Content is King

Content is King? Die User entscheiden, was hochwertig ist

Suchmaschinenoptimierung ist ein breit gefächertes Thema, klar ist allerdings, dass sie essentiell für den Online-Erfolg einer Webseite und damit für alle Onlineaktivitäten ist. Und das bedeutet, dass erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung einen nicht zu unterschätzenden Zeitaufwand benötigt, denn eine entsprechende Strategie ist nicht in fünf Minuten aufgestellt. Immer wieder im Fokus ist die Aussage eines der führenden Sprecher der größten aller Suchmaschine: Matt Cutts, seines Zeichen Chef des Webspam-Teams von Google. Laut Cutts ist nämlich „guter Content“, ganz entscheidend für den SEO-Erfolg. Aber was genau bedeutet das eigentlich?

Es war einmal vor langer langer Zeit – so fangen die berühmtesten aller Märchen an. Und es hat den Anschein, als ob auch Matt Cutts diese Geschichten nicht nur einmal gelesen hat. Denn der Google Frontmann tischte SEO-Profis eine Story auf, die sich bis heute sehr hartnäckig hält. Gemeint ist seine Aussage, dass Suchmaschinenoptimierung nur funktioniert, wenn das Unternehmen hochwertige Inhalte veröffentlicht. In diesem Zusammenhang denkt man natürlich sofort an das momentane Buzzword Content-Marketing. So stehen gelassen würde das Folgendes bedeuten:

  • Google erkennt Qualität.
  • Google erkennt den Unterschied zwischen gutem und schlechtem Content.
  • Google stuft guten Content höher ein als alle anderen Maßnahmen, was bedeuten würde, dass die Wichtigkeit der OnPage-Optimierung höher einzustufen ist, als OffPage-Optimierung und damit das Linkbuilding.

Doch ist das wirklich das, was Matt Cutts gemeint hat? Oder hat er durch seine Aussage versucht Suchmaschinenoptimierer in die Irre zu führen, um sicherzustellen, dass SEO-Techniken, die Google „vorgaukeln“, dass es sich um guten Content handelt, zu reduzieren?

Was bedeutet guter Content wirklich?

Die Frage ist nun also, was guter Content wirklich bedeutet, oder anders ausgedrückt: Was wertet Google als guten Content? Geht es wirklich um die Qualität des Contents oder doch um technisch messbare Signale, die von ihm ausgehen? Um es vorwegzunehmen: Es ist Letzteres. Google beziehungsweise dessen Algorithmus hat keine Möglichkeit Qualität zu messen. Was messbar ist, sind andere Kriterien, die in drei Gruppen eingeteilt werden können:

Interne Signale

Beispiele

  • Lange Texte
  • Medien, wie Bilder und Videos
  • Keywords innerhalb des Textes und anderen Bestandteilen
  • Keyword-Dichte
  • Dauer des Webseitenbesuchs

Externe Signale

Beispiele

  • Userfeedback über soziale Netzwerke, beispielsweise Like, +1 oder Retweets
  • Kommentare, die zu einem Blogartikel verfasst wurden.
  • Backlinks

Meta-Signale

Beispiele

  • Alter der Domain
  • Trust
  • Autoritätskennzahlen

Das sind echte Kennzahlen. Kennzahlen, die auch der Google Algorithmus anhand analysierbarer Signale messen kann. Hochwertiger Content ist also nichts weiter, als ein Märchen oder, um es auf die Spitze zu treiben, eine Verschleierung des eigentlichen Knackpunkts: Hochwertig ist nur, was die User gut finden.

Hochwertige Inhalte? Lassen Sie die User entscheiden

Wir haben Ihnen einige Kennzahlen verraten, die Google wirklich interessieren. Und sie alle gehen auf ein und denselben Ursprung zurück: den Nutzer (User Experience). Denn nur was der Nutzer gut findet, ist auch wirklich gut. Und nur, was der Nutzer gut findet, findet auch Google gut. Richtig ist also, dass hochwertiger Content besser gerankt wird – allerdings nicht weil Google ihn als hochwertig einstuft, sondern die Nutzer. Diese verlinken den Artikel (Backlinks!) geben ihr +1, ihren Like oder Kommentar dazu ab – Signale, die Google zumindest teilweise in das Ranking einfließen lässt.

Aus diesem Grund kann auch der übelste Klatschartikel, welcher grottenschlecht geschrieben ist und keinen wirklichen Mehrwert bietet, ganz oben stehen. Denn die User entscheiden, was hochwertige Inhalte sind. Das bedeutet aber auch, dass jede Menge Talent nie gefunden wird. Inhalte allein sind wertlos. Qualität ist subjektiv.

Nun wird die Geschichte aber noch verwirrender – In einem aktuellen Interview spricht Matt Cutts darüber, dass soziale Signale zwar in das Ranking einfließen, aber nur zu einem geringen Maße. Warum? Social Data kann kinderleicht manipuliert werden. Bis dieses Problem behoben ist, werden soziale Signale weiterhin nur eine winzige Rolle spielen.

Aber Google hat nicht nur Angst vor Manipulation. Wenn Google Daten von Twitter, Facebook und Pinterest nehmen würde, bestünde eine gewisse Abhängigkeit. Jederzeit könnten diese Unternehmen den Datenhahn abdrehen, was zu einer Katastrophe in den SERPs führen könnte. Daher wird sich Google garantiert niemals auf externe Daten stützen. Eigentlich logisch, aber SEOs sind alles andere als logisch.

Hinter dem Begriff guter Content kann sich also niemand verstecken. Zwar haben vergangene Google-Updates Spam-Webseiten aus dem Index verbannt, allerdings eher weil diese Seiten unerlaubte Methoden, wie Keyword-Spamming und andere Black Hat-Taktiken, angewandt haben. Guter Content ist immer noch Content, der Nutzern gefällt. Ein ganz entscheidendes Signal ist und bleibt deshalb vor allem der Backlink – in welcher Form auch immer.

Alexander Rus

Alexander Rus

Geschäftsführer at Evergreen Media AR GmbH
Seit 2009 ist Alexander besessen von Suchmaschinenoptimierung und brach für seine neu gefundene Leidenschaft sogar sein Informatikstudium im 6. Semester ab. Bis 2012 beschäftigte er sich ausschließlich mit seinen eigenen Affiliate-Projekten. Alexander hasst Gerede ohne Tests, glaubt nur an harte Zahlen und liest in seiner Freizeit gerne die Patentanmeldungen von Suchmaschinen. Das wichtigste Buch für seinen Werdegang ist "The Fountainhead" von Ayn Rand.
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