigen Unterschied zu Empfehlungsportalen dar.

Es geht bei Bewertungsportalen also darum, möglichst viele Ärzte – um nicht zu sagen „alle“ – entsprechend zu bewerten (positiv und negativ).

Empfehlungsportal

Empfehlungsportale funktionieren in der Anwendung ebenso, wie Bewertungsportale. Sie verfolgen jedoch einen anderen Zweck: Während bei Empfehlungsportalen, alle Ärzte bewertet werden sollen, findet der Nutzer auf Empfehlungsportalen wenige, dafür aber umso bessere Ärzte, die den bestmöglichen Behandlungserfolg versprechen (auf Basis der Erlebnisse anderer Nutzer).

Aus diesem Unterschied ergeben sich entsprechende Konsequenzen, die im Online Praxismarketing berücksichtigt werden sollten.

Die Reputation der Praxis im Internet

Diese Punkte bewerten und empfehlen die Patienten

Ein Großteil der Aktivitäten des Online Reputation Managements, also die Kontrolle und Optimierung des Praxis-Rufs im Internet, hat mit dem Monitoring der Bewertungs- und Empfehlungsportale zu tun. Die Kriterien, die der Nutzer hier bewerten, loben und kritisieren kann, können entscheidende Handlungsimpulse geben und die Praxisarbeit verbessern – allerdings gibt es auch hier Unterschiede:

  • Bewertungsportale lassen auch die Bewertung der fachlichen Kompetenz durch den Nutzer zu – die Frage ist, ob der Patient dies wirklich bewerten kann?
  • Bewertungsportale lassen zusätzlich einen Freitext zu – der beinhaltet nicht selten den Frust eines Patienten oder wird sogar für Verschmähungen genutzt.
  • Empfehlungsportale beschränken sich auf wenige Kriterien, die mit Punkten bewertet werden können – sie dienen „nur“ zur Untermalung der eigenen Empfehlung.

Zu den Kriterien, die sowohl bei Bewertungs- als auch Empfehlungsportalen zurate gezogen werden, zählen Folgende:

  • Verfügbarkeit von Terminen (und Einhaltung der Termine)
  • Die Freundlichkeit der Mitarbeiter
  • Die Praxisausstattung
  • Zwischenmenschliches, beispielsweise Einfühlungsvermögen der Ärzte

Auf die Bewertung des Behandlungserfolges beziehungsweise dessen Qualität verzichten Empfehlungsportale bewusst, denn: Eine Empfehlung, die mit der Einstellung erfolgt, setzt einen Erfolg voraus – ansonsten würde kein Nutzer eine Empfehlung aussprechen, geschweige denn, sich die Mühe machen, diese auch ins Internet zu stellen.

Die Konsequenz für das Praxismarketing

Aus den Unterschieden zwischen Arztbewertung und Arztempfehlung ergeben sich drei Handlungsempfehlungen für das Praxismarketing:

  • Das Monitoring der Arztbewertungen auf entsprechenden Portalen sollte fortlaufend erfolgen, um insbesondere auf negative Kritiken entsprechend zeitnah reagieren zu können.
  • Arztempfehlungen sollten ebenso verfolgt und vor allem genutzt werden – entsprechende Buttons auf der Webseite zu den Empfehlungen eigener Patienten können die beiden wichtigsten Plattformen des Praxismarketing – Webseite und unabhängige Portale – ideal miteinander verknüpfen.
  • Die Präsenzen auf den Arztbewertungs- und Arztempfehlungsplattformen sollten stetig gepflegt und aktualisiert werden – so zeigen Arztpraxen, dass sie das Potenzial und die Wichtigkeit der Patientenaussagen erkannt haben. Der Dialog mit den Verfassern schlechter Bewertungen – ebenso wie mit Verfassern von Empfehlungen – kommt so sehr viel schneller zustande.

Online Praxismarketing spielt für Ärzte aller Fachbereiche eine große Rolle. Vor allem das Potenzial der zahlreichen Bewertungs- und Empfehlungsportale, die für das Online Praxismarketing wichtig sind, haben viele Praxen bereits erkannt – um das Potenzial voll auszuschöpfen, ist die Unterscheidung zwischen Arztbewertung und Arztempfehlung entscheiden, denn: Nur so lassen sich Handlungsempfehlungen ableiten, die mit dem entsprechenden Know-How professionell umgesetzt werden können.

Content is King

Content is King? Die User entscheiden, was hochwertig ist

Suchmaschinenoptimierung ist ein breit gefächertes Thema, klar ist allerdings, dass sie essentiell für den Online-Erfolg einer Webseite und damit für alle Onlineaktivitäten ist. Und das bedeutet, dass erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung einen nicht zu unterschätzenden Zeitaufwand benötigt, denn eine entsprechende Strategie ist nicht in fünf Minuten aufgestellt. Immer wieder im Fokus ist die Aussage eines der führenden Sprecher der größten aller Suchmaschine: Matt Cutts, seines Zeichen Chef des Webspam-Teams von Google. Laut Cutts ist nämlich „guter Content“, ganz entscheidend für den SEO-Erfolg. Aber was genau bedeutet das eigentlich?

Es war einmal vor langer langer Zeit – so fangen die berühmtesten aller Märchen an. Und es hat den Anschein, als ob auch Matt Cutts diese Geschichten nicht nur einmal gelesen hat. Denn der Google Frontmann tischte SEO-Profis eine Story auf, die sich bis heute sehr hartnäckig hält. Gemeint ist seine Aussage, dass Suchmaschinenoptimierung nur funktioniert, wenn das Unternehmen hochwertige Inhalte veröffentlicht. In diesem Zusammenhang denkt man natürlich sofort an das momentane Buzzword Content-Marketing. So stehen gelassen würde das Folgendes bedeuten:

  • Google erkennt Qualität.
  • Google erkennt den Unterschied zwischen gutem und schlechtem Content.
  • Google stuft guten Content höher ein als alle anderen Maßnahmen, was bedeuten würde, dass die Wichtigkeit der OnPage-Optimierung höher einzustufen ist, als OffPage-Optimierung und damit das Linkbuilding.

Doch ist das wirklich das, was Matt Cutts gemeint hat? Oder hat er durch seine Aussage versucht Suchmaschinenoptimierer in die Irre zu führen, um sicherzustellen, dass SEO-Techniken, die Google „vorgaukeln“, dass es sich um guten Content handelt, zu reduzieren?

Was bedeutet guter Content wirklich?

Die Frage ist nun also, was guter Content wirklich bedeutet, oder anders ausgedrückt: Was wertet Google als guten Content? Geht es wirklich um die Qualität des Contents oder doch um technisch messbare Signale, die von ihm ausgehen? Um es vorwegzunehmen: Es ist Letzteres. Google beziehungsweise dessen Algorithmus hat keine Möglichkeit Qualität zu messen. Was messbar ist, sind andere Kriterien, die in drei Gruppen eingeteilt werden können:

Interne Signale

Beispiele

  • Lange Texte
  • Medien, wie Bilder und Videos
  • Keywords innerhalb des Textes und anderen Bestandteilen
  • Keyword-Dichte
  • Dauer des Webseitenbesuchs

Externe Signale

Beispiele

  • Userfeedback über soziale Netzwerke, beispielsweise Like, +1 oder Retweets
  • Kommentare, die zu einem Blogartikel verfasst wurden.
  • Backlinks

Meta-Signale

Beispiele

  • Alter der Domain
  • Trust
  • Autoritätskennzahlen

Das sind echte Kennzahlen. Kennzahlen, die auch der Google Algorithmus anhand analysierbarer Signale messen kann. Hochwertiger Content ist also nichts weiter, als ein Märchen oder, um es auf die Spitze zu treiben, eine Verschleierung des eigentlichen Knackpunkts: Hochwertig ist nur, was die User gut finden.

Hochwertige Inhalte? Lassen Sie die User entscheiden

Wir haben Ihnen einige Kennzahlen verraten, die Google wirklich interessieren. Und sie alle gehen auf ein und denselben Ursprung zurück: den Nutzer (User Experience). Denn nur was der Nutzer gut findet, ist auch wirklich gut. Und nur, was der Nutzer gut findet, findet auch Google gut. Richtig ist also, dass hochwertiger Content besser gerankt wird – allerdings nicht weil Google ihn als hochwertig einstuft, sondern die Nutzer. Diese verlinken den Artikel (Backlinks!) geben ihr +1, ihren Like oder Kommentar dazu ab – Signale, die Google zumindest teilweise in das Ranking einfließen lässt.

Aus diesem Grund kann auch der übelste Klatschartikel, welcher grottenschlecht geschrieben ist und keinen wirklichen Mehrwert bietet, ganz oben stehen. Denn die User entscheiden, was hochwertige Inhalte sind. Das bedeutet aber auch, dass jede Menge Talent nie gefunden wird. Inhalte allein sind wertlos. Qualität ist subjektiv.

Nun wird die Geschichte aber noch verwirrender – In einem aktuellen Interview spricht Matt Cutts darüber, dass soziale Signale zwar in das Ranking einfließen, aber nur zu einem geringen Maße. Warum? Social Data kann kinderleicht manipuliert werden. Bis dieses Problem behoben ist, werden soziale Signale weiterhin nur eine winzige Rolle spielen.

Aber Google hat nicht nur Angst vor Manipulation. Wenn Google Daten von Twitter, Facebook und Pinterest nehmen würde, bestünde eine gewisse Abhängigkeit. Jederzeit könnten diese Unternehmen den Datenhahn abdrehen, was zu einer Katastrophe in den SERPs führen könnte. Daher wird sich Google garantiert niemals auf externe Daten stützen. Eigentlich logisch, aber SEOs sind alles andere als logisch.

Hinter dem Begriff guter Content kann sich also niemand verstecken. Zwar haben vergangene Google-Updates Spam-Webseiten aus dem Index verbannt, allerdings eher weil diese Seiten unerlaubte Methoden, wie Keyword-Spamming und andere Black Hat-Taktiken, angewandt haben. Guter Content ist immer noch Content, der Nutzern gefällt. Ein ganz entscheidendes Signal ist und bleibt deshalb vor allem der Backlink – in welcher Form auch immer.

Social Media SEO

Social Media SEO: Durch Social Media zu mehr Relevanz

Suchmaschinenoptimierung ist der Schlüssel für den Erfolg der Webseite. Dabei unterscheiden SEO-Profis zwischen OnPage-Optimierung, also die Optimierung der Webseite selbst, und OffPage-Optimierung, die Maßnahmen abseits der Webseite umfasst. Das Linkbuilding, also die Generierung von Links, die von anderen Webseiten auf die eigene Webpräsenz verweisen, ist dabei das Herz der Offpage-Optimierung. Was allerdings ein Großteil der Suchmaschinenoptimierer vergisst, ist der Punkt Social Media, denn: Links aus sozialen Netzwerken sind heute zwar noch nicht unheimlich wichtig, tragen aber zum Erfolg bei.

Soziale Netzwerke, wie Facebook, Twitter oder Google+ geben heutzutage den Ton an. Das Social Media nun auch unter dem Gesichtspunkt Suchmaschinenoptimierung eine Rolle spielt, ist eindeutig, denn Google kann sich diesem Sog nicht mehr entziehen.

So machte der Suchmaschinen-Riese in einem Interview klar, dass Links aus sozialen Netzwerken auch für das Ranking in den Suchmaschinenergebnisseiten, kurz „SERPs“, eine Rolle spielen. Das Original-Zitat von Google:

“Yes, we do use it as a signal. It is used as a signal in our organic and news rankings. We also use it to enhance our news universal by making how many people shared an article”

Das ändert für SEO-Profis und Webseitenbetreiber mal wieder alles. Während in vergangenen Zeiten der spielerische Umgang mit Facebook und Co. belächelt wurde, beeinflussen diese nun das Ranking:

  • Rund eine Milliarde Menschen nutzen Facebook – die Relevanz des sozialen Netzwerkes liegt also auf der Hand.
  • Backlinks aus sozialen Netzwerken sind trotz nofollow-Attribut ranking-relevant.
  • SEO und Social Media besitzen – wenn richtig angewandt – starke Wechselwirkungen.

Vor allem der letzte Punkt ist hier entscheidend: Nur wenn bisherige SEO-Maßnahmen konsequent weiterverfolgt und zusätzlich um professionelles Social Media Marketing erweitert werden, ist die Strategie der kombinierten Social Media SEO erfolgreich. Und dafür gilt es, vor allem in puncto Social Media Einiges zu beachten.

Social Media eigentlich unwichtig: Update vom 28.06.14

“Are Facebook and Twitter signals part of the ranking algorithm? The short answer was no.

Aber warum verwendet Google diese Daten nicht? Ganz einfach, weil ihnen die Daten nicht gehören und der Hahn jederzeit abgedreht werden könnte. Google wäre extrem dumm, würden sie sich auf Unternehmen wie Facebook und Twitter verlassen für die Qualität ihrer Ergebnisse. Social Signals sind kinderleicht zu fälschen, noch leichter als Links. Und wie wir alle wissen, will Google alles Inhouse und macht sich ungern abhängig von anderen.

Heißt das nun, dass wir Suchmaschinenoptimierer Social Media wieder in die Tonne treten können. Leider nicht. Denn zum einen kann man damit die Sichtbarkeit relativ schnell erhöhen und so indirekt Links generieren über Influencer. Zum anderen ist Social Media in manchen Nischen eine exzellente Besucherquelle, die man sich nicht entgehen lassen darf.

Exkurs: Social Media 101

Als Webseitenbetreiber haben Sie erkannt, dass Social Media auch Ihr Google Ranking verbessern kann. Bevor Sie nun gleich Präsenzen in den sozialen Netzwerken einrichten, sollten Sie einige Grundregeln des Social Webs verinnerlichen, um auch Ihre Social Media SEO zum Erfolg zu führen:

  • Hochwertiger Content ist das Herz des Social Webs. Nur Unternehmen, die Beiträge mit Mehrwert veröffentlichen, können ihre Fanbase vergrößern. Das bedeutet auch, dass die Nutzung von Bildern oder Videos eine Rolle spielt, die mit entsprechendem Link auf die Webseite gleich weiterverbreitet werden können.
  • Profile auf sozialen Netzwerken müssen von Hand gepflegt werden – eine automatisierte Betreuung wird schnell erkannt, sodass viele Nutzer das Weite suchen.
  • Das Community Management ist ein weiterer wichtiger Faktor. Reagieren Sie auf Nutzer-Feedback, um weitere Anhänger zu finden, die bereit sind, Ihre Markenbotschaft weiterzuverbreiten.

Haben Sie diese drei Punkte auswendig gelernt, sind Sie bereit um professionelle Social Media SEO zu betreiben.

Social Media SEO als Teil der Offpage-Optimierung

Social Media ist Werbe-, PR- und SEO-Tool zugleich. Unter dem Gesichtspunkt Suchmaschinenoptimierung ist es demnach auch eine Linkbuilding-Maßnahme, die allerdings ein Umdenken erfordert. Denn diese Form von Linkaufbau unterscheidet sich grundsätzlich gegenüber bekannten Maßnahmen:

  • Jeder geteilte Beitrag Ihrer Social Media-Präsenz ist ein weiterer Backlink für Ihre Seite – Sie setzen also den Link, der (wenn er denn dazu animiert) weiterverteilt wird.
  • Jeder Beitrag sollte mit einem entsprechenden Share Button versehen werden, um das Teilen für ihre Fanbase zu vereinfachen.
  • Die Präsenz, beispielsweise die Facebook Fanpage, wird in den Google-Suchergebnissen aufgeführt. So ist hier bereits eine Quasi-Onpage-Optimierung der Präsenz möglich. Klicken Nutzer den Link, der zum sozialen Netzwerk und damit auf Ihre Fanpage führt, an, ist in einem nächsten Schritt ein Like Ihrer Seite, das Teilen eines Beitrags oder der Klick auf Ihre Webseite der nächste logische Schritt.
  • News-Webseiten oder Blogger, die ebenfalls eine Präsenz in sozialen Netzwerken besitzen, können durch Verwendung des @-Zeichens in den eigenen Postings erwähnt werden. Sollte das Sinn machen, könnte so ein erster Kontakt hergestellt werden, der in Zukunft für das Linkbuilding von Bedeutung sein könnte.
  • Mit so genannten Hashtags (#) kann die Reichweite von einem Beitrag vergrößert werden. Wählen Sie den Hashtag also mit Bedacht!

Diese fünf Punkte lassen bereits erkennen, dass Social Media SEO ebenfalls mit sehr viel Zeit und Aufwand verbunden ist. Dennoch: Wie beim klassischen Linkbuilding lohnt es sich.

Die Einbindung von sozialen Medien als weiteren Pusher für das Suchmaschinenranking ist ein logischer Schritt. Facebook und Co. sind heutzutage einfach viel zu stark, um sie komplett zu ignorieren. Allerdings sollte die Maßnahmen – genau wie bei klassischer SEO – vorher genauestens geplant werden. Nur so stellen sich Erfolge ein.