Voice Search SEO

Voice Search & SEO: So verändert Sprachsuche das Suchverhalten

Für Online Marketer gehört der Umgang mit neuen Trends und Änderungen in der Websuche zum Alltag. Kaum eine Branche ist schnelllebiger und erfährt mehr Wandlung in kürzester Zeit als der Internethandel. Updates der Algorithmen, besonders in der Suchmaschinenoptimierung, die zu starken Schwankungen im Ranking führen können, lassen Online Marketer regelmäßig verzweifeln. Denn diese müssen den vielen Entwicklungen, Neuerungen und Trends gerecht werden, um ihren Service oder ihr Produkt erfolgreich vermarkten zu können. Nun erobert eine weitere Entwicklung den Markt, die die ganze SEO-Branche verändern könnte; die Verwendung von Voice Search.

Sprachsuche mittels Smartphone befindet sich auf dem deutschen Markt zwar noch im Anfangsstadium, könnte aber mit zunehmender Nutzung einen großen Einfluss auf das Suchmaschinen-Marketing haben.

Mit diesem Artikel möchten wir etwas Licht ins Dunkel bringen und dir eventuelle Veränderungen und Anpassungen des Suchmaschinen-Marketings durch Voice Search erläutern.

Was ist Voice Search (Sprachsuche)?

Voice Search, beziehungsweise Sprachsuche, beschreibt die sprachgesteuerte Suchfunktion von Google durch einen Sprachassistenten. Auch andere auf dem Markt verfügbare Software zur Sprachsteuerung, wie zum Beispiel Siri von Apple, Cortana von Microsoft oder Alexa von Amazon eigenen sich für Voice Search und können Ergebnisse und Informationen aus der Suchmaschine liefern.

„Ok, Google. Wo finde ich den nächsten Thai Imbiss?“ oder „Welches Geschäft in meiner Nähe verkauft weiße Nike Sneaker?“ könnte etwa die Frage eines Nutzers lauten.

Durch Sprachsuche können Nutzer einen digitalen Sprachassistenten über ihr Smartphone nach Informationen, Empfehlungen oder Ideen fragen. Auf viele Fragen antwortet das Gerät beziehungsweise der Sprachassistent direkt innerhalb der Applikation oder verbal und liefert ihnen somit schnell und präzise die gewünschte Antwort aus den Ergebnissen der Suchmaschine.

Sprachsteuerung hingegen lässt den Nutzer zum Beispiel per Smartphone den Smart TV bedienen oder durch den zusätzlichen Kauf von Smart-Home-Paketen Jalousien via Amazon Alexa öffnen.

Die Entstehung und Entwicklung von Spracherkennung

Die Forschung an sogenannten Speech-Recognition-Technologien startete in den 1960er Jahren, verlief damals allerdings weitestgehend erfolglos. Im Jahr 1991 stellte IBM auf einer Messe erstmals ein Spracherkennungssystem vor, das 20.000 bis 30.000 deutsche Wörter erkennen konnte. Die Einführung der ersten Version von Googles Voice Search im Jahr 2002 markierte den nächsten Meilenstein in der Entwicklung der Spracherkennung und -steuerung. Die aktuelle Version von Google Voice Search, die für jeden Nutzer eines Smartphones zugänglich ist, wurde im Jahr 2012 eingeführt.

Inzwischen ist die Nutzung der Sprachsuche nicht mehr nur durch Smartphones möglich, sondern auch durch die Nutzung weiterer Endgeräte, wie Tablet-PCs, Laptops, Desktops, Smartwatches, Spielekonsolen oder Smart Speakern, wie den Apple Home Pod, den Amazon Echo Dot oder Google Home.

Ist Voice Search SEO „the next big thing“?

Google Voice Search

In der DACH-Region wird die Sprachsuche noch relativ wenig genutzt. Wenn wir dem amerikanischen Beispiel folgen, wird sich dies in den nächsten Jahren jedoch stark ändern. Bildnachweis: pxhere.com

Obwohl Voice Search bereits seit einigen Jahren verfügbar ist, nimmt es erst kürzlich richtig Fahrt auf und sämtliche Online-Marketing-Ausblicke suggerieren, dass die Sprachsuche zu den wegweisendsten und wichtigsten Technologien der nächsten Jahre gehören wird. Laut dem Search Engine Journal gehört „Voice Search“ zu den wichtigsten Buzzwords und steht an zweiter Stelle der SEO-Trends im Jahr 2018, basierend auf der Meinung von 47 SEO-Spezialisten.

Auch Rand Fishkin, Mitbegründer von MOZ, sagte im Moz Blog voraus, dass Voice Search über 25% aller US-amerikanischen Google-Suchanfragen im Jahr 2017 ausmachen würde. Leider gibt es dazu für das Jahr 2017 noch keine von Google bestätigten Daten, die die gesprochenen Suchanfragen in Relation zu getippten Suchanfragen zeigen. Eine Statistik aus dem Jahr 2016 zeigt allerdings, dass zu dem Zeitpunkt bereits 20% aller Google Suchanfragen per Voice Search gestellt wurden.

Auch von Search Engine Land wird Voice Search als „the next big thing“ bezeichnet.

Sprachsuche vs. Sprachsteuerung: Wo liegt der Unterschied?

Sprachsuche und Sprachsteuerung sind sich ähnlich, bezeichnen aber im Grunde verschiedene Vorgänge. So steht die reine Sprachsuche, beziehungsweise Voice Search, für die Kommunikation mit einem mobilen Assistenten, wie Siri oder Alexa, um an Informationen einer Suchmaschine zu gelangen. Dazu gehören Navigation, Informationen oder auch Empfehlungen. Auch komplexe Suchanfragen, wie „Ok Google, wo kann ich professionell Marketing-Texte übersetzen lassen?“ stellen für die Sprachsuche kein Problem dar, so würdest du in diesem Fall zu einer Übersicht von Übersetzungsdienstleistern mit Spezialisierung für Marketing-Übersetzungen geleitet werden.

Sprachsuche

Sprachsuche und Sprachsteuerung basieren auf der selben Technologie, beschreiben jedoch unterschiedliche Vorgänge. Bildnachweis: www.flickr.com, © Kārlis Dambrāns

Sprachsteuerung hingegen ermöglicht dem Nutzer zum Beispiel per Kommunikation mit einem digitalen Assistenten den Wecker zu stellen, die Mutter anzurufen, eine Erinnerung einzustellen oder eine Nachricht an den besten Freund zu senden.

Auch die Nutzung eines mobilen Endgeräts, wie Smartphone oder Tablet-PC lässt sich durch Sprachsteuerung erweitern. So ist es zum Beispiel möglich, sein Smart-TV oder die „smarte Beleuchtung“ per Sprachbefehl an- oder auszuschalten.

Den Anstoß für die Zunahme von Voice Search und Sprachsteuerung in den letzten Jahren gab vermutlich die starke Entwicklung von Spracherkennung und die zunehmende Verbreitung von Home Assistants, wie Amazon Echo oder Google Home.

So bereitest du deine Webseite für Voice Search aus SEO-Sicht vor

Im schnelllebigen Online Marketing ist oft die Rede von immer neuen digitalen Trends. Sie kommen und gehen und nur wenige setzen sich durch und bleiben langfristig.

Voice Search fällt mit großer Wahrscheinlichkeit in die Kategorie der Bleibenden, die Nutzung von Voice Search und die Kommunikation mit digitalen Sprachassistenten scheint kaum aufzuhalten zu sein. Durch größere Investitionen in Forschungsprojekte und den Fortschritt von künstlicher Intelligenz schafft es Voice Search, die Fragen der User immer konkreter zu beantworten.

Das Suchmaschinen-Marketing steht zweifelsfrei vor einer neuen Herausforderung. So wird anstelle von „Sneaker weiß Nike“ mit Voice Search nach „Welche Sneaker von Nike gibt es in weiß?“ oder „Wo bekomme ich günstige weiße Sneaker von Nike?“ gesucht, was dementsprechend zu anderen oder anders sortierten Ergebnissen führt.

Google Sprachsuche Best Practice

Suchergebnisse von Desktop-Search in Google und Google Assistent über das Smartphone zum Thema ‚weiße Sneaker von Nike‘.

So erfahren wir, an welcher Stelle in der Customer Journey sich der potentielle Kunde befindet und können ihn dort direkt mit einem für ihn passenden Angebot abholen.

Welche 5 Schritte du befolgen solltest, um für Voice Search gerüstet zu sein, erfährst du hier:

  1. Optimierung der mobilen Webseite: Da Voice Search fast ausschließlich über mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets benutzt wird ist die die Optimierung deiner mobilen Webseite unerlässlich. Da Voice-Search-Nutzer nach einem schnellen Ergebnis suchen, sollten vor allem die Ladezeit sowie das Design der Webseite optimiert werden. Besonders wichtig ist es auch, dass du ein responsives Webdesign verwendest. Hier erfährst du mehr über Mobile SEO und den Mobile First Index von Google!
  2. Strukturierte Daten: Voice Search wird häufig für lokale Suchanfragen verwendet, wie „Wo befindet sich der nächste Bankautomat?“ Wichtige Informationen, wie Standort, Öffnungszeiten, Telefonnummer oder Menükarte müssen also vollständig und strukturiert vorhanden sein, damit die Suchmaschine diese lesen kann. Hilfreich dabei sind sogenannte Rich Snippets und das von Google, Yahoo und Microsoft gemeinsam entwickelte Schema Markup (schema.org). Einen sehr pratiktischen Structured Data Generator finden Sie hier. Tipp: Aktuell noch auf Status „pending“: Speakable.
  3. W-Fragen und Long Tail Keywords: Besonders häufig stellen Voice-Search-Nutzer W-Fragen, die mit wer, wie, was, warum, wo oder wann beginnen. Bei Voice Search fragt der Nutzer frei heraus und denkt nicht darüber nach, welche Wortkombination die gängigste für sein Problem sein könnte. So fragt er zum Beispiel „Was genau ist Content Marketing?“ statt „Content Marketing Definition“ einzutippen. Außerdem fällt bei Sprachsuchen die Auto-Suggest-Funktion weg.
  4. Brand Language festlegen: Die Marke tritt immer mehr in den direkten Dialog mit dem Kunden: Sei es durch Tweets, Beantworten von Facebook-Kommentaren oder nun auch mittels Antwort durch einen Sprachassistenten. Überlege dir genau, in welchem Ton deine Marke wahrgenommen werden soll. Bedenke auch, dass die gesprochene Sprache einfacher gestrickt ist als geschriebene Texte.
  5. Probier es selbst aus: Experimentiere mit Voice Search, um die Perspektive des Kunden kennenzulernen und deinen Auftritt passend für den potentiellen Kunden gestalten zu können.

Fazit zu Voice Search & SEO

Ok Google!

Ok Google, wo kann ich professionell Marketing-Texte übersetzen lassen? Bildnachweis: pixabay.com

Die steigende Nutzungsrate spricht eine klare Sprache. An Voice Search führt kein Weg vorbei. Vor allem dann nicht, wenn du eine jüngere Zielgruppe ansprechen möchtest. Dennoch löst die Technik die konventionelle Textsuche nicht ab, sondern ergänzt sie.

Fest steht, dass sich hinter Suchmaschinenoptimierung und Voice Search enormes Potenzial für Unternehmen verbirgt. Sprachsuche wird besonders häufig von Usern genutzt, die mobil unterwegs sind und vielleicht aktuell auf der Suche nach einem passenden Produkt für ihr Bedürfnis sind. Webseiten, die es schaffen, die wichtigsten Informationen gut strukturiert und benutzerfreundlich zu liefern, werden Vorteile im Ranking und der Sichtbarkeit haben und wer hier an der Spitze steht, hat schnell Erfolg.

Da wir uns momentan an einem spannenden Scheitelpunkt befinden, an dem es Sinn macht, sich mit der Sprachsteuerung und der Optimierung der eigenen (mobilen) Webseite zu beschäftigen, ist es ratsam, auf anstehende Veränderungen Acht zu geben, Trends zu beobachten und dementsprechend Maßnahmen wie Voice Search SEO einzuleiten.

Jeroen van den Engel
Die digitale Welt ist konstant in Bewegung. Wer hier erfolgreich sein will, muss geschickt und schnell auf Entwicklungen reagieren. Hierfür Strategien zu entwickeln und Ursachen auf den Grund zu gehen fasziniert mich. Nach einigen Jahren als Online Marketer treibe ich nun mit geheimer Vorliebe für SEO und Grafikdesign ein internationales Unternehmen an die Spitze in seinem Markt. Mit einem großen Roastbeef-Sandwich zum Mittag funktioniere ich am besten.
Jeroen van den Engel

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8 Kommentare
  1. David
    David sagte:

    Hallo Alex. Meine Meinung nach ist das alles Spielerei. So wie es jetzt mit Alexa der Fall ist. Was bringt mir eine Sprachsteuerung via Handy? Wenn ich im Bus sitze und Google nutze, dann spreche ich ganz bestimmt nicht laut: Google, zeig mir das nächste Caffe.Und wenn ich es doch tue, spuckt Google aus: Das nächste Caffe ist in der Musterstraße 1! Jetzt nehme ich mein Navi und muss per Hand die Straße eingeben.

    Google zeig mir Schlafzimmer Ideen? Jetzt muss ich aufs Display schauen und mir die Möbel anschauen.

    Das Ganze macht nur in bestimmten Situationen Sinn, und genau diese machen für das Googeln keinen Sinn. Aber das ist nur meine Meinung, mal sehen wo es hingeht.

    Liebe Grüße David

    Antworten
    • Alexander Rus
      Alexander Rus sagte:

      Hallo David,

      vielen Dank für deinen Kommentar!

      Ich sehe die Situation ähnlich, aber man muss dazu sagen, dass die Technologie noch nicht ganz ausgereift ist und sich unser Verhalten schnell ändert :)

      Viele Grüße aus Innsbruck,

      Alexander

      Antworten
  2. Denny Weber
    Denny Weber sagte:

    Sehr guter Beitrag zu diesem Thema. Zum Glück arbeite ich bei der Content-Erstellung schon seit Jahren mit den W-Fragen und bin für Voice Search schon relativ gut aufgestellt. Hier und da sind sicherlich noch Anpassungen möglich und nötig.

    Antworten
  3. Arpad von Toth
    Arpad von Toth sagte:

    Danke, ein wirklich spannender Artikel. Gerade für Blogger stellt sich da eine Herausforderung dar. Kann ich Content einbringen bzw. entsprechend optimieren, sodass ich auch bei Sprachsuchen gefunden werde? Bzw. macht das für mich überhaupt Sinn? Die neue Entwicklung zeigt, dass es umso wichtiger ist, sich mit dem Suchberverhalten der eigenen Zielgruppe auseinander zu setzen und breit aufgestellt im Angebot zu sein.

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