Praxismarketing online

Praxismarketing online: Arztbewertung vs. Arztempfehlung

Das Internet bietet zahlreiche neue Chancen für die Vermarktung der eigenen Arztpraxis. Online Portale für Arztbewertungen und Arztempfehlungen sind dabei besonders auf dem Vormarsch, bieten sie den Nutzern doch eine unabhängige Entscheidungsgrundlage, die zusätzlich mit eigenen Erfahrungen ergänzt werden kann. Kenntnis über die Unterschiede zwischen Bewertungen und Empfehlungen ist dabei für eine erfolgreiche Nutzung für die eigene Praxis besonders wichtig.

Nutzer, die auf der Suche nach einer geeigneten Arztpraxis sind, um gesundheitliche Probleme zu bessern, greifen dafür auf das Internet zu. Der simple Blick ins Branchenbuch oder die Gelben Seiten reicht dafür längst nicht mehr. Vor allem die Praxis-Webseite und entsprechende Bewertungs- und Empfehlungsportale werden für die Entscheidung herangezogen:

  • Webseite: Vor dem Arztbesuch möchte der potenzielle Patient über die Praxis informiert werden – und zwar in Wort und Bild.
  • Empfehlungs- und Bewertungsportale: Empfehlungen und Bewertungen von bestehenden Patienten dienen als wichtige Entscheidungsgrundlage für einen eigenen Besuch.

Beide Informationsquellen sind ideal, um den Nutzer für einen Besuch zu „begeistern“. Während der Informationsgehalt und die Überzeugungskraft der Webseite in den Händen der Ärzte liegt, sind die Inhalte unabhängiger Portale von Nutzern selbst gefüllt. Das stellt das Praxismarketing vor zwei große Fragen beziehungsweise Herausforderungen:

  • Welche Portale existieren in Österreich und welches Ziel verfolgen sie (Bewertung oder Empfehlung)?
  • Wie können die unabhängigen Portale für das Praxismarketing genutzt werden?

Beide Fragen hängen dabei eng zusammen, denn: Nur wer den Unterschied zwischen Bewertungs- und Empfehlungsportalen erkennt und versteht, kann nachvollziehen, welche Ziele die Portale verfolgen, und wie diese Portale effizient genutzt werden können.

Arztbewertung oder Arztempfehlung: Der Unterschied

Die Aussagen eines ehemaligen beziehungsweise bestehenden Patienten sind für viele Nutzer der verheißungsvollste Weg, den neuen eigenen Lieblings(-fach-)arzt zu entdecken. Diese Aussagen finden sich auf entsprechenden Plattformen, beispielsweise:

Für die Integration dieser Plattformen in das Online Praxismarketing gilt dann zu unterscheiden, ob es sich bei dem jeweiligen Portal um ein Empfehlungs- oder Bewertungsportal handelt:

Bewertungsportal

Die eingetragenen Arztpraxen können von Patienten bewertet werden. Dabei werden Punkte für unterschiedliche Kriterien vergeben – auch ein Freitext ist möglich. Die Fülle an Arztpraxen, die hier vorhanden ist (auch wenn noch keine Bewertungen abgegeben wurden) und die gewollte Möglichkeit auch Kritik äußern zu können, stellt damit einen wichtigen Unterschied zu Empfehlungsportalen dar.

Es geht bei Bewertungsportalen also darum, möglichst viele Ärzte – um nicht zu sagen „alle“ – entsprechend zu bewerten (positiv und negativ).

Empfehlungsportal

Empfehlungsportale funktionieren in der Anwendung ebenso, wie Bewertungsportale. Sie verfolgen jedoch einen anderen Zweck: Während bei Empfehlungsportalen, alle Ärzte bewertet werden sollen, findet der Nutzer auf Empfehlungsportalen wenige, dafür aber umso bessere Ärzte, die den bestmöglichen Behandlungserfolg versprechen (auf Basis der Erlebnisse anderer Nutzer).

Aus diesem Unterschied ergeben sich entsprechende Konsequenzen, die im Online Praxismarketing berücksichtigt werden sollten.

Die Reputation der Praxis im Internet

Diese Punkte bewerten und empfehlen die Patienten

Ein Großteil der Aktivitäten des Online Reputation Managements, also die Kontrolle und Optimierung des Praxis-Rufs im Internet, hat mit dem Monitoring der Bewertungs- und Empfehlungsportale zu tun. Die Kriterien, die der Nutzer hier bewerten, loben und kritisieren kann, können entscheidende Handlungsimpulse geben und die Praxisarbeit verbessern – allerdings gibt es auch hier Unterschiede:

  • Bewertungsportale lassen auch die Bewertung der fachlichen Kompetenz durch den Nutzer zu – die Frage ist, ob der Patient dies wirklich bewerten kann?
  • Bewertungsportale lassen zusätzlich einen Freitext zu – der beinhaltet nicht selten den Frust eines Patienten oder wird sogar für Verschmähungen genutzt.
  • Empfehlungsportale beschränken sich auf wenige Kriterien, die mit Punkten bewertet werden können – sie dienen „nur“ zur Untermalung der eigenen Empfehlung.

Zu den Kriterien, die sowohl bei Bewertungs- als auch Empfehlungsportalen zurate gezogen werden, zählen Folgende:

  • Verfügbarkeit von Terminen (und Einhaltung der Termine)
  • Die Freundlichkeit der Mitarbeiter
  • Die Praxisausstattung
  • Zwischenmenschliches, beispielsweise Einfühlungsvermögen der Ärzte

Auf die Bewertung des Behandlungserfolges beziehungsweise dessen Qualität verzichten Empfehlungsportale bewusst, denn: Eine Empfehlung, die mit der Einstellung erfolgt, setzt einen Erfolg voraus – ansonsten würde kein Nutzer eine Empfehlung aussprechen, geschweige denn, sich die Mühe machen, diese auch ins Internet zu stellen.

Die Konsequenz für das Praxismarketing

Aus den Unterschieden zwischen Arztbewertung und Arztempfehlung ergeben sich drei Handlungsempfehlungen für das Praxismarketing:

  • Das Monitoring der Arztbewertungen auf entsprechenden Portalen sollte fortlaufend erfolgen, um insbesondere auf negative Kritiken entsprechend zeitnah reagieren zu können.
  • Arztempfehlungen sollten ebenso verfolgt und vor allem genutzt werden – entsprechende Buttons auf der Webseite zu den Empfehlungen eigener Patienten können die beiden wichtigsten Plattformen des Praxismarketing – Webseite und unabhängige Portale – ideal miteinander verknüpfen.
  • Die Präsenzen auf den Arztbewertungs- und Arztempfehlungsplattformen sollten stetig gepflegt und aktualisiert werden – so zeigen Arztpraxen, dass sie das Potenzial und die Wichtigkeit der Patientenaussagen erkannt haben. Der Dialog mit den Verfassern schlechter Bewertungen – ebenso wie mit Verfassern von Empfehlungen – kommt so sehr viel schneller zustande.

Online Praxismarketing spielt für Ärzte aller Fachbereiche eine große Rolle. Vor allem das Potenzial der zahlreichen Bewertungs- und Empfehlungsportale, die für das Online Praxismarketing wichtig sind, haben viele Praxen bereits erkannt – um das Potenzial voll auszuschöpfen, ist die Unterscheidung zwischen Arztbewertung und Arztempfehlung entscheiden, denn: Nur so lassen sich Handlungsempfehlungen ableiten, die mit dem entsprechenden Know-How professionell umgesetzt werden können.

Alexander Rus

Alexander Rus

Geschäftsführer at Evergreen Media AR GmbH
Seit 2009 bin ich besessen von Online Marketing und besonders Suchmaschinenoptimierung hat es mir angetan. Bis 2012 habe ich mich ausschließlich mit meinen eigenen Webprojekten, vorrangig Affiliate Marketing, beschäftigt. Ich liebe WordPress, hasse Gerede ohne Tests, bin kaffeesüchtig und ein richtiger SEO-Nerd, der in seiner Freizeit sogar die Patentanmeldungen von Suchmaschinen liest.
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