SEO 2022: Die wichtigsten Trends für Google-SEO

seo-dieses-jahr

Wird die SEO-Welt beim Jahreswechsel komplett auf den Kopf gestellt?

Nein, auch 2022 bleibt vieles beim Alten. Angefangen mit Googles oberster Priorität: Nutzer*innen zufriedenzustellen. Was bisher wichtig war, wird nicht plötzlich unwichtig.

Deshalb gehören Faktoren wie…

  • saubere Keyword-Recherche,
  • Suchintention,
  • gründliche Keyword-Abdeckung,
  • Themencluster (Topic Clusters) und…
  • Backlinks aus seriösen Quellen

…weiterhin in den Werkzeugkasten aller SEOs, die ihr Handwerk verstehen. Bitte hab Verständnis, dass ich auf die Grundlagen nicht allzu genau eingehen werde. Du bist ja schließlich für die Trends hier.

Mehr über die Basics wie Keyword-Recherche, Suchintention, Backlinks und Google E-A-T erfährst du in unseren Ratgebern!

Und was ist nun tatsächlich neu, wenn wir 2022 Websites für die Google-Suche optimieren wollen?

2022 könnte das Jahr werden, in dem wir die SERPs völlig neu lesen, den Content-Fokus auf Video legen, uns endgültig von Keywords als zentralem Maßstab verabschieden müssen, und vieles mehr.

Du willst wissen, was erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung für Google 2022 ausmacht? Dann bist du hier genau richtig. Wir haben die wichtigsten SEO-Trends 2022 für dich zusammengetragen.

Zum Einstieg ein kurzes Überblicks-Video, worauf es bei strategischer SEO für Unternehmen heutzutage ankommt:

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SEO-Ranking-Faktoren 2022 im Überblick

Das Wichtigste zuerst: Alles, was du in diesem Ratgeber liest, ist als Überblick gedacht.

Du musst nicht erst jeden einzelnen der Bereiche meistern, um SEO-Erfolge zu feiern.

Es geht darum, dass du neue Entwicklungen im gesamten SEO-Kontext einordnen kannst. Und dann entscheidest du, welche Trends für deine persönliche Situation am relevantesten sind.  

Unsere Einschätzung:
SEO wird 2022 nicht schwerer – jedenfalls nicht, sofern die Suchintention schon dein Kompass ist. Mach weiterhin SEO für Menschen statt für Algorithmen, und du bist bereit für 2022. Google entwickelt die organische Suche einfach konstant in die gleiche Richtung: schnellstmöglich die bestmögliche Antwort liefern. Anders gesagt, Google wird von einer Suchmaschine zu einer Antwortmaschine. Das Erfolgsrezept lautet also weiterhin „Markenaufbau + Suchintention als Leitlinie“.

Damit wir vom gleichen Standpunkt aus starten, sehen wir uns mal an, welche Faktoren im Jahr 2022 (weiterhin) SEO-Relevanz haben:

  • eine langfristig ausgelegte SEO-Strategie (und die Geduld, sie umzusetzen)
  • systematisch jene Keywords abdecken, die für dein Unternehmen relevant sind
  • ein ganzheitlicher Blick auf deine Nische, auch in Hinblick auf die semantische Suche
  • gründlich recherchierte, fehlerfreie, nützliche Inhalte, zugeschnitten auf dein Publikum (Intent Content)
  • strategischer Linkaufbau, durch den deine Website mehr Autorität bekommt
  • generell der Aufbau von Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit (Google E-A-T)
  • eine positive Nutzererfahrung (Core Web Vitals)
  • ein genauer Blick auf Entwicklungen in den SERPs

In der Grafik siehst du die wichtigsten SEO-Faktoren für 2022 nochmal zusammengefasst:

8 wichtige SEO-Faktoren für 2022

Fast alle diese Punkte werden wir uns anschließend genauer anschauen. (Fast, denn Linkaufbau und E-A-T sind längst Grundvoraussetzungen. Deshalb klammere ich diese Aspekte hier aus.)

Falls du vorher zur Sicherheit checken willst, ob dein SEO-Wissen auf dem aktuellsten Stand ist, empfehle ich dir unser Video:

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Fragst du dich gerade „Aber was ist mit Voice Search?!“

Den Punkt habe ich absichtlich weggelassen. Einfach aus dem Grund, weil die Sprachsuche jedes Jahr aufs Neue als Trend gehypt wird und es sich bisher noch jedes Mal als falsch erwiesen hat. Ich würde sagen, widmen wir uns lieber den Themen, von denen wir sicher sagen können: Das kommt auf uns zu. 😉

Meme "Voice Search SEO is not happening"

Auch Mobile First wirst du hier nicht als eigenen Punkt finden.

Denn ich gehe stark davon aus, dass du im Jahr 2021 wohl schon weißt, wie stark Google die Signale aus der mobilen Suche bewertet. Und dass ein responsives Design wichtig ist. Und, und, und.

Meme Mobile First SEO

Im Video findest du eine Einschätzung, warum „Trends“ im SEO-Bereich generell mit Vorsicht zu genießen sind und was du berücksichtigen solltest, wenn du deine Strategie entwickelst:

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In diesem Sinne, lass uns loslegen mit den „echten“ SEO-Trends 2022!

1. Nicht ohne Strategie

Na gut, „Trend“ ist hier eigentlich das falsche Wort. Eine SEO-Strategie mit Weitblick zu haben, ist weniger ein Trend als vielmehr die Grundvoraussetzung.

Denn SEO braucht einen ganzheitlichen Ansatz. „Wir haben eine Website und stopfen sie mit Keywords voll“ – das ist 2022 die denkbar sinnloseste Taktik.

Wie du deine SEO-Strategie erstellst, lernst du im ausführlichen Ratgeber!

Oder du schaust dir im Video an, welche 7 Schritte auf dem Weg zur SEO-Strategie nötig sind:

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Lass mich ein bisschen genauer erklären, warum eine Strategie so unverzichtbar ist:

  • Google liebt starke Marken.

So eine Marke entsteht nicht zufällig, sondern ist das Ergebnis langfristiger Bemühungen. Wie Google Marken erkennt und bewertet, erfährst du im Video:

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  • Im Rahmen der Strategie-Erstellung legst du eine klare Ausrichtung fest.

Sie ist das A und O. Ohne diese Ausrichtung kannst du höchstens auf Glückstreffer hoffen und musst ungleich stärker kämpfen, damit Google dich als relevant für deine Nische anerkennt.

  • SEO ist kein Paralleluniversum mit völlig anderen Regeln.

2022 solltest du Suchmaschinenmarketing als einen von vielen Bestandteilen im Marketing-Mix betrachten. SEO ist verknüpft mit allen weiteren Marketingmaßnahmen. Und die lässt du (hoffentlich) auch nicht einfach nach Lust und Laune laufen, oder? 

Glaub mir: Jede Minute, die du im Vorfeld in deinen „Schlachtplan“ investierst, hält dir später den Rücken frei.

Du hast wenig davon, wenn du hochmotiviert durchstartest, sechs Baustellen gleichzeitig anfängst und ein halbes Jahr später nichts anderes tust, als das Anfangschaos aufzuräumen.

Im Video findest du diese Gedanken genauer erklärt. Alexander und ich unterhalten uns über SEO-Strategien, unsere eigenen Erfahrungen aus der Praxis und darüber, wie weit im Voraus man überhaupt planen kann:

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Unsere Einschätzung:
SEO findet längst nicht mehr „im Hinterzimmer“ statt. Anonymität und schwindlige Taktiken haben 2022 ausgedient. Wer Googles Neuerungen für sich nutzen möchte, braucht eine klare Linie und den Mut, mit Blick in die Zukunft zu handeln.

Das war’s mit dem theoretischen Unterbau, versprochen.

Als Nächstes tauchen wir in die Praxis ein, angefangen mit dem Klassiker: Keywords, Keywords, Keywords.

Du willst deine eigene SEO-Strategie erstellen? Lerne im Ratgeber, wie das geht!

2. Themen- statt Keyword-Fokus: Themencluster

2022 gilt: Vergiss Keywords.

Jedenfalls so, wie du sie bisher gekannt hast, nämlich als einzig wahre Richtungsweiser. Heute lautet die Devise vielmehr „Themen statt Keywords“.

Nicht falsch verstehen, das heißt nicht, dass du jetzt jegliche Keyword-Listen löschen sollst. Keywords sind und bleiben weiterhin wichtig. Aus irgendetwas müssen sich die Themencluster schließlich zusammensetzen.

Es hat sich einfach der Fokus geändert: Konzentriere dich auf Themencluster statt einzelner Keywords.

Was sind Themencluster?

Themencluster (engl. Topic Clusters) sind Gruppierungen aus thematisch zusammengehörigem Content. Das heißt, Themen werden explizit miteinander in Beziehung gesetzt.

Du kennst das Prinzip vielleicht schon unter einem anderen Namen, z. B. als „Pillar & Cluster“, „Hub & Spoke“ oder „Cornerstone & Supporting Content“.

Egal, wie du es nennst, der Grundgedanke bleibt gleich:

website-struktur-hub-and-spoke

Was bringen Themencluster?

Es gibt drei Gründe, warum Topic Clusters so viel sinnvoller sind, als sich auf einzelne Keywords zu konzentrieren:

  1. Du zeigst Google, dass du Informationsbreite und -tiefe zu bieten hast. Das festigt deinen Expertenstatus.
  2. Du bekommst einen besseren Überblick, wie du im gesamten Markt dastehst. Rankings für einzelne Keywords sagen wenig aus. Wenn du jedoch für mehrere relevante Keywords zu einem Thema rankst, weißt du, dass du auf einem sehr guten Weg bist.
  3. Du machst es deinen Besucher*innen leichter, sich intuitiv durch deine Website zu bewegen. Und was Nutzer*innen hilft, hilft auch deinen SEO-Bemühungen.

Ein weiteres Mal erkennen wir die Entwicklung, die sich bei Google durch wirklich alle Neuerungen zieht: Die Sucherfahrung der User*innen soll besser werden.

Der Trend zu Themenclustern ist auch dann logisch, wenn man bedenkt, dass Google besser und besser darin wird, Kontexte zu verstehen. Ein Vorteil für all jene, die rechtzeitig ein dichtes Inhaltsnetz knüpfen.

Wie baut man Themencluster auf?

Um Themencluster aufzubauen, brauchst du in erster Linie deinen gesunden Menschenverstand und Fachwissen in deiner Nische. Ich schätze mal, davon hast du bestimmt mehr als genug. 😉

Im Video erklärt Alexander, welche Leitfragen und Tools dir helfen, deine Themen zu gruppieren und dadurch deine Ranking-Chancen zu steigern:

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Solltest du keine Zeit für das Video haben, hier nochmal ein kleiner Überblick, wie du vorgehen kannst:

  • Du bestimmst deinen Cornerstone Content. Das sind Inhalte, die thematisch allgemein gehalten sind – die ersten „Eckpfeiler“ eben. Sie sind oft auf Short-Tail-Keywords mit recht unspezifischer Suchintention optimiert (z. B. „Backlinks“).
  • Davon ausgehend erstellst du weitere Inhalte, die inhaltlich ins Detail gehen und miteinander in Verbindung stehen. Darin geht es meist um Long-Tail-Keywords mit spezifischerer Intention (z. B. „Backlinks kaufen“).
  • Im Cornerstone Content setzt du nun interne Verlinkungen zu den Detail-Beiträgen.

Der Cornerstone Content (auch „Hub“ genannt) ist quasi das „Inhaltsverzeichnis“ für alle weiteren Unterthemen („Spokes“) zu diesem Themenbereich. Hier bekommen User*innen einen ersten Überblick über das Thema und wo sie weiterlesen können.

Tipp:
In der Regel musst du gar nicht von Null anfangen, um deine Themencluster aufzubauen. Schau dir einfach mal genau an, welche Inhalte du schon hast und wie sie inhaltlich zusammenhängen. Vielleicht musst du sie nur besser „aufräumen“.
Im Content-Audit-Ratgeber lernst du, wie du so einen Check durchführst.

Brauchst du eine professionelle Grundlage für deine Content-Strategie?

3. SERPs im Wandel

Die Google-Suchergebnisse (SERPs) verraten dir unglaublich viel darüber, wohin sich die Suchmaschine entwickelt und was Nutzer*innen sehen wollen. Wir können also schlecht über SEO-Trends 2022 reden, ohne uns die Neuerungen in den SERPs und ihre (mögliche) Bedeutung anzuschauen.

Fangen wir zur Wiederholung mit den wichtigsten Fragen an, die du dir beim Blick auf die SERPs stellen solltest:

  • Wer rankt in den Top 5?
  • Welche Inhalte/Themen ranken?
  • Welche Art von Content rankt (z. B. Fließtext, Tabellen, Videos)?
  • Fehlen bei der Konkurrenz noch Inhalte, die für Nutzer*innen hilfreich bzw. wichtig wären (engl. content gap)?
Tipp: Ein ausführliches Beispiel für die SERP-Analyse findest du im Ratgeber zu Suchintentionen!

Wow, SERP-Analyse, guten Morgen, denkst du jetzt vielleicht. Stimmt, bisher nichts Neues. Folgende Features sind allerdings durchaus neu bzw. werden zunehmend wichtiger:

  • Mehr als 10 Ergebnisse auf Seite 1 (Continuous Scrolling bei Mobilgeräten)
  • Passage Ranking
  • Title-Tag-Update
  • Featured Snippets
  • Rich Snippets (Strukturierte Daten)
  • „Ähnliche Fragen“

Nehmen wir die Punkte mal genauer unter die Lupe. Was ist jeweils passiert, und welche Schlüsse können wir als SEOs daraus ziehen?

Continuous Scrolling: Mehr als 10 Ergebnisse auf Seite 1

Seit Mitte Oktober 2021 hat Google in den USA offiziell das „Continuous Scrolling“ für Mobilgeräte ausgerollt. Wir dürfen davon ausgehen, dass die Änderung früher oder später auch bei uns ankommen wird.

Was ist Continuous Scrolling?

Kurz gesagt, fällt der Klick auf „mehr anzeigen“ nach den ersten 10 Suchergebnissen weg.

Am Ende der Top 10 siehst du direkt die Ergebnisse der nächsten 4 Suchergebnisseiten. Optisch näheren sich die mobilen SERPs damit Social-Media-Feeds an, die gefühlt endlos neue Beiträge laden. Mit einem Unterschied: Es handelt sich bei den SERPs nicht um Infinite Scrolling.

Tweet von Danny Sullivan zu Continuous Scrolling
Quelle: Twitter

Neu ist außerdem, dass der Hinweis für Google-Anzeigen („Ads“ bzw. „Gesponsert“) nicht mehr grün hervorgehoben wird, sondern schwarz bleibt.

Was heißt das?

Ist diese Neuerung ein SEO-Erdbeben? Nein, aber ein paar Konsequenzen können wir durchaus ablesen:

  • Theoretisch bekommen jene Seiten mehr Sichtbarkeit, die weit oben auf Seite 2 ranken. (Sofern User*innen tatsächlich so weit nach unten scrollen.)
  • Google kann nun Anzeigen flexibler platzieren. Längere SERPs bedeuten, dass Google Ads genauso gut zwischen verschiedenen organischen Ergebnissen stehen können. Auch das kennst du aus Social-Media-Feeds.
  • Werbeanzeigen fügen sich unauffälliger ins Gesamtbild ein. Ohne den grünen „Anzeige“-Hinweis verschwimmen die visuellen Grenzen zwischen organischen und bezahlten Ergebnissen. Das könnte sich v. a. auf die Klickraten auswirken.

Achtung:

Das alles gilt vorerst nur für die SERPs auf Mobilgeräten. Wir tippen allerdings darauf, dass Continuous Scrolling letztendlich auch in der Desktop-Suche zu finden sein wird.

Kann man für Continuous Scrolling optimieren?

Nein. Hier geht es primär um eine Entwicklung, die du kennen solltest.

Das Einzige, was du aktiv tun kannst, ist Snippet-Optimierung.

Fokussiere dich noch stärker darauf, Title Tag und Meta Description interessant zu gestalten. Denn so bekommt dein Suchergebnis im besten Fall mehr Klicks. Letztendlich entscheidet Google aber selbst, welches Snippet ausgespielt wird.

Passage Ranking

Beim Passage Ranking ist wieder mal der Name Programm: Der Google-Algorithmus hat gelernt, nicht nur die Relevanz von URLs zu bewerten, sondern auch von einzelnen Textpassagen. Besonders bei Long-Tail-Keywords scheint das häufig zu passieren. 

Hier der Überblick, was Passage Ranking ist und mit welchen 4 Hacks du es für dich nutzen kannst:

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Was ist Passage Ranking?

Passage Ranking bedeutet, dass einzelne Passagen aus einem längeren Text ranken. Die Passage kann überall auf der betreffenden Seite stehen. 

Die Neuerung ist als Versuch gedacht, Seiten mit ausführlichem Content mehr Sichtbarkeit zu verschaffen. Denn in solchen Inhalten werden manche Themen (notwendigerweise) früher behandelt als andere.

So passiert es schnell, dass eigentlich relevante Informationen keine Aufmerksamkeit bekommen, weil sie erst später im Content folgen. Diesem Effekt soll Passage Ranking entgegenwirken.

Achtung:
Passage Ranking und Featured Snippets sind nicht das Gleiche! Beim Featured Snippet zieht Google einen in sich abgeschlossenen Frage-Antwort-Block aus dem Content. Die Kombination wird dann als hervorgehobenes Snippet ausgespielt. Passage Ranking wiederum ist eher auf „klassische blaue Links“ ausgelegt, so Martin Splitt.  

Was heißt das?

Passage Ranking lässt vor allem einen großen Schluss zu – und der hat es in sich:

Google bewertet nicht länger (nur) auf Seitenebene, sondern berücksichtigt auch die Satzebene. So bekommen User*innen direkt ihre Antwort, ohne die Nadel im Content-Heuhaufen suchen zu müssen.

Das heißt, du kannst theoretisch sogar dann ranken, wenn

  • die jeweilige Nutzerfrage nur in einem Abschnitt auf einer deiner Seiten thematisiert wird und
  • dieser Abschnitt eben nicht am Anfang des Beitrags steht.

Es wird also immer noch wichtiger, Content in übersichtliche Absätze mit gut verständlicher Sprache zu gliedern.

Kann man für Passage Ranking optimieren?

Nein, nicht wirklich.

Wenn du bereits umfassende, gut strukturierte Inhalte erstellst, konzise Sprache verwendest und Long-Tail-Keywords im Blick hast – dann gibt es wenig, was du aktiv tun kannst. Und wenn nicht, weißt du jetzt, dass es höchste Zeit ist, damit anzufangen!

„If you know what you are doing… passage ranking will be the least interesting thing that has ever happened to you.“

Martin Splitt, Google

Strukturierte Daten (Rich Snippets)

Durch Rich Snippets kann Google die User Experience in den Suchergebnissen optimieren: Wenn die Antwort sofort ersichtlich ist, macht das Nutzer*innen happy. Also irgendwie logisch, dass Google bei dieser Entwicklung ordentlich nachlegt, oder?

Solche Rich Snippets hast du bestimmt schon hundertfach gesehen. Der Vollständigkeit halber schauen wir sie uns trotzdem nochmal im Schnelldurchlauf an:

Was sind Rich Snippets?

Rich Snippets enthalten neben grundlegenden Informationen, wie du sie in jedem Google-Snippet siehst (aka der klassische blaue Link), zusätzliche Informationen.

Das können z. B. Sternebewertungen sein oder auch FAQs direkt unter der Meta Description:

Beispiel für Rich Snippet mit FAQ

Wenn du zur entsprechenden Stelle in unserem „Was ist SEO?“-Ratgeber springst, siehst du eben jene Fragen im FAQ-Akkordeon.

Google bezieht die Informationen für solche Rich Snippets aus den sog. strukturierten Daten (auch als Schema Markup bekannt). Diese implementierst du manuell im Quelltext der jeweiligen Seite. 

Hörst du gerade zum ersten Mal von strukturierten Daten?

Dann dürfte dich das Video interessieren: Alexander erklärt, was strukturierte Daten sind, welche Vorteile sie bringen und inwiefern sie (k)ein Ranking-Faktor sind.

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Was heißt das?

Im Grunde vor allem eins: Rich Snippets verhelfen dir zu mehr Aufmerksamkeit in den SERPs, denn sie heben sich optisch von „normalen“ ab. Manche Arten sind zudem ein Vertrauenssignal, z. B. positive Produktbewertungen.

Mögliche Zusatzinformationen in Rich Snippets sind u. a.:

  • Bewertungen (z. B. Sterne)
  • Zutaten für Rezepte
  • Termine & Veranstaltungen
  • Urheberinformationen
  • FAQ

Falls du gleich loslegen willst, erfährst du im Video, wie du FAQ-Markup bestmöglich einsetzen kannst:

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Kann man für Rich Snippets optimieren?

Ja, du kannst in Javascript oder im HTML-Code selbst festlegen, welche strukturierten Daten enthalten sein sollen.

Aber nein – das ist keine Garantie, dass das Rich Snippet so angezeigt wird, wie du es gerne hättest. Wie so oft gilt: Google sitzt bei der Entscheidung am längeren Hebel.

Wenn du dich allerdings an Googles Richtlinien für das jeweilige Markup hältst (hier z. B. die Richtlinien zum Product-Markup) und den Code korrekt implementierst, wird Google die Rich Snippets in den meisten Fällen auch wie gewünscht darstellen.

Das Schema Markup lässt sich relativ leicht implementieren.

Dabei hilft dir u. a. der kostenlose „Schema Markup Generator“ von Technical SEO weiter. Hier wählst du aus, welche Art von Markup du generieren willst:

Screenshot vom Schema Markup Generator

Nun gibst du deinen gewünschten Text ein. Anschließend bekommst du einen Codeschnipsel, den du im Quellcode einbindest – und fertig.

Abschließend solltest du noch den Test für Rich-Suchergebnisse verwenden, um zu überprüfen, ob das Markup auch aus Googles Sicht korrekt ist.

Title-Tag-Optimierung

Bei diesem Punkt verzichte ich auf „Was ist das“ und „was heißt das“ – von Title Tags dürften wohl auch die größten SEO-Neulinge schon gehört haben. 😉

Bleibt die Frage, wie du deinen Title Tag und die Meta Description so gestalten kannst, dass sie tatsächlich interessant klingen. Das Ziel muss immer sein, mit wenigen Wörter zu vermitteln: „Ich weiß, wovon ich spreche. Das ist das, wonach du gesucht hast.“

Wie du das am besten anstellst und den Meta Title bzw. Title Tag deiner Seiten optimierst, erklärt Alexander im Video:

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Warum ist das so wichtig?

Nun ja, was uninteressant klingt, klickt niemand an. Und die Klickrate (engl. Click-Through Rate) ist eine jener kleinen Stellschrauben, die Google genau im Blick behält.

Zur Orientierung: Die Klickrate für Position 1 liegt laut SEMrush in der organischen Suche bei rund 30%.

Das deckt sich in etwa mit einer Studie zu Featured Snippets von Ahrefs (2017): Darin entfielen 26% der Klicks auf die erste URL. Gab es wiederum ein Featured Snippet, lag die Klickrate für das erste organische Ergebnis bei 19,6%.

Und als wären die Featured Snippets nicht schon Konkurrenz genug, gab es 2021 auch noch das Title-Tag-Update.

Seit dem Update schreibt Google teilweise Title Tags um. Gnadenlos.

Das passiert meistens dann, wenn der Title in Googles Augen

  • nicht zum Seiteninhalt (und v. a. der H1) passt.
  • zu kurz ist.
  • zu lang ist.

Außerdem gibt es seit dem Update nur noch einen Title Tag pro URL. Google generiert nicht länger zu unterschiedlichen Suchanfragen für dieselbe URL jeweils einen eigenen Title Tag.

Achte bei Title Tags deshalb unbedingt auf Relevanz und halte dich kurz. Zwar kannst du nie ganz beeinflussen, welchen Titel und welche Meta Description Google nun tatsächlich ausspielt. Aber einfach herschenken muss man die Gelegenheit deshalb ja auch wieder nicht.

Willst du wissen, wie du Title Tag & Meta Description optimieren kannst?

4. Page Experience, Core Web Vitals & Accessibility: verstärkter Fokus auf UX

Wenn wir von SEO-Trends 2022 reden, darf natürlich das Stichwort Page Experience inklusive Core Web Vitals nicht fehlen.

In diesem Abschnitt sehen wir uns an, was du diesbezüglich beachten musst. Wir werfen außerdem einen Blick auf das Stichwort Accessibility: Wie machst du deine Website möglichst breit zugänglich?

Welche Metriken gehören zur Page Experience?

Spätestens seit dem Page Experience Update schaut Google ganz genau hin, was die User Experience auf Websites betrifft. Seit Juni 2021 galt das zunächst in Bezug auf Mobile.

Ab Februar 2022 wird Page Experience allerdings auch für Desktop ausgerollt. Spätestens Ende März 2022 soll das Rollout dann abgeschlossen sein. 

Folgende Metriken zählen zur Page Experience:

  • LCP
  • CLS
  • FID
  • HTTPS
  • keine Interstitials
  • Mobile Friendliness

Core Web Vitals kurz erklärt

Die Core Web Vitals sind ein zentraler Teil der Page-Experience-Metriken (s. o.) und setzen sich aus folgenden drei Werten zusammen:

  • Largest Contentful Paint (LCP) – wie schnell sehen Nutzer*innen den Main Content?
  • Cumulative Layout Shift (CLS) – wie stabil ist das Layout der Webseite? Verschieben sich einzelne Elemente während des Ladevorgangs?
  • First Input Delay (FID) – wie schnell kann man mit der Seite interagieren, z. B. scrollen oder Buttons anklicken?

Hier siehst du, wie die Core Web Vitals im Page-Experience-Kontext zu verstehen sind:

Core Web Vitals als Teil der Page Experience

Vereinfacht gesagt, geht es also um die Nutzererfahrung (engl. user experience, abgekürzt UX).

Was damit alles zusammenhängt und was du generell über Core Web Vitals und Page Experience wissen solltest, erklärt Alexander im Video:

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Wo kann man Page-Experience-Signale messen?

Alle Werte zur Page Experience kannst du in der Google Search Console überprüfen. Unter Nutzerfreundlichkeit (und „Core Web Vitals“) findest du dort eine Übersicht der schlechten bzw. zu optimierenden URLs auf deiner gesamten Website.  

Screenshot Google Search Console und Core Web Vitals

Die Core Web Vitals im Speziellen kannst du außerdem mit Tools wie WebPageTest oder PageSpeed Insights checken.

So zeigt dir WebPageTest an, was deine Website langsam macht. Gib die gewünschte URL in die Leiste ein und schau dir im Ergebnis an, wo die größten Baustellen liegen.

Im Beispiel siehst du, dass bei der betreffenden URL ein Problem mit dem Largest Contentful Paint besteht:

Screenshot WebpageTest

Keine Sorge: Sofern eine ausgezeichnete Nutzererfahrung (UX) sowieso schon deine oberste Priorität ist, hast du bezüglich Core Web Vitals nichts zu befürchten.

Zur positiven UX zählt maßgeblich auch der Content.

Deine Website kann noch so exzellente Core Web Vitals bzw. Page-Experience-Werte haben – wenn die Inhalte schlecht sind, wird der Erfolg trotzdem ausbleiben. Das bestätigt Google selbst:

A good page experience doesn’t override having great, relevant content.“

Accessibility

Eine bessere Nutzererfahrung ist eine feine Sache – allerdings nur dann, wenn wirklich alle Nutzer*innen etwas von der Verbesserung haben. Websites müssen auch für behinderte Menschen bestmöglich zugänglich sein.

Bühne frei für…

Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG)

Die Web Content Accessibility Guidelines sind ein Standard, der zum barrierefreien Internet beitragen soll. Für die Websites von öffentlichen Stellen in der EU ist dieser Standard bereits verbindlich.

Damit auch deine Website in Sachen Zugänglichkeit gut aufstellt ist, empfehle ich dir, einen Blick in die Guidelines zu werfen. Du findest sie entweder…

Im Leitfaden ist festgehalten, dass Web-Inhalte (Fließtext, Videos, Bilder etc. plus Code/Markup) vier Kriterien erfüllen sollen:

  1. wahrnehmbar (perceivable)
  2. funktionsfähig (operable)
  3. verständlich (understandable)
  4. robust (robust)
Kriterien für Websites: wahrnehmbar, funktionsfähig, verständlich, robust

Klingt alles ein bisschen abstrakt?

Dann überleg dir zuerst einfach mal, vor welchen Herausforderungen behinderte Menschen beim Surfen stehen.

Wenn du z. B. einwandfrei siehst, ist dir die Bildunterschrift vermutlich nicht so wichtig. Bilder sagen schließlich mehr als tausend Worte, oder?

Tja, jetzt stell dir vor, du siehst den Bildinhalt eben nicht, oder nur verschwommen. Du bist nun auf die Bildbeschreibung bzw. den Alt-Text angewiesen. Wenn es beides nicht gibt, ist das Bild oder die Infografik für dich nutzlos.

Damit sind wir schon bei den konkreten Maßnahmen, wie du deine Website besser zugänglich machen kannst:

  • Verwende Bildbeschreibungen und einen aussagekräftigen Alt-Text. Ein Beispiel, was damit gemeint ist:
Beispiel für aussagekräftige Bildbeschreibung
  • Achte auf klare Farbkontraste zwischen Schrift und Hintergrund.
  • Verwende sprechende Ankertexte.
Tipp: Im Ratgeber lernst du, wie du perfekte Ankertexte für interne Links schreibst.
  • Achte auf einfach verständliche Sätze und eine klare hierarchische Struktur im Content (HTML-Überschriften etc.).

Warum sind die letzten beiden Aspekte aus Accessibility-Sicht so wichtig? Einfach deshalb, weil es hier um die Lesbarkeit für Screenreader geht. Screenreader sind Programme, die (Web-)Inhalte vorlesen.

Hörst du zum ersten Mal von Screenreadern? Dann empfehle ich dir, kurz das Video anzuschauen. Es wird demonstriert, wie so ein Screenreader klingt und wie die Anwendung in der Praxis abläuft:

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Zugänglichkeit für den Googlebot

Zu guter Letzt muss deine Website natürlich für den Googlebot zugänglich sein. Wir empfehlen dazu immer:

  • Beseitige Crawling-Fehler. Das können etwa URL-Fehler oder Webseitenfehler (Probleme mit dem Server oder der robots.txt-Datei, …) sein.
  • Achte auf saubere, funktionierende Weiterleitungen (keine Ketten).

Willst du individuelle Tipps, wie du deine Website verbessern könntest?

5. Content-Marketing: Video als Top-Content-Format

SEO ohne Content-Marketing? Unmöglich. Wie schon gesagt, zählt hochqualitativer Content auch 2022 zu den wichtigsten Säulen im Marketing-Mix.   

Willst du Beispiele für gelungenes Content-Marketing sehen? Schau im Ratgeber vorbei!

Was braucht „perfekter Content“ nach wie vor?

Ein paar wesentliche Kriterien von hochwertigem Content bleiben uns 2022 unverändert erhalten. Kurz zusammengefasst:

  • Keine Angst vor Long-Form-Content! In einer SEMrush-Untersuchung bekamen Beiträge mit >7.000 Wörtern fast 4x mehr Traffic als solche mit 900-1.200 Wörtern. Nicht vergessen, Google braucht nach wie vor Text, um Keyword-Relevanz zu bestimmen.

Mehr dazu erklärt Alexander im Video:

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  • Content-Design ist Teil des Deals. Der höchste Informationsgehalt bringt wenig, wenn er schlecht präsentiert wird. Eine übersichtliche visuelle Aufbereitung ist Pflicht!
  • Bring es auf den Punkt. Beantworte Fragen sofort, und fasse komplexe Inhalte in Infografiken zusammen. Je schneller verständlich deine Aussage, desto besser.

Der neue Spitzenreiter: Video-Content

Na gut, „neu“ ist relativ. Fakt ist jedenfalls, dass du im Content-Marketing um Videos nicht mehr so recht herumkommst. Ja, sogar im B2B-Bereich.

Wie setzt man Videos im B2B-Content-Marketing ein? Das erfährst du im Ratgeber!

Solltest du generell wenig Ressourcen für Content-Marketing haben, ist es natürlich sinnvoller, mit Text-Content anzufangen und dadurch wichtige Keywords abzudecken.

Für alle anderen gilt aber: keine faulen Ausreden! Ansonsten siehst du vermutlich bald die Konkurrenz an dir vorbeiziehen.

Ich habe dir mal ein paar Best Practices für Video-Content zusammengefasst. Die Tipps basieren auf Erfahrungen, die wir in den letzten Jahren mit unserem YouTube-Kanal gemacht haben.

YouTube eignet sich gut als externe Plattform für Video-Content.

Warum? Da gibt es mehrere gute Gründe:

  1. Die Videos bleiben noch nach Jahren verfügbar. Das kann man von Reels bei Instagram oder Facebook-Videos nicht behaupten.
  2. YouTube ist ein Google-Dienst. Wir können also davon ausgehen, dass es für dich bei Google sicher keine Nachteile hat, wenn deine Videos auf YouTube sehr gut ankommen.  
  3. YouTube Analytics liefert dir eine Menge Informationen, was funktioniert und was nicht. So kannst du deinen Video-Content laufend verbessern und deine Zielgruppe besser verstehen.
Willst du mehr zu Analytics und Co. wissen? Schau bei unseren Ratgebern zu YouTube-SEO und YouTube-Marketing vorbei!

Teile deine Videos in Abschnitte auf.

Je einfacher du es Nutzer*innen machst, deine Inhalte zu konsumieren, desto besser. Das gilt für Videos ebenso wie für Texte.

Deshalb: Unterteile deine Videos in einzelne Segmente. In der Videobeschreibung fügst du dann Sprungmarken für die jeweiligen Kapitel ein.

Das ist einerseits aus UX-Sicht hilfreich. Andererseits machst du es YouTube und Google durch die Beschreibung leichter, die Relevanz des Videos zu bewerten. Wie oben schon gesagt: Text-Content verstehen die Algorithmen immer noch am besten.

Definiere „wichtige Momente“ in deinen Videos.

Google spielt gerne mal Video-Karusselle oder einzelne Videos in den SERPs aus, wie wir ja schon wissen. Manchmal werden dann direkt „wichtige Momente“ aus dem Video angezeigt.

Dabei handelt es sich um die Sprungmarken, die du selbst gesetzt hast. Wenn du z. B. zu unserem Video über SEO-Strategien gehst, siehst du in der Videobeschreibung das „Inhaltsverzeichnis“. Genau jene Punkte finden wir auch in den SERPs wieder:

Beispiel für wichtige Momente in Videos

Allgemeine Best Practices für Video-Inhalte

Willst du nur bewegte Bilder? Oder doch ein interessantes, durchdachtes Video?

Im zweiten Fall empfehle ich dir:

  • Lade das Transkript runter, bessere es aus und lade es wieder hoch.
  • Füge Untertitel ein.
  • Sag in den ersten 5-10 Sekunden, was man davon hat, das Video anzuschauen.
  • Fass die wichtigsten Punkte am Schluss knapp zusammen.
  • Schaff dir ein grundlegendes Equipment an (Stativ fürs Smartphone, Mikro).

Willst du professionelles, maßgeschneidertes Content-Marketing für deine Website?

6. Von BERT zu MUM (Multitask Unified Model)

BERT steht für Bidirectional Encoder Representation from Transformers. Falls du nicht erst heute mit SEO loslegst, ist die Abkürzung sicher nichts Neues für dich.

Wahrscheinlich weißt du auch, dass Google es durch BERT geschafft hat, semantische Zusammenhänge besser zu verstehen. Warum? Weil der Kontext rund um ein Wort erkannt wird.

Im Mai 2021 kündigte Google nun die nächste AI-Entwicklung in der semantischen Suche an: MUM (Multitask Unified Model).

Was ist MUM?

MUM ist eine Künstliche Intelligenz von Google, die die sprach- und medienübergreifende Suche ermöglichen soll. Das Ziel ist, dass Nutzer*innen weniger verschiedene Suchen durchführen müssen, um alle Informationen rund um ihre Frage zu sammeln.

In the future, you‘ll need fewer searches to get things done.“

Google

MUM soll 1.000-mal stärker sein als BERT, so Google.

„Stärker“ bedeutet, dass die Künstliche Intelligenz Videos, Bilder, und Texte aus 75 verschiedenen Sprachen analysiert. Dabei sollen Kontext, emotionale Färbungen bei Suchanfragen etc. erkannt werden. Und auch der Tonfall soll sich ändern, hin zu einer natürlichen, gesprächsähnlichen Interaktion. (Für AI-Nerds: Dahinter steckt eine Technologie namens LaMDA.)

Du fragst dich jetzt vermutlich…

Was bedeutet MUM für SEO?

Kurz gesagt: wenig.

Ja, es ist ein gewaltiger Sprung, den Google da plant. Aber mit jeder Neuerung, die Google ankündigt, sprießen gleichzeitig eine Menge falsche Schlüsse aus dem SEO-Boden.

Die zwei größten Mythen habe ich hier mal eingeordnet:

  • „Wir müssen unbedingt für MUM optimieren!!“

Falsch.

Wenn eine holistische Herangehensweise an das Thema Content-Marketing bisher dein Ansatz war, machst du bereits alles richtig. Wenn du dich nach wie vor an WDF*IDF etc. aufhängst – dann, ja dann solltest du anfangen, deinen Content generell zu optimieren. Fang an, vernetzt zu denken: Welche Medien, Antworten und weiterführende Verweise brauchen User*innen in einer spezifischen Situation? Voilà, da ist sie, die MUM-Optimierung.

  • „MUM wird SEO ersetzen.“

Falsch.

MUM ist eine Künstliche Intelligenz, ein weiterentwickelter Algorithmus. SEO ist ein Marketingkanal. Es ist, also würdest du sagen: „Straßen werden Autos ersetzen.“ MUM wird über kurz oder lang dazu führen, dass SEOs sich noch mehr bemühen müssen, Suchanfragen lückenlos und im bestmöglichen Format zu beantworten.

Keine Zeit für aufwendige SEO-Bemühungen? Wir übernehmen für dich!

Fazit: Wie du 2022 deine SEO verbessern kannst

Das Grundrezept für gelungene Website-Suchmaschinenoptimierung im Jahr 2022? Ein ganzheitlicher Ansatz, den du bis zum Ende durchgedacht hast.

Fassen wir vor diesem Hintergrund nochmal zusammen, worauf es bei Suchmaschinenoptimierung für Unternehmen heutzutage ankommt.

Die SEO-Trends 2022, die du kennen solltest, sind:

  • Brand Building bzw. Aufbau von Markenautorität

Je stärker du dich und dein Unternehmen positionierst und je geschärfter dein Profil ist, desto vertrauenswürdiger und erfolgreicher trittst du auch im virtuellen Raum auf. Markenaufbau kostet Zeit und Geduld, aber es ist langfristig die sicherste Methode, Google von dir als relevanter Anlaufstelle zu überzeugen.

  • Holistische Herangehensweise an Themen

Vergiss WDF*IDF, „mindestens 600 Wörter“ und wie die Regeln alle heißen. Du gewinnst dann, wenn du Themenfelder und Keywords so abdeckst, wie sie es verlangen. Du willst die besten Antworten liefern.

Sieh es so: Eine URL, die du auf ein Keyword optimierst, ist wie ein Blatt Papier. Ein Blatt Papier macht noch kein Buch. Und nur Bücher schaffen es in eine Bücherei. Nichts anderes will Google sein: eine gigantische Bücherei für alle Arten von Wissen. Je mehr Wissen du lieferst und je schöner du es verpackst, desto weiter vorne im Regal kann dein Buch stehen. Das wird 2022 gelten, 2023, 2024, …

  • SERP-Entwicklung

In den SERPs zeigt Google glasklar, was Nutzer*innen sehen wollen. Das wiederum ist deine Richtlinie für SEO-Maßnahmen. Behalte also laufend im Blick, welche neuen Funktionen dort auftauchen. Was sagt das über Suchintentionen und das Suchverhalten aus? Musst du etwas Bestimmtes tun, um dem zu entsprechen?

  • Core Web Vitals und Accessibility

Ohne gute Page-Experience-Werte bzw. eine positive Nutzererfahrung wird es deine Website schwer haben. So ehrlich muss man sein. Solltest du feststellen, dass du dich hier nicht wirklich auskennst: Hol dir die nötige Hilfe. Dafür sind Fachleute ja da. 😉 

  • Content-Marketing mit Fokus auf Video

Bei dem Punkt gibt es nicht viel zu erklären: Video-Inhalte werden uns alle im Content-Marketing in den nächsten Jahren definitiv auf Trab halten. Vergiss dabei aber nicht, dass sich Videos a) für deine Zwecke lohnen müssen und sie b) Teil deiner Gesamtstrategie sein sollten.

Du weißt ja: Auf die individuelle Situation kommt es an…

Last but not least: Lass dich nicht davon einschüchtern, dass SEO zunehmend komplexer wird.

Solange du Prioritäten richtig setzt und dir Schritt für Schritt das vornimmst, was für dich machbar ist, bist du auf dem richtigen Weg. Wir haben über die Jahre gelernt, dass es immer an den Grundlagen scheitert, nicht daran, ob du die neuesten Trends schnellstmöglich implementierst.

Deshalb empfehle ich dir abschließend noch unser Video zur SEO-Prioritätensetzung 2022: Welche 4 Taktiken sind am wichtigsten und wie kannst du vorgehen?

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Hast du Fragen, Meinungen oder deine eigenen Vermutungen zu SEO-Trends 2022? Schreib uns gern einen Kommentar!

Häufig gestellte Fragen zu SEO-Trends

Google bewertet Websites bzw. einzelne Seiten primär nach folgenden Faktoren:

  • Relevanz zur Suchintention hinter einem Keyword
  • Autorität (= wie steht es um das Linkprofil?)
  • Vertrauenswürdigkeit
  • Nutzerfreundlichkeit (Nutzersignale)
  • Expertise, d. h. hohe Content-Qualität 

Auch die Markenstärke spielt eine Rolle. Wer mit SEO langfristig Erfolge erzielen will, sollte deshalb anfangen, ganzheitlich zu denken: Wie macht man die eigene Marke bekannt und zur ersten Anlaufstelle?

Grundsätzlich ist Suchmaschinenoptimierung ganz einfach. Alles dreht sich um:

  • Content
  • Links
  • Website-Struktur
  • Nutzersignale

Alles, was diese vier Aspekte fördert, trägt zum Markenaufbau bei und verbessert die Sichtbarkeit in den organischen Google-Suchergebnissen. 

SEO sollte 2022 ein Teil des Marketing-Mix sein, denn Suchmaschinenoptimierung ist mit 53,3% des gesamten Web-Traffics der stärkste Online-Marketing-Kanal. Zugleich muss SEO durch andere Kanäle ergänzt werden, sodass eine starke Marke entsteht. Im Video findest du die genaue Erklärung. 

Die wichtigsten SEO-Entwicklungen sind:

  • Google wird von der Such- zur Antwortmaschine.
  • Zur OnSite-/OnPage-Optimierung gesellt sich die Optimierung für SERP-Funktionen. 
  • Video-Content ist auf dem Vormarsch. 
  • Markenaufbau wird unverzichtbar für erfolgreiche SEO.
  • Ohne eine reibungslose User Experience geht nichts. 

Head of SEO
Marlies ist Expertin für Strategieentwicklung, Kampagnen-Management und Datenanalyse.

Kommentare

  1. Ein sehr toller und hilfreicher Artikel, vielen Dank dafür!

    Gerne würde ich Euch ja für mein SEO engagieren, aber in Eurem Footer-Widget steht, dass Ihr erst ab 3000 Euro arbeitet…

    Habt Ihr evtl. auch günstigere Pakete für Kleinunternehmer?

    Ich bin Hochzeitsfotograf und der Markt ist leider total übersättigt und schwer umkämpft…

    Habt Ihr da eine Idee, wie man kostengünstig werben könnte?

    Liebe Grüße, Christian

    • Hallo Christian,

      vielen Dank für deinen Kommentar!

      Ja, das ist unser Startbudget für laufende SEO-Betreuung. Wir haben als SEO-Agentur festgestellt, dass es sinnvoller aus Sicht der Ergebnisse ist, einige größere Projekte zu betreuen, als viele kleine Projekte.

      Was wir aber auch anbieten, sind einzelne Leistungspakete. Ein Übersicht findest du unter https://www.evergreenmedia.at/einmalige-seo-pakete/.

      Viele Grüße aus Innsbruck,

      Alexander

  2. Nach unserer Erfahrung hat Google mittlerweile seine Ranking-Kriterien verändert, weg von Backlinks hin zum Besucherverhalten: So wird z.B. hoch gewichtet, wie lange der User auf der Seite verbleibt. Auch hat die interne Verlinkung grossen Einfluss auf das Ranking: Hier kann der Webseiten- oder Blog-Betreiber in eigener Regie sehr viel tun und ist dabei völlig frei, ohne jede Gefahr von Abstrafungen. Ein weiteres von Google fürs Ranking hoch gewichtetes Kriterium ist der Page-Speed, wiederum vom Webseitenbetreiber selbst steuerbar. Inwieweit Backlinks stand heute überhaupt noch wichtig sind, ist mir nicht klar.

    • Hallo Franz,

      vielen Dank für deinen Kommentar!

      Backlinks bleiben auch in 2019 ein essentieller Ranking-Faktor. Wie soll Google sonst die Autorität und Vertrauenswürdigkeit einer Website messen?

      Viele Grüße aus Innsbruck,

      Alexander

  3. Hi Alexander,

    danke für diesen guten Artikel zum SEO 2019.
    Ich persönlich finde ja die „SEO“ FAQ’s eine wirklich tolle Sache. Hier kann man der Seite nochmal einen richtigen Boost geben und natürlich nicht zu vergessen: Dem Nutzer der Webseite enorm weiterhelfen. Einige unserer Kunden haben damit schon erfolgreich ihr Ranking verbessert.

    Schöne Grüße aus Bayern 👋
    Lukas Kroiher
    Webdesign-Agentur-Rosenheim.de

  4. Hallo Alexander,

    ich lese und schaue deine Sachen wirklich sehr gerne. Vor allem weil es da draußen so viele verschiedene „Experten“ gibt. Damit ich den Wald vor lauter Bäumen noch sehe, habe ich irgendwann mal beschlossen mich nicht verrückt zu machen und immer wieder bei ein paar ausgewählten Experten nachzusehen. Du bist auf meiner Liste dabei und stehst damit in einer Reihe mit Gary Vaynerchuck, Rand Fishkin und Joe Pulizzi.

    Vielen Dank für viele tolle Inhalte!

    lg
    Manuel

  5. HI!
    Ich verfolge eure Screencasts etc. schon länger – finde ich alles sehr fein … es stellt sich nur bei mir die Frage, warum ihr in der mobilen-Version keinen „Nach oben scrollen-Button“ habt?

    Es geht ja um die Nutzerfreundlichkeit und ich denke, das ist wichtig – ist das irgendwie beabsichtigt oder liegt es an meinem Androit bzw. am alten Iphone, dass es den Button nicht gibt?
    LG 🙂

  6. Wirklich spannende Ansätze. Gerade beim Thema Brand-Building sehe ich langfristig die Zukunft. Hierzu ist gerade das Storymarketing sehr effizient. Liebe Grüße aus Nürnberg & weiter so!

  7. Hallo,
    als SEO-Süchtiger wusste ich eigentlich alles, was ihr geschrieben habt. Trotzdem ein richtig guter Artikel. Ich habe ihn komplett gelesen. Kurze Abschnitte, auf den Punkt gebracht, gut strukturiert.
    Das ist ein Cornerstone Inhalt vom Feinsten. Vielen Dank.

  8. Vielleicht kommt das daher, dass ihr den Artikel seit mindestens 2019 aktualisiert, aber da sind bereits etablierte oder ausgelutschte Maßnahmen dabei, die ich 2022 längst nicht mehr als „Trends“ bezeichnen würde… vor allem strukturierte Daten und allem voran das FAQ-Markup, welches ihr als Beispiel genannt habt. Gefühlt jede Redaktion mit bissel Ahnung von SEO knallte das FAQ-Markup in jeden Artikel.

    Google zeigt das daraus erzeugte Rich Result kaum noch an – das gilt zum Beispiel auch für euren Artikel hier. Ihr nutzt ebenfalls das FAQ-Markup in diesem Artikel, welches beim Suchbegriff „seo trends 2022“ z.B. nicht ausgespielt wird. Hättet ihr den Podcast von Google „Search off the record“ zum Thema „What to expect from Search Central in 2022?“, wüsstet ihr , dass Google selbst immer besser im Auswerten der Daten wird und die Rich Results damit bald nicht mehr so relevant sind, wie sie es früher mal waren. Warum also das Thema wieder pushen?

    Das Thema Alt-Tags in einem Artikel über SEO-Trends überhaupt erwähnen zu müssen ist auch schon sehr sehr schräg… das ist eigentlich ein Best Practice, welches nicht explizit erwähnt werden muss.

    Ich verstehe nicht, warum diese Liste hier so abgefeiert wird in den Kommentaren.

    Liebe Grüße

    • Hallo Patryk,
      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Wir verstehen deine Kritik und in einigen Punkten hast du natürlich recht. Unsere Ratgeber sind so verfasst, dass möglichst viele davon profitieren. Das schließt dann auch ein, dass Themen behandelt werden, die für SEO-Profis ein alter Hut sind, für den Großteil der Zielgruppe jedoch nicht. Da kann der Hinweis, dass es so etwas wie strukturierte Daten gibt, sehr hilfreich sein. 😉
      Liebe Grüße
      Marlies

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