Google E-A-T & YMYL

google-e-a-t

Wenn ich Google E-A-T sage, sagst du… „Bitte nicht! Mach, dass es aufhört!“? Irgendwie verständlich, denn zum berühmt-berüchtigten Core Update im Juli 2018 haben mittlerweile so ziemlich alle SEOs (mehrfach) ihren Senf abgegeben. Dabei haben sich leider auch so einige Halbwahrheiten verbreitet.

Damit du weißt, worauf es bei Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit und Your Money or Your Life (YMYL) 2021 tatsächlich ankommt, habe ich unserem Ratgeber ein Update verpasst.

Hier lernst du, wie Google E-A-T, YMYL, SEO und Content-Marketing zusammenhängen und wie du dieses Vierergespann für mehr Sichtbarkeit bei Google nutzt.

Natürlich widmen wir uns außerdem der großen Frage: Ist E-A-T ein Rankingfaktor bei Google? (Antwort: Nein.) Wir werden uns ansehen, wann eine Website in die Kategorie YMYL fällt (Your Money or Your Life) und was du konkret tun kannst, um das E-A-T deiner Seite zu verbessern. (Spoiler: Kümmere dich um Content, Backlinks und Kommunikation mit deiner Zielgruppe).

Den allerwichtigsten Punkt schicke ich jetzt schon voraus: E-A-T ist ein Konzept, kein Punkt auf der To-Do-Liste.

Sobald du E-A-T wirklich verstehst, weißt du, an welchen Schrauben du drehen musst, um mehr Sichtbarkeit in der organischen Google-Suche zu bekommen. Du weißt, wie du eine Marke etablierst, die Googles Algorithmus langfristig überzeugt.

Warum?

Nimm dir dazu am besten 12 Minuten Zeit für das Video. Darin fasse ich zusammen, wie Google Seiten bewertet und für welche Websites das Konzept E-A-T besonders wichtig ist.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Lerne mehr über E-A-T auf unserem YouTube-Kanal!

✓ über 15.000 Abonnenten ✓ min. ein neues Video pro Woche ✓ geballtes Praxiswissen

Wofür steht die Abkürzung E-A-T?

E-A-T steht für Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness. Oder auf Deutsch: Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit. Diese drei Faktoren beeinflussen maßgeblich, wie Google eine Website beurteilt.

Stellen wir zuerst mal ein paar Dinge über das Google Core Update klar:

  • E-A-T gibt es nicht erst seit 2018. Das Konzept wurde schon 2014 erstmals in den Quality Rater Guidelines erwähnt.
  • Der große Aufschrei kam 2018 deshalb, weil das Core Update einigen großen Seiten heftige Traffic-Verluste beschert hat und andere (überraschend) als klare Gewinner hervorgingen.
  • Der Spitzname „Google Medic Update“ (erstmalig erwähnt von Barry Schwartz) ist irreführend. Zunächst herrschte nämlich die Annahme, dass v. a. Seiten mit medizinischem Fokus sowie Finanzseiten betroffen waren.
Reddit Thread Medic Update

Core Updates gibt es immer wieder (eine vollständige Liste aller Google-Updates hat Marie Haynes hier zusammengestellt), nur sorgen manche für mehr Aufruhr als andere. Nämlich dann, wenn es auf den ersten Blick völlig unverständlich scheint, warum gewisse Seiten so drastische Verluste eingefahren haben.

Watching your rankings drop after a core update like… (via GIPHY)

Google betonte jedoch auch im Fall von E-A-T auf dem Developers-Blog, es gehe bei den Updates nicht darum, einzelne Seiten abzustrafen. Vielmehr sollen noch relevantere Inhalte nach vorne durchgereiht werden:

„[Core Updates are] designed to ensure that overall, we’re delivering on our mission to present relevant and authoritative content to searchers. […] There’s nothing in a core update that targets specific pages or sites. Instead, the changes are about improving how our systems assess content overall.”


Im letzten Satz steckt ein ganz wesentlicher Punkt – Google will verbessern, wie die Algorithmen den Content auf einer Seite bewerten. Wenn eine Seite gut rankt, steckt dahinter also ein unglaublich komplexes Zusammenspiel aus Teilfaktoren statt einem einzigen Kriterium, das alles andere hinfällig werden lässt.

Zusammengefasst:
Ziel eines Core Updates ist es, die Suchintention hinter einem Keyword besser zu treffen. Mit E-A-T will Google dafür sorgen, dass Seiten mit hoher Qualität besser ranken und dadurch das Vertrauen in die Google-Suche (weiter) steigt.

Übrigens – falls dich das Core Update vom Dezember 2020 hart getroffen hat, schau dir kurz das Video an:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Soweit der Schnelldurchlauf. Damit befinden wir uns allerdings noch auf einem sehr oberflächlichen Level. Genauso gut könnte ich sagen: „Bei E-A-T geht es nicht um Essen“.

Deshalb gehe ich im Anschluss weiter darauf ein, was Expertise, Autorität und Vertrauen aus Google-Sicht eigentlich bedeuten und wo du als SEO die Schlüsselinformationen findest.

E-A-T = Expertise, Authoritativeness & Trustworthiness

Wie gesagt, E-A-T ist schon seit 2014 auf Googles Radar. Aus gutem Grund – halbgare oder peinlich-falsche Ergebnisse verprellen die User*innen. Und was wäre Google ohne sie?

Nach massiver Kritik von außen wegen Falschmeldungen mussten also deutliche Verbesserungen her. Hier kommt einerseits Googles künstliche Intelligenz namens RankBrain ins Spiel und andererseits E-A-T.

Exkurs: Was ist RankBrain?
RankBrain verwendet Machine Learning, um geschriebene Sprache in mathematische Einheiten einzubetten. Diese sog. Vektoren kann der Computer verstehen und dadurch der Algorithmus stetig angepasst werden. Das Ergebnis: Er filtert Suchanfragen sehr viel präziser, da er nachvollziehen kann, welche Ergebnisse kontextuell zu einer Suchanfrage passen. Es ist nicht übertrieben, zu sagen: RankBrain hat in Sachen Search-Intent-Erkennung alles auf den Kopf gestellt.
Mehr dazu gibt’s in unserem RankBrain-Ratgeber zu lesen.

Um verstärkt für Vertrauen zu sorgen, gab Google im Februar 2019 ein Whitepaper mit dem illustren Titel „How Google Fights Disinformation“ heraus. Darin heißt es unter anderem:

Our approach to tackling disinformation […] is based around a framework of three strategies: make quality count in our ranking systems, counteract malicious actors, and give users more context.


Die erwähnten drei Strategien sind eine Paraphrase für die E-A-T-Kriterien.

Wer in Sachen Qualität (Expertise) auf der faulen Haut liegt, wird es zunehmend schwerer haben. Und nicht nur das, es muss ein gewisses Grundvertrauen geschaffen werden (Trustworthiness) – krumme Dinger sind der denkbar schlechteste Weg. Das Vertrauen entsteht wiederum nur, wenn man sich einen Namen macht (Autorität).

Die drei Säulen würde ich persönlich noch um eine vierte ergänzen: die Suchintention. Aus E-A-T wird S-E-A-T, sozusagen. Denn erst relevante Inhalte ermöglichen es, dass eine Website als Autorität und vertrauenswürdig wahrgenommen wird.

Mehr zum essenziellen Faktor Suchintention erfährst du in unserem ausführlichen Ratgeber!

Oder hier im Video:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Takeaway:
E-A-T ist eine Bewertung deiner Markenstärke. So einfach ist das.

Und wie hängt all das mit Google-Algorithmen und Rankings zusammen? Olaf Kopp formuliert das in unserer Crucial SEO Conversation sehr passend: „Die E-A-T-Bewertung ist eine algorithmische Markenerkennung.“

Das ganze Gespräch gibt’s hier zum Nachschauen:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

All das geht auch aus den Quality Rater Guidelines hervor (dazu weiter unten gleich mehr). Die offiziellen Richtlinien von Google verdeutlichen, dass die Qualität einer Seite – und damit ihre Ranking-Chancen – anhand von mehreren Kriterien eingestuft wird:

  • der Beneficial Purpose, auf Deutsch: nützlicher Zweck. Hilft die Seite den User*innen auf irgendeine Art weiter?
  • die Erfüllung der E-A-T-Kriterien
  • die Qualität des Main Content (MC), d. h. des wichtigsten Inhalts
  • die Fachkompetenz und Qualifikation der Person, die den Main Content verfasst hat
  • die Reputation, d. h. der gute (oder schlechte) Ruf des Publishers/Autors oder der Autorin

Diese Punkte zu erfüllen, ist für alle Websites wichtig, denn hohe Qualitätsstandards werden nicht nur bei YMYL-Themen angesetzt. Google macht jedenfalls kein Geheimnis daraus, dass E-A-T ein wesentlicher Faktor ist und bleiben wird.

Meme I would start working on my EAT

Fürs erste empfehle ich dir gleich das nächste Video: Darin siehst du im Schnelldurchlauf, was in Sachen E-A-T-Optimierung angesagt ist. Ich gehe Maßnahmen durch, die aus E-A-T-Perspektive einen großen Unterschied machen können:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Die Bedeutung von YMYL

Stichwort YMYL: Was darf man sich denn eigentlich unter „Your Money or Your Life“-Websites vorstellen? Bei „Dein Geld oder dein Leben“ geht es nicht um einen Banküberfall, sondern um Seiten mit sensiblem Inhalt.

Sensibler Inhalt heißt, dass der Content maßgebliche Auswirkungen auf die Lebenssituation der User*innen haben kann. Es geht also um Geld, Gesundheit und persönliches Wohlbefinden – logisch, dass Google keinerlei Risiken eingehen will.

Folgende Arten von Webseiten bewertet Google als YMYL-Thema:

  • Online-Shops und andere Seiten mit finanziellen Transaktionen
  • Seiten mit finanziellen Informationen (z. B. im Bereich Steuern, Investitionen, …)
  • Seiten mit Antworten auf Gesundheitsfragen
  • Seiten für rechtliche Auskünfte (z. B. Scheidung, Förderungsansprüche, …)
  • sonstige Bereiche, in denen gravierende Auswirkungen oder gar (Sach-)Schäden entstehen könnten (z. B. Themen wie Jobsuche, Tutorials für komplexe Reparaturarbeiten, …)
  • Seiten mit Informationen über bestimmte Gruppen von Menschen (basierend auf Merkmalen wie Alter, Geschlecht, Herkunft, …)
  • Seiten für Nachrichten und aktuelle Ereignisse
Wichtig:
Diese Aufzählung gibt es in den Quality Rater Guidelines nachzulesen. Ich würde dir unbedingt raten, das bei Gelegenheit mal zu tun. Aus den Guidelines geht nämlich sehr gut hervor, worauf Google Wert legt. Keine Zeit? Dann lies zumindest den Abschnitt über E-A-T – es ist eine gut investierte Viertelstunde, versprochen 😉

Fragst du dich jetzt, ob deine Website zu den YMYL-Themen gehört?

Dann überleg dir kurz, welche Konsequenzen falsche Informationen für die Besucher*innen deiner Seite haben könnten.

Was kann z. B. passieren, wenn du Rezensionen auf deinem Bücherblog schreibst? Naja, nicht wirklich viel. Das Schlimmste wäre wohl, dass jemand eine andere Meinung hat. Hättest du wiederum einen Blog zu Schwangerschaftsthemen, würde es direkt anders aussehen. Hier geht es um das körperliche Wohlbefinden von Mutter und Kind – da sind Fehltritte einfach keine Option.

Dass bei Gesundheitsthemen viel auf dem Spiel steht, hat uns spätestens die Corona-Pandemie überdeutlich vor Augen geführt. Für das Keyword „covid symptome“ zum Beispiel ranken aktuell (Februar 2021) nur Seiten mit hoher Autorität. Interessanterweise finden wir in den SERPs neben dem Robert-Koch-Institut u. a. auch einen Beitrag der Apotheken-Umschau.

Beispiel SERPs
Quelle: Screenshot von google.de (17.02.2021)

Wenn wir uns diesen Beitrag ansehen, fällt auf, dass diverse E-A-T-Kriterien im Spiel sind:

Da ist zum einen der Expertinnenstatus der Verfasserin. Sie hat einen Doktortitel in Pharmazie und ihre fachlichen Qualifikationen werden auf der Teamseite der Redaktion aufgelistet:

Beispiel Autorinneninformation
Quelle: https://www.apotheken-umschau.de/Medizin/Ueber-uns-554895.html

Zum anderen sehen wir am Ende des Artikels eine Liste mit Quellen – und zwar nicht einfach irgendwelche Links ohne Kontext, sondern eine wissenschaftliche Zitierweise inklusive Abrufdatum.

Beispiel Zitierweise
Quelle: https://www.apotheken-umschau.de/Coronavirus

Nun ist Covid-19 natürlich ein Extremfall in Sachen E-A-T – es dürfte kaum ein anderes Gesundheitsthema geben, bei dem Google so mit Adleraugen hinschaut.

Der Punkt ist aber: Mit unmotivierten Copy-Paste-Texten, die innerhalb von 2 Stunden zusammengeschustert werden, kommt heute niemand mehr weit. Erst recht, wenn es um Gesundheitsfragen und andere YMYL-Themen geht. Solltest du dir selbst ein Bild machen wollen, such nach einem x-beliebigen Gesundheitsthema und schau dir an, wer als Autor*in gelistet wird.

Platz 1 auf google.de für „vitamin d mangel“ wurde z. B. ebenfalls von Menschen mit Fachwissen verfasst. Interessant ist hier der Hinweis „von medizinischen Fachjournalisten überprüft“:

Beispiel Verfasserinnen als Expertinnen
Quelle: https://www.netdoktor.de/ernaehrung/vitamin-d/mangel/

Worauf ich hinauswill:

Um für ein YMYL-Thema zu ranken, musst du gewisse Kompetenzen im jeweiligen Bereich vorweisen können.

Google will verhindern, dass unqualifizierte Personen Tipps zu Themen geben, die gigantische Auswirkungen haben können. Fair enough. Würdest du als User*in wollen, dass ein Zahnarzt dir erklärt, wie du eine Zylinderkopfdichtung reparieren sollst? Oder einer Automechanikerin vertrauen, wenn sie beschreibt, wie du das Loch im Zahn „in X Schritten selber füllen“ kannst?

Um es mit den Worten dieses Twitter-Users zu sagen:

Tweet Medic Update

Interessant ist dazu übrigens die Moz-Studie zum Thema Vertrauen in Google. Die Mehrheit der 1.100 Befragten (primär aus dem US-Raum) gab an, Google würde mittlerweile bessere Ergebnisse für Medizin-bezogene Suchanfragen liefern. Wir sehen außerdem, dass das Vertrauen in „Doktor Google“ bei jüngeren Altersgruppen am höchsten ist (generell zeigte die Umfrage, dass junge Menschen den Suchergebnissen mehr vertrauen, als es Menschen über 65 tun):

Moz Umfrage Vertrauen in Google

Heißt das jetzt, dass du ohne Doktortitel erst gar keine Chance auf Sichtbarkeit hast?

Nein, natürlich nicht. Bühne frei für die Quality Raters: echte Menschen statt Algorithmen.

Die Quality Rater Guidelines

Wer sind diese Quality Raters? Dabei handelt es sich um Menschen aus aller Welt, die im Auftrag von Google die Qualität von Webseiten bewerten. Die Grundlage der Bewertung sind die Quality Rater Guidelines.

Damit keine Missverständnisse aufkommen, lass uns gleich wieder ein paar wesentliche Dinge klären:

  • Die Quality Rater Guidelines sind keine Liste von Ranking-Faktoren. Sie zeigen nur, in welche Richtung Google gehen will.
  • Einzelne Bewertungen der Quality Raters haben keinen Einfluss darauf, ob eine Seite besser oder schlechter rankt.
  • Das Ziel ist stattdessen, dass sich die Künstliche Intelligenz an der Einschätzung echter Menschen orientiert. Außerdem bewerten Quality Rater die Wirksamkeit von Updates.

Mithilfe der Quality Raters versucht Google also, Muster in den Bewertungen zu erkennen: Warum wird diese und jene Seite als relevant oder qualitativ schlecht eingestuft? Aus solchen Mustern werden dann Rückschlüsse gezogen, inwiefern der Algorithmus noch verbesserungsfähig ist.

Das bestätigte Ben Gomes in einem vielzitierten CNBC-Interview:

You can view the rater guidelines as where we want the search algorithm to go. They don’t tell you how the algorithm is ranking results, but they fundamentally show what the algorithm should do.”

— Ben Gomes

Im Klartext: Die Quality Rater Guidelines geben uns unglaublich viel Informationen darüber, was in die Feinabstimmung des Algorithmus mit einfließt. Und um dieses „was“ zu verstehen, muss man weder ein SEO-Urgestein sein noch jegliche Google-Patente auswendig kennen.

Man muss einfach nur ein paar Abschnitte aus den Guidelines gründlich durchlesen. (Falls du das im Anschluss tun willst, mach dir am besten gleich das PDF in einem neuen Tab auf.)

Allein schon das Inhaltsverzeichnis zeigt, dass E-A-T, YMYL und generell Vertrauenswürdigkeit ein riesiges Thema sind:

Inhalt der Quality Rater Guidelines

Die Google-E-A-T-Guidelines geben vor, welche Maßstäbe die Rater anlegen sollen, wenn sie die Expertise, Autorität und Glaubwürdigkeit einer Seite beurteilen. Google listet eine ganze Reihe von Kriterien auf, u. a. die Frage, wie relevant ein Ergebnis für die Erfüllung der Suchintention ist.

Wichtig ist in diesem Kontext der Needs-Met-Score (NM). Ich zitiere aus dem Google-Blog:

„[The raters] evaluate whether those pages meet the information needs based on their understanding of what that query was seeking […]. To evaluate [E-A-T] raters are asked to do reputational research on the sources.”


Wir erinnern uns: Jede Seite braucht einen beneficial purpose, um grundsätzlich als relevant durchzugehen. Needs Met spielt hier mit hinein – wurde das jeweilige Bedürfnis der Nutzer*innen erfüllt?

Auch zum Punkt Vertrauenswürdigkeit gibt es eine Stelle in den Guidelines, die ich hervorheben möchte:

Be sceptical of claims that websites make about themselves.”


Die Raters werden explizit dazu aufgefordert, externe Quellen zurate zu ziehen, um die Glaubwürdigkeit eines Publishers bzw. Autors/Autorin einzuschätzen. Es kann schließlich jeder von sich selbst behaupten, das meiste Fachwissen, die größte Kompetenz und die zufriedensten Kund*innen zu haben.

Wirklich glaubwürdig sind solche Claims nur, wenn sie von anderen Menschen bestätigt werden.

Kommen wir nochmal zu unserem YMYL-Beispiel von oben zurück, und zum Keyword „vitamin d mangel“.

Diesmal nehmen wir aber die Sicht eines Quality Raters ein. Wir würden uns jetzt die Kriterien aus den Guidelines schnappen und schauen, was wir über die Autorinnen herausfinden können. Bereits eine schnelle Namenssuche verrät uns etwas über die fachliche Ausbildung:

Beispiel Autorin googeln

Das ist, wie gesagt, nur eine oberflächliche 5-Sekunden-Suche. Als echter Quality Rater würde ich natürlich viel tiefer gehen und mir z. B. anschauen, in welchen anderen Medien die Autorin publiziert hat.

Der Punkt ist jedenfalls, dass die Quality Rater Guidelines in Sachen E-A-T viele Anhaltspunkte geben, was (in Googles Augen) eine gute von einer schlechten Seite unterscheidet. Zugleich werden die Rater dazu angehalten, ihr eigenes Urteilsvermögen einzusetzen und genau zu überlegen, was bei einer bestimmten Suchanfrage tatsächlich erwartet wird.

Im Klartext:
Wer als SEO noch auf Tricks und Schleichwege setzt, kann bei E-A-T nur verlieren. Der einzige „Trick“, der wirklich funktioniert? Nutzerzentrierter Content mit hohem Qualitätsanspruch.

Ich könnte jetzt noch hundert andere Stellen zitieren und immer wieder betonen, wie wichtig die Guidelines sind.

Das bringt aber wenig, wenn du mich fragst. Du bist ja nicht hier, um kopierte Textstellen zu lesen, sondern um den Kontext zu verstehen. Zudem lassen sich die Guidelines schlecht auf 2-3 Phrasen runterbrechen – am meisten hast du also davon, selbst einen Blick ins Dokument zu werfen. (Ja, ich wiederhole mich. Weil es wichtig ist.)

Ist E-A-T nur für YMYL-Inhalte relevant?

Nein. E-A-T ist für alle Arten von Websites relevant. Zwar nimmt Google YMYL-Seiten besonders streng ins Visier, doch unterm Strich ist der Anspruch an alle Seiten, die Erfolg haben wollen: höchste Qualität.

Es mag sein, dass du dich mit einer lieblos gemachten, schwindligen Website zu einem Nicht-YMYL-Thema noch über Wasser halten kannst. Aber wird das für immer so bleiben? Wohl kaum.

Content ist das Aushängeschild, der Dreh- und Wendepunkt für jede Seite, die bei Google an Sichtbarkeit gewinnen will. Content prägt das Bild deiner Marke. Und ich gehe mal stark davon aus, dass „Trash vom Feinsten“ wohl kaum das ist, was du dir unter deiner Marke vorstellst.

Lange Rede, kurzer Sinn:
Selbst jenseits von YMYL-Themen: Investiere viel Zeit und Ressourcen in Content. Googles Fokus auf Expertise, Autorität und Vertrauen betrifft ausnahmslos jede Nische.

Ausreden gibt es auch insofern nicht, als Google kein Geheimnis daraus macht, welche Kriterien „guter Content“ erfüllen muss. In einem Blog-Beitrag von 2019 werden einige Fragen aufgelistet, die sich Content Creator stellen sollen:

  • Dient der Content dem ehrlichen Interesse von Seitenbesucher*innen? Oder haben die Verantwortlichen den Inhalt einfach nur erstellt, um der Suchmaschine zu gefallen?
  • Ist es einzigartiger Content oder werden nur Quellen paraphrasiert/abgeschrieben?
  • Sind die Überschrift und der Seitentitel aussagekräftig und beschreibend?

Zudem finden wir im Beitrag diverse Denkanstöße zum Thema Expertise:

  • Wurde der Beitrag von einem Experten/einer Expertin verfasst? Bzw. von einer Person, die eindeutig Erfahrung in diesem Bereich hat?
  • Würdest du als Leser*in dem Inhalt voll und ganz vertrauen?
  • Enthält der Content faktische Fehler, die leicht vermeidbar gewesen wären?
  • Werden die Inhalte professionell vermittelt (mit klaren Quellenangaben, Informationen zum zuständigen Publisher etc.)?

Tu deiner Website einen Gefallen und nimm all diese Faktoren ernst. Ich verspreche dir hier und jetzt, dass sich das auszahlt – ob du nun eine YMYL-Seite hast oder nicht. Warum lang haltbarer, hochwertiger Content dein wichtigstes Asset ist, erkläre ich hier:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Denk auch an dein eigenes Verhalten als Nutzer*in. Bist du begeistert von 08/15-Content im feinsten Nullerjahre-Design? Wohl kaum… Und warum sollte es irgendjemand sonst sein?

Kennst du unseren Newsletter? Jetzt registrieren und regelmäßige Updates erhalten!

Zählt E-A-T zu den Rankingfaktoren von Google?

Wie oben schon gesagt: Nein, E-A-T ist kein Rankingfaktor. Zugleich beeinflusst E-A-T die Rankings sehr stark.

Hä??

Lass es mich genauer erklären.

Ich bin kein Fan von der Aussage „XY ist ein Rankingfaktor“, denn dabei verliert man schnell das Gesamtbild aus den Augen. SEO ist eine Mischung aus Strategie- und Geduldsspiel – keine To-Do-Liste, die man abarbeitet und dann auf magische Weise gewinnt. Zudem lässt sich Google nicht in die Karten schauen, d. h. sie werden uns nie eine „Liste mit den Top-SEO-Rankingfaktoren“ auf dem Silbertablett servieren.

Meme Rankingfaktor

Aus dieser Perspektive können wir jedenfalls festhalten, dass E-A-T kein Rankingfaktor ist. Solltest du es lieber aus offizieller Quelle lesen wollen, hier ein Tweet von Danny Sullivan:

Screenshot Danny Sullivan

Daraus geht hervor, warum ich vorhin gesagt habe, dass E-A-T die Rankings beeinflusst. Obendrauf noch ein weiteres Zitat aus dem Blogbeitrag zu Core-Updates – darin wird die Frage beantwortet, ob E-A-T ein Rankingfaktor ist:

Screenshot EAT als Rankingfaktor

Speziell der letzte Satz ist wichtig. Frei übersetzt:

Es könnte helfen, den eigenen Content in Hinblick auf die E-A-T-Kriterien zu betrachten und ihn in Einklang mit den Signalen zu bringen, die unsere automatisierten Systeme verwenden, um Inhalte zu ranken.


In der SEO-Szene wurde das als offizielle Bestätigung gewertet, dass E-A-T ein direkter Rankingfaktor sei. Und ein Zusammenhang ist ja ohne Zweifel da – wenn du dich um dein E-A-T kümmerst, wirst du früher oder später positive Auswirkungen sehen.

Aber trotzdem:

E-A-T ist ein Konzept, kein Rankingfaktor. Der Google-Algorithmus hat das Ziel, Seiten weiter oben zu ranken, denen auch ein Mensch (= Quality Rater) hohes E-A-T zuschreiben würde. Das wird bewerkstelligt, indem bestehende (!) Rankingfaktoren entsprechend gewichtet werden.

Eigentlich ist sogar die Formulierung „hohes E-A-T“ suboptimal. Denn sie klingt, als gäbe es irgendwo im hintersten Hinterzimmer von Google einen streng geheimen Aktenschrank mit Schulnoten für jede einzelne Website.

Meme EAT Score

Dass das nicht stimmt und Google weder einen E-A-T- noch einen YMYL-Score hat, bestätigt 2019 u. a. folgender Twitter-Thread von Marie Haynes. Er entstand nach einem Q&A mit Google:

Screenshot Thread von Marie Haynes
Zwischenfazit:
Es gibt keinen numerischen E-A-T-Score und du rankst nicht über Nacht auf Platz 1, nur weil du ein paar spezifische Punkte erledigst und „das perfekte E-A-T“ zustande bringst.

Stattdessen spielen bei E-A-T eine ganze Reihe von Signalen zusammen. Dazu zählen unter anderem Links und Erwähnungen – allerdings nicht irgendwelche Links, das wäre ja zu einfach.

Nein, der thematische Kontext muss stimmen und die verlinkende Seite in der Branche relevant sein. Hier kommen Entitäten ins Spiel, d. h. Bedeutungseinheiten, anhand derer Google semantische Bezüge herstellt (RankBrain).

Lange Rede, kurzer Sinn: Bei den Links kommt es nicht auf die Gesamtanzahl an, sondern auf die Qualität der einzelnen Links. Das bestätigte John Mueller in einem SEO-Hangout:

We try to understand what is relevant for a website, how much should we weigh these individual links, and the total number of links doesn’t matter at all. [T]here could be one really good link from one website out there that is, for us, a really important sign […].

— John Mueller

Die Summe aller Signale verwendet Google jedenfalls, um Rückschlüsse über Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit einer Seite zu ziehen. Die Vermutung liegt nahe, dass es bei diesem Zusammenspiel einen gewissen Schwellenwert gibt. Den muss eine Website erreichen, um in den Augen des Google-Algorithmus (bzw. der Algorithmen) überhaupt als relevant erkannt zu werden. Je stärker der YMYL-Bezug, desto höher liegt wohl auch die Messlatte.

Wir müssen dabei unterscheiden zwischen…

  • Qualitäts-Signalen, bezogen auf die Marke als Entität (Vertrauenssignale wie z. B. relevante Backlinks)
  • Relevanz-Signalen, bezogen auf einzelne Unterseiten (Klickraten, Keyword-Rankings, Suchverhalten, …)

Ich würde sagen, Zeit für ein kleines Fazit zu allem, was wir soweit festgehalten haben:

  • Das Konzept E-A-T ist nicht neu, sondern eher eine Zusammenfassung aller bisherigen Entwicklungen.
  • E-A-T ist eine Richtlinie für Quality Rater und gewissermaßen das Endziel des Google-Algorithmus.
  • Themencluster, Nischen-Autorität, Entitäten und relevante Links sind schon seit vielen Jahren wichtig.
  • Der verlässlichste Ansatz ist es, die Kriterien E-A-T plus Suchintention als Priorität zu sehen.
  • Setz auf exzellenten Content und aktiven Markenaufbau, und du bist automatisch auf dem richtigen Weg.

Mit Google E-A-T ist es ein bisschen wie mit einer guten Dramaserie – du musst die Vorgeschichte kennen, d. h. die Entwicklung der Algorithmen. Nur so kannst du verstehen, wie alles zusammenhängt und in welchem Kontext neuere Updates aufzufassen sind. Links als Autoritätssignal waren quasi die erste Staffel – E-A-T baut darauf auf und führt den Plot weiter.

Lass uns weitermachen mit der nächsten Folge: Optimierung für E-A-T.

Du willst genialen Content und bessere Rankings für deine Website?

Google E-A-T: Wie du dein Ranking in den Google-Suchergebnissen verbessern kannst

Bevor wir loslegen: Ein Großteil von dem, was deine Rankings beeinflusst, ist nicht SEO. Dementsprechend geht es im Anschluss um den Blick auf das Ganze statt um „klassische“ SEO-Tipps. E-A-T-Optimierung hat viel mit Nicht-SEO-Faktoren zu tun.

Es geht schließlich immer darum, Vertrauen aufzubauen und eine starke Marke zu etablieren. Dazu brauchst du mehr als reine SEO-Hacks, nämlich Faktoren wie:

  • Social-Media-Präsenz für den Aufbau einer Community und die Content-Verbreitung
  • klassische PR
  • Offline-Marketing (z. B. Kataloge – ja, im Ernst!)
  • Speaker-Auftritte bei Fachveranstaltungen

Die Reputationsarbeit findet maßgeblich auch offline statt. Bei E-A-T geht es darum, eine Assoziation herzustellen.

Das Ziel:
Du willst mit deiner Brand für ein bestimmtes Thema zur einzigen, wichtigsten Anlaufstelle werden. Das passiert weder von heute auf morgen noch durch einen Griff in die SEO-Trickkiste.

SEO kommt insofern ins Spiel, als du durch deinen Content beeinflusst, welche Entitäten mit deiner Marke verknüpft werden. Und die wiederum spielen maßgeblich mit in das Bild hinein, das Google von einer Marke hat – sprich, ob du für ein Themengebiet als relevant wahrgenommen wirst.

Einen ersten Überblick, wie du Expertise, Autorität und Vertrauen aufbauen kannst, findest du im Video:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Das E in E-A-T: Was ist Expertise?

Expertise ist das spezifische Fachwissen, das sich eine Person durch Erfahrung und/oder eine entsprechende Ausbildung angeeignet hat.

Die Bedeutung von Expertise ist im SEO-Kontext enorm. Konkret wird die Expertise von den Verfasser*innen des Main Contents erwartet. So heißt es in den Quality Rater Guidelines:

Zitat aus den Quality Rater Guidelines

Ich habe es ja vorher schon mal erwähnt: „Expertise“ heißt nicht, dass du einen Doktortitel mitbringen musst (wobei es im YMYL-Bereich bestimmt kein Nachteil ist!). Nein, in den Guidelines wird zwischen Fachleuten und „Alltagsexpert*innen“ unterschieden:

Many people share tips and life experiences on forums, blogs, etc. These ordinary people may be considered experts in topics where they have life experience. […] Sharing personal experience is a form of everyday expertise.


Wichtig ist also vor allem der Faktor Erfahrung. Das zeigt sich oft in Hobbyblogs – ein Mensch, der seit Jahren gern fotografiert und sich viel autodidaktisch angeeignet hat, braucht kein Grafikdesign-Studium, um als Expert*in durchzugehen. Gehen wir auf die Unterscheidung noch kurz näher ein.

„Richtige“ Expert*innen

Damit sind u. a. gemeint:

  • Mediziner*innen für Gesundheitsseiten
  • Ernährungsberater*innen für Fragen rund um Diäten, Unverträglichkeiten etc.
  • studierte Jurist*innen auf Blogs zu rechtlichen Fragen

Ein Beispiel aus den Quality Rater Guidelines: Die Webseite, auf die im Screenshot verwiesen wird, wurde mit „low expertise“ bewertet. Warum? Weil es keine Hinweise darauf gibt, dass der/die Verfasser*in finanzielles Fachwissen hat. Was in einem hochsensiblen Bereich wie Finanzen alles andere als optimal ist…

Beispiel schlechte EAT-Bewertung

Im Idealfall bist du selbst diese Person mit Expertise. Alternativ sollten es die Leute sein, die für dich Inhalte veröffentlichen.

Alltagsexpert*innen

Gefragt sind im Fall von ‚Alltagsthemen‘ vor allem persönliche Erfahrungen, die du gemacht hast. Da ist es egal, ob du einen Blog zu Haushaltstipps betreiben oder zum Guru für Bonsai-Fans werden willst – die Hauptsache ist, dass du weißt, wovon du da redest.

Du kannst bei solchen Nischen-/Hobbythemen deinen Status als ‚ganz normaler Mensch‘ nutzen, um Inhalte zu personalisieren und Anknüpfungspunkte zu schaffen. Du willst den einen, entscheidenden Moment schaffen, in dem sich deine Leser*innen denken: „Jaaaaaaaa, genau so geht’s mir auch immer!“

Stellt sich nur die Frage: Was tun, wenn du selbst (nominell) kein Fachwissen hast und trotzdem positiv durch Expertise auffallen willst?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie du dennoch als verlässliche, kompetente Quelle für das Fachgebiet durchgehst:

  • Hol dir echte Expert*innen an Bord, die Inhalte für dich verfassen.
  • Lass deine Inhalte von Expert*innen überprüfen und führe sie als Co-Autor*innen an.
  • Hol dir von Fachleuten die nötigen Informationen, zitiere diese Expert*innen und schreib deine Texte selbst (oder schule dein Content-Team entsprechend).
  • Achte speziell bei YMYL-Themen darauf, dass du nicht ohne jeden Anhaltspunkt den aktuellen Stand der Wissenschaft widerlegst. Natürlich kannst du gängige Erkenntnisse in Frage stellen, aber dann muss klar erkennbar sein, dass du das aufgrund deines Fachwissens und seriöser Quellen tust. Ansonsten reagiert Googles Algorithmus eher allergisch.

Die Hauptsache ist:

Versuch es gar nicht erst mit Schummeln. Wenn du an deinem Wissensstand zweifelst, arbeite mit Leuten zusammen, die sich auskennen.

Wir kennen doch alle so eine Person, die sich bei wirklich jedem Thema vordrängelt und so tut, als hätte sie darin promoviert. (Falls dir jetzt niemand in deinem Umfeld einfällt, der so ist – maybe it’s you! 😉) Das ist im echten Leben nur nervig, aber bei Google kostet es dich deine Glaubwürdigkeit. Und das ist aus E-A-T-Sicht leider der Anfang vom Ende.

Dazu solltest du außerdem wissen, dass Google beständig daran arbeitet, Autor*innen wiederzuerkennen.  Ein Patent von März 2020 namens „Generating Author Vectors“ beschreibt, wie Google den Stil von Verfasser*innen identifizieren will. Das soll selbst dann möglich sein, wenn deren Name nicht explizit auf der Seite erwähnt wird. Für mehr Kontext zu Autor-Vektoren empfehle ich diesen Beitrag im Search Engine Journal.

Lange Rede, kurzer Sinn: Mit dem Prinzip Mogelpackung bewegt man sich auf immer dünner werdendem Eis.

Die Autorenbox

Egal, ob du selbst Autor*in bist oder jemand anders dich bei der Content-Erstellung unterstützt: Du musst deutlich machen, dass hier Expert*innen am Werk sind.

Fast schon verpflichtend ist mittlerweile eine Box mit folgenden Angaben:

  • Name des Autors/der Autorin
  • ein Foto
  • eine kurze Biographie
  • falls du mit externen Expert*innen arbeitest: ein Link zu deren Seite

Was ist die Alternative?

Nun ja, eine Anmerkung wie „aus unserer Redaktion“. Da könntest du gleich schreiben: „Verfasst von Igor Irgendwas“. Oder es so machen wie dieser Autor eines Elternblogs:

Beispiel Autorenbeschreibung auf Elternblog
Quelle: http://papaganda.org/2013/06/12/oh-nein-meine-soehne-laufen-mit-lackierten-fingernaegeln-in-der-oeffentlichkeit-umher/

Die Autorenbox muss klar und deutlich zeigen, wer der bzw. die Verfasser*in ist und was die Person legitimiert, sich zum Thema zu äußern.

Das gilt sowohl bei eigenen Inhalten als auch bei Publikationen auf einer anderen Seite. Von dem Hinweis „Gastbeitrag“ hast du wenig – viel besser ist es, wenn du eine Autorenbox bekommst. So wird dein Name genannt und du wirst zur Entität, sprich, du schaffst einen inhaltlichen Kontext rund um deinen Namen. Das kann z. B. so aussehen (der Screenshot ist aus einem Gastbeitrag, den ich für t3n verfasst habe):

Beispiel Autorenbox t3n
Aber:
Eine Autorenbox allein macht dich noch nicht zum Experten bzw. zur Expertin.

Ja, so eine Box ist wichtig, denn sie hilft Google und den User*innen, deine Expertise besser einzuschätzen. Zugleich ist sie weder ein Allheilmittel noch wird sie im Alleingang deine Rankings nach oben katapultieren.

Wichtig ist nämlich vor allem, dass ein gewisser Kontext rund um deine Person als Experte oder Expertin entsteht.

Damit sind wir zurück beim Stichwort Entitäten: Je mehr relevante semantische Einheiten mit deinem Namen bzw. deiner Marke in Verbindung gebracht werden, desto stärker der Status in Sachen Expertise.

Es reicht also nicht, ein paar Artikel zu einem Thema zu lesen und sie dann einfach umzuschreiben, nach dem Motto: „Ist eh was Eigenes…!“ Das ist keine Kunst, geschweige denn eine Rechtfertigung, sich selbst als Experte bzw. Expertin zu bezeichnen.

Meme The Expert

Themencluster: der Weg zum Expertenstatus

Um es nochmal zu wiederholen: Expertise bedeutet, dass deine Marke zur primären Anlaufstelle in deinem Bereich wird – einer Nischenbibliothek. Das funktioniert nur, wenn du dein Fachgebiet umfassend abdeckst. Einzelne Beiträge sind schön und gut, aber ein einzelnes Buch macht eben noch keine Bibliothek…

Die Lösung lautet Themencluster. Überlege dir, welche Subthemen zusammengehören. Was muss die Pillar Page (aka die übergeordnete Seite) sein, mit welchen Unterseiten deckst du passende Long-Tail-Keywords ab?

Einen hilfreichen Guide zum Thema Topic Clusters gibt’s im Video:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Durch diese Herangehensweise knüpfst du dir ein Netz aus Entitäten rund um deine Marke. Apropos Entitäten: Damit sind wir auch schon beim Punkt Autorität angekommen.

Das A in E-A-T: Authoritativeness (Autorität)

Das Thema Autorität lässt sich im Wesentlichen in drei Bereiche aufgliedern: EntitätenLinks bzw. Erwähnungen von einflussreichen Seiten, und persönliches Branding des Unternehmens.

Denn der Status als Autorität ist eine Sache, die du nur bedingt selbst steuern kannst. Sich selbst ohne jegliche Referenzen als „absolute Autorität auf dem Gebiet“ zu bezeichnen, ist vor allem eins: peinlich. Glaubwürdig wird so eine Einschätzung erst durch die Bestätigung von außen.

Was natürlich nicht heißt, dass du dich zurücklehnen und abwarten sollst: Verdiene dir…

  • deine Links mit durchdachtem Outreach und Networking
  • deine Entitäten-Relevanz mit einer Kombination aus hochwertigem Content, Link-Signalen und generell der Präsenz im fachlichen Kontext
  • deinen guten Ruf (Reputation) durch Customer Service und ein klares Markenbild

Zum letzten Punkt solltest du wissen, dass Reputation und Autorität bei E-A-T zwei Paar Schuhe sind:

Reputation is how others perceive an author. Authority and expertise are attributes that Google itself evaluates and assigns to a given author or other entity.

Search Engine Journal

Du siehst schon, es greifen wieder mal viele kleine Zahnräder ineinander. Den ganzen Zusammenhang sehen wir uns jetzt näher an.

Autorität durch Entitäten-Relevanz

Entitäten sind (einfach gesagt) Bedeutungseinheiten. Die Einheiten sind semantisch verbunden, sie bewegen sich also im selben Bedeutungskontext. Eine Entität kann alles Mögliche sein – klassische Beispiele sind Personen, Objekte oder Konzepte.

Eine Einführung dazu findest du im Video zu Entity SEO:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Der springende Punkt ist, dass auch Google verstärkt mit dem Entitäten-Prinzip arbeitet: Die Bedeutungseinheiten sind die Basis für den Knowledge Graph. Durch Entitäten kann Google (noch) besser den Kontext einer Suchanfrage einschätzen. Parallel dazu kann der Algorithmus besser bewerten, wie relevant eine Webseite für diesen Kontext sein dürfte.

Und wie kommt E-A-T ins Spiel, genauer gesagt A wie Autorität?

Durch Entitäten hilfst du Google, eine semantische Verbindung zu deiner Marke und deinen Themen herzustellen. Und je höher die Entitäten-Relevanz, desto größer deine Autorität.

Weil das Thema sehr komplex und unglaublich wichtig zu verstehen ist, schau dir unbedingt das Gespräch mit Olaf Kopp an. Wir reden im Video u. a. über E-A-T, Marken und Entitäten:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Den Begriff „Entitäten-Relevanz“ habe ich übrigens ebenfalls von Olaf Kopp übernommen. Er schreibt in seinem Beitrag über Entitäten und Marken:

Eine Autorität ist als Experte anerkannt, besitzt also Entitäten-Relevanz, hat eine gute Reputation und großen Einfluss. [Sie] gehört zum Relevant-Set in einer Branche oder einem Thema.

— Olaf Kopp

Zum besseren Verständnis der Entitäten-Thematik ist der ganze Artikel absolut zu empfehlen.

Ausschlaggebend sind die Verbindungen zwischen Keywords und Entitäten, sprich die Kookkurrenzen: Welche Themen liegen in einem Satz bzw. als Wortfolge nah beieinander und sind im gleichen Kontext zu verstehen?

Was ist eigentlich ein Keyword? In unserem Keyword-Ratgeber lernst du alles Wichtige!
Achtung:
Aus SEO-Sicht beziehen sich die Kookkurrenzen nicht nur auf einzelne Wörter oder Sätze – das ist nämlich „nur“ der linguistische Ansatz. Im Kontext E-A-T geht es bei Kookkurrenzen um das Gesamtbild: In welchem Umfeld scheint eine Marke auf? Mit welchen Themen wird sie in Verbindung gebracht?

Du kannst solche Kookkurrenzen selbst schaffen, indem du…

  • Themencluster erstellst und Inhalte sinnvoll zueinander in Bezug setzt
  • Ankertexte optimierst
  • dich um hochwertige Backlinks bemühst (s. u.)
  • all deine Online-Präsenzen (Website, Social Media, YouTube, …) verknüpfst
  • gezielt interne Verlinkungen setzt

Wie du am besten mit internen Links umgehst, erkläre ich im Video:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Solche Querverbindungen, d. h. relevante Entitäten-Sets rund um deine Marke, sind unglaublich wertvoll. Denn Brand Searches allein sagen wenig über die Popularität aus. Sie sind erst in einem bestimmten Kontext interessant. Eine Brand Search wie „evergreen media seo“ oder „evergreen media content marketing“ ist für Google ein viel deutlicheres Signal als die reine Suche nach „evergreen media“.

Alle Suchanfragen rund um einen Markennamen sind für Google Anhaltspunkte, wie beliebt diese Marke ist. Und wie wir ja mittlerweile wissen, liebt Google starke Marken.

Du siehst:
Das Entitäten-Netz als Indikator für Relevanz ist bei E-A-T einer der wichtigsten Faktoren.

Ein komplexes Thema – schau dir deshalb am besten gleich noch das nächste Video an. Olaf und ich unterhalten uns darüber, inwiefern Google Markensignale messen kann und wie Marken allgemein bewertet werden:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Falls du jetzt den Eindruck bekommen hast, dass die Entitäten-Analyse primär eine abstrakte Sache oder eine Spielerei für SEO-Nerds ist – think again.

Indem du Entitäten konkret in deine SEO-Maßnahmen integrierst, kannst du unter Umständen massive Effekte auslösen. Larissa Lacerda beschreibt bei Moz, wie es gleich mehrere URLs ins Featured Snippet geschafft haben – allein durch Ergänzungen von relevanten Entitäten im Fließtext.

Backlinks als Autoritäts-Signal: PageRank und E-A-T

Empfehlungen sind nur dann glaubwürdig, wenn sie von externen Quellen kommen. Das bedeutet, wer sich als Autorität etablieren und von Google als solche gesehen werden will, muss Backlinks aufbauen.

Und zwar nicht irgendwelche. „Klasse statt Masse“ lautet die Devise. Das PageRank-Konzept ist erwachsen geworden, könnte man sagen.

Alles, was du über Backlinks 2021 wissen musst, kannst du in unserem Ratgeber nachlesen!

Am grundlegenden Prinzip wenig geändert: Dank RankBrain erkennt Googles KI semantische Kontexte und versteht, welche Bedeutungseinheiten (Entitäten) zusammengehören, welche weit voneinander entfernt und dadurch irrelevant sind usw. (Grob gesagt, wäre Google also z. B. wenig beeindruckt, wenn ein Blog für Hobby-Angelsport auf einen unserer Ratgeber verlinken würde. Wo wäre da die inhaltliche Verbindung?)

Zusätzlich dreht sich bei Links mittlerweile alles darum, wie nahe dran sie einem ausgewählten Set von hochrelevanten Seiten sind.

Werfen wir dazu wieder einen Blick in eins der vielen Google-Patente. Dort heißt es:

One possible variation of PageRank that would reduce the effect of [‚spam pages‘ or ‚link farms‘] is to select a few ‚trusted‘ web pages (also referred to as the seed pages.


Google hat also ganz genaue Vorstellungen davon, welche Seed-Websites als besonders relevant und vertrauenswürdig gelten. Natürlich gibt es nirgends eine Liste mit allen Seiten, aber wir können uns z. B. sehr sicher sein, dass Seiten wie Wikipedia zu diesem Trust-Set gehören. Irgendwie logisch – Google bezieht selbst eine Menge Daten für den Knowledge Graph aus der Wikipedia.

Für den US-Raum nennt Marie Haynes das Beispiel New York Times:

Let’s say that the New York Times has been established as a trusted seed site. Google’s algorithms can then determine that sites that are linked to from the New York Times are probably good sources for trusted seed sites as well.

— Marie Haynes

Sprich:

Je mehr Autorität die Plattform hat, auf der du veröffentlichen kannst bzw. die dir eine Erwähnung schenkt, desto mehr davon färbt auch auf deine Seite ab.

Sobald du übrigens das nächste Mal hörst, „Pfff, Backlinks sind tot“: Hör nicht hin. Es ist ein extrem unlogisches Argument – warum sollte es Google plötzlich egal sein, ob andere Websites ihre Empfehlung aussprechen? Make it make sense…

Zu dem Thema habe ich mich ausführlich mit Linkbuilding-Experte Martin Brosy unterhalten:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Zugleich ist es wichtig, sich nicht allein auf Backlinks zu versteifen.

Ja, Links sind (immer noch) wertvoll und OffPage-SEO ein großer Punkt. Genauso relevant ist es aber, wenn deine Brand als Entität im richtigen Kontext erwähnt wird.

Nach solchen Erwähnungen (zumindest jene, die online stattfinden) würden gemäß den Guidelines wohl auch die Quality Rater suchen. Die Mentions lassen sich u. a. mit diesem Search Operator relativ leicht herausfiltern:

Gib bei Google ein:
„Name“ Stichwort -site:deine-domain.com

Nehmen wir an, ein Quality Rater würde sich fragen, ob mein Name und die Brand Evergreen Media tatsächlich vertrauenswürdige Quellen sind. Er oder sie könnte dann so nach Mentions suchen:

„alexander rus“ seo -site:evergreenmedia.at

Beispiel Personensuche mit Search Operator

Die Person wüsste jetzt, dass ich schon diverse Interviews im Fachbereich SEO gegeben und ein Autorenprofil bei mehreren branchenrelevanten Publishern habe. Ein klares Autoritätssignal – gut für mich als SEO-Experte und Evergreen Media als Brand.

Zurück zum Thema Networking – ich würde dir raten:

Such dir die Top 100 Leute raus, die dir helfen können, Menschen in deiner Nische für dich zu gewinnen. Idealerweise vernetzt du dich dabei nicht mit ‚Michael aus der Redaktion von XY‘, sondern mit einzelnen, einflussreichen Personen. Denn letztendlich entstehen Networking-Verbindungen mit Menschen statt mit einer anonymen Marke.

Anonymität ist auch schon das Stichwort für den nächsten Punkt – denn Anonymität und Vertrauen aka Trustworthiness gehen nicht so ganz zusammen…

Das T in E-A-T: Trustworthiness (Vertrauen)

E-A-T gibt es nur als Gesamtpaket. Du kannst in Sachen Expertise und Autorität noch so gut dastehen – wenn es beim Vertrauen hapert, wirst du trotzdem keine großen Sprünge machen.

Wie schon mehrfach gesagt: Google liebt Marken. Und wir als Konsument*innen lieben nur Marken, denen wir vertrauen. Erst dann können positive Nutzersignale entstehen. You see where this is going…

Was fällt nun alles unter „Vertrauen“?

  • Rezensionen und Google-Bewertungen (die du aktiv sammeln solltest)
  • erstklassiger Customer Service
  • seriöse Quellennachweise
  • eine positive Stimmung zur Marke
  • eine möglichst werbefreie Seite
  • Siegel und Zertifikate
  • eine sichere Verbindung

Die Punkte stehen absichtlich in dieser Reihenfolge, denn im Zentrum der Bemühungen sollten die Dinge stehen, die das Image einer Marke primär beeinflussen.

Schaust du auf einer Website als erstes nach, ob du irgendwo Trust-Zertifikate findest (zumal nicht alle Siegel seriös und sinnvoll sind)? Oder bleibt dir eher im Gedächtnis, wie schnell der Kundenservice reagiert und was andere Leute so über die Marke sagen?

Der letzte Faktor, die HTTPS-Verbindung, steht nur der Vollständigkeit halber auf der Liste. Ich gehe davon aus, dass das für dich längst selbstverständlich ist.

Wann ist eine Website vertrauenswürdig?
Bei Trust geht es um Transparenz, Korrektheit und legitime Aussagen. Akkurate Inhalte inklusive glaubwürdiger Quellen sind unverzichtbar.

Im Mittelpunkt stehen bei Trustworthiness (Vertrauen) einzig und allein die User*innen. Stell dir speziell in Sachen Content immer folgende drei Fragen:

  1. Hilft das den User*innen auf irgendeine Art und Weise?
  2. Möchten die Leser*innen diese Art Content überhaupt oder ist das reiner Eigennutz?
  3. Stärkt der Inhalt das Vertrauen der Benutzer*innen in meine Marke und meine Website?

Lautet die Antwort auch nur bei einer Frage „Nein“? Dann geh ins Gefängnis, begib dich direkt dorthin, gehe nicht über Los, ziehe keine guten Rankings ein…

Spaß beiseite, lass uns das alles ein bisschen genauer durchgehen.

Welchem Zweck dient deine Seite?

So offensichtlich es klingt: Lass die Leute, die auf deine Seite stoßen, wissen, welchem Zweck sie dient.

Du hast Erfahrungen gesammelt, verlässliche Quellen durchgewälzt, alles in schöne Inhalte verpackt und willst einfach dein Wissen teilen? Sehr gut, dann kommuniziere das, z. B. auf der „Über uns“-Seite. Oder tust du nur so und willst eigentlich vor allem eins: Dinge verkaufen? Nicht gut.

User*innen in die Irre zu führen, endet im schlimmsten Fall mit Abstrafungen durch Google.

Deshalb: immer das Kind beim Namen nennen und den Fokus bewahren – was hat jemand davon, auf deine Seite zu gehen? Google bezeichnet das in den Quality Rater Guidelines als Beneficial Purpose:

Websites or pages without some sort of beneficial purpose, including pages that are created with no attempt to help users […] should receive the Lowest rating.”


Im Whitepaper How Google Fights Disinformation heißt es zudem:

Our products are designed to sort through immense amounts of material and deliver content that best meets our users’ needs. […] These algorithms are geared towards ensuring the usefulness of our services, as measured by user testing.”


Recht viel deutlicher könnte es kaum sein – wer rein eigennützig vorgeht, hat bei Google schlechte Karten.

Usability und technische Sicherheit

Vertrauen erwecken heißt nicht zuletzt, eine perfekte Page Experience zu ermöglichen. Dazu zählen einerseits Faktoren wie sicheres Surfen (das HTTPS-Protokoll ist mittlerweile Standard) und andererseits die Core Web Vitals.

Letztere beziehen sich auf folgende drei Metriken:

  • Ladezeiten
  • Interaktivität
  • visuelle Stabilität

Ich rate dir dringend, dich mit dem Thema Core Web Vitals auseinanderzusetzen. Denn für Mai 2021 steht das Page Experience Update vor der Tür, mit dem die Nutzerfreundlichkeit endgültig als Bewertungskriterium festgelegt wird.

Alles, was du dazu wissen musst, erkläre ich im Video:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

In diese Kategorie fallen außerdem Werbeanzeigen und Pop-Ups. Um es kurz zu machen: weg damit, sofern möglich.

Du kennst das: Pop-Ups und sonstige Unterbrechungen (sog. Interstitials) sind lästig. Spontan fällt mir dazu das Search Engine Journal ein. So informativ die Beiträge dort sind – die Werbung ist dann doch ziemlich aufdringlich. Rufen wir mal einen beliebigen Beitrag auf:

Beispiel Werbung Pop-Ups
Quelle: https://www.searchenginejournal.com/core-web-vitals-wordpress-wix-squarespace-joomla-drupal/396911/

An jeder gelb markierten Stelle will die Seite etwas von mir. Und das schon ca. 5 Sekunden, nachdem ich überhaupt dort gelandet bin. Puh. No offense, aber das sind ein bisschen viele Angebote auf einmal. Ich wollte doch nur lesen…

Solltest du dir unsicher sein, wie es um die Usability steht, schau am besten mal einer Person deines Vertrauens zu, wie sie sich durch die Seite bewegt. Gibt es Beschwerden und wenn ja, wo?

Sentimentanalyse und Rezensionen

Um Vertrauen schaffen zu können, musst du deine Zielgruppe verstehen und sie kennen – und dafür musst du ihr erstmal zuhören.

Behalte also im Auge, welche Stimmung rund um deine Marke herrscht. Damit meine ich:

  • Google Alerts
  • Bewertungen, Rezensionen und Kommentare
  • Sentiments-Analysen

Legen wir mit Google Alerts los – alles Wichtige dazu erfährst du im Video:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Weiter geht’s mit einem Thema, das fast noch wichtiger ist: Bewertungen bzw. Kundenstimmen. Sie sind ein wichtiges Indiz für andere User*innen und Google, ob deine Qualitätsversprechen tatsächlich Hand und Fuß haben.

Es müssen übrigens nicht nur überschwängliche Lobeshymnen und 5-Sterne-Bewertungen sein. Durchwachsene Reviews steigern mitunter sogar die Glaubwürdigkeit: In einer Umfrage von TrustPilot gaben 72 % der Befragten an, 5-Sterne-Bewertungen wären etwas unglaubwürdig.

Wichtig ist jedenfalls, was du aus den Rückmeldungen machst:

  • Geh auf Kritik ein.
  • Bedanke dich für Lob.
  • Zeig generell, dass das Feedback angekommen ist.

Nichts ist so unsympathisch wie eine Marke, die jegliche Rückmeldungen einfach ignoriert. Nach dem Motto: „Whatever, lass das Fußvolk reden, uns doch egal.“

Last but not least ein paar Worte zur Sentimentanalyse. Hier geht es darum, die allgemeine Stimmung rund um eine Entität – in diesem Fall die Marke – zu beobachten. Dabei kommt wieder Natural Language Processing ins Spiel, die maschinelle Erkennung von Sprachmustern.

Um es mit Googles Worten zu erklären:

Bei der Sentimentanalyse pro Entität wird die Entitätsanalyse mit der Sentimentanalyse kombiniert und es wird versucht, die (positive oder negative) Einstellung zu erkennen, die in den Entitäten des Texts zum Ausdruck kommt.


Google kann also sehr genau erkennen, wie über eine bestimmte Bedeutungseinheit gesprochen wird.

Transparenz: leicht auffindbare Informationen

Gewisse Informationen sollten auf deiner Seite mit einem Klick auffindbar sein.

Dazu gehören u. a. die Kontaktinformationen. An wen können sich User*innen wenden, wenn sie Fragen haben? Wie können sie Kontakt aufnehmen? Dasselbe gilt für Business-Kontakt-Informationen und Allgemeine Geschäftsbedingungen.

Meme Kundenbeschwerden

Ach ja: Solltest du einen Hobbyblog betreiben, fällt dieser Punkt nicht automatisch weg. Deine Aufgabe ist es trotzdem, schnell ersichtlich zu machen, wer da eigentlich schreibt. Womit wir wieder beim Faktor Autor*in wären – siehe oben.

Noch ein Tipp: Gib deiner Website ein Gesicht, bzw. mehrere Gesichter. Fotos von echten Menschen sind sympathisch und machen den Webauftritt, nun ja, menschlicher.

…und nein, damit meine ich nicht das typische Callcenter-Angestellten-Stockfoto mit Zahnpastalächeln!

Content und E-A-T

Zum großen Finale widmen wir uns dem Herzstück aller E-A-T-Maßnahmen: Content.

Fakt ist nämlich, dass die Ladezeiten noch so kurz und die strukturierten Daten noch so sauber sein können – wenn der Content schlecht ist, reißt es die beste technische SEO nicht raus. Content-Marketing und E-A-T sind untrennbar verbunden.

Die Hauptfaktoren sind in diesem Zusammenhang:

  • die Qualität der Inhalte

Sind die Quellen seriös und aktuell? In der schnelllebigen Marketingbranche zum Beispiel ist eine Studie von 2013 fast schon ein Urgestein. Das gibt Punktabzug. Merke: Qualität ist nicht gleich Relevanz! Um herauszufinden, wo deine Inhalte ein Update brauchen, solltest du regelmäßig ein Content-Audit durchführen.

Wie geht das? Im Content-Audit-Ratgeber findest du die Anleitung inkl. kostenloser Vorlage!
  • der Main Content (MC)

Wie viel davon ist above the fold sichtbar? Ist die Seite auf User*innen ausgerichtet oder eher darauf, dem Publisher zu nutzen (durch Werbung)?

  • der Mehrwert

Inwiefern festigt der Content deinen Expertenstatus und damit deine Autorität? Hier kannst du (sofern du die Ressourcen hast) z. B. ansetzen, indem du eine Untersuchung durchführst und Daten bereitstellst, die es so noch nicht gibt.

  • die Einzigartigkeit

Das spielt wieder in den ersten Punkt mit hinein. Es ist keine „Qualität“, wenn du einfach die Qualität anderer Seiten abschreibst, nach dem Motto: „Danke, dass ihr den Job schon erledigt habt, Loser!“

Wo auf ihrer Reise holt der Content die Leser*innen ab?

Den letzten Punkt kann man gar nicht oft genug betonen. Inhalte, nach denen eigentlich niemand gefragt hat, sind in jeglicher Hinsicht ein Schuss ins Knie.

Wie du es richtig machst und SEO-Texte schreiben kannst, die sowohl echte Bedürfnisse erfüllen als auch bei der Suchmaschine gut abschneiden?

In unserem SEO-Texte-Ratgeber findest du die Anleitung, viele Beispiele und Tipps zu häufigen Fehlern!

Zusammenfassend trifft es dieser Reddit-Kommentar wohl am besten:

Screenshot Reddit-Kommentar
Quelle: https://www.reddit.com/r/SEO/comments/kepng8/i_heard_that_the_google_core_update_has_been/

Ich empfehle dir außerdem, mal in das Gespräch mit Samuel Schmitt reinzuhören (ausnahmsweise auf Englisch). Er hat es durch bombastischen Content geschafft, einen Shoutout von John Mueller zu ergattern – und das als absoluter SEO-Newbie. Zum Thema 10x-Content kannst du hier bestimmt eine Menge mitnehmen:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Du willst Content-Marketing auf Profilevel, und zwar nachhaltig?

Fazit & Checkliste für Google E-A-T

E-A-T ist ein Prozess, kein Rankingfaktor. Dementsprechend wirst du nicht über Nacht gigantische Effekte sehen – dafür aber umso nachhaltigere Resultate.

Kümmere dich um folgende Aspekte und du brauchst dir keine großen Sorgen mehr machen, dass Google dich von der Bildfläche kickt:

  • Positioniere dich (respektive dein Content-Team) als Experte bzw. Expertin, indem du klar kommunizierst, wer du bist und was dich qualifiziert.
  • Sammle Erwähnungen und Backlinks von Seiten, die in deiner Nische hohen Einfluss haben. Zweitrangige, leicht zu habende Links? Nein danke.
  • Arbeite mit seriösen, aktuellen und relevanten Quellen. Hol dir Expert*innen ins Boot, falls dir selbst das Fachwissen fehlt.
  • Pflege deine Beziehung zu User*innen und Kund*innen. Sorge dafür, dass deine Brand nahbar und offen für Feedback ist.
  • Behalte im Auge, welche Stimmung um deine Marke herrscht.
  • Bleib ganz besonders bei YMYL-Themen objektiv und faktenbasiert.
  • Reduziere Werbung und störende Interstitials, wo immer es geht.
  • Arbeite gezielt mit Entitäten und baue dadurch Relevanz für deine Personal Brand bzw. Marke auf.
  • Markenbildung findet nicht allein online statt.
  • Gleichzeitig gilt: Autorität, die du vielleicht offline schon hast, wird nicht 1:1 ins Internet übertragen.

Und bevor ich abschließend zu den Checklisten zum Abhaken komme, ein letzter großer Tipp:

Bei Core Updates heißt es ruhig bleiben. Drastische Änderungen über Nacht können immer mal vorkommen und genauso schnell wieder verschwinden. Falls der Absturz doch dauerhaft ist, gibt es einen triftigen Grund (z. B. schlechte Content-Qualität). Und der lässt sich herausfinden.

Also – tief durchatmen, nichts überstürzen und immer, immer, immer die Nutzer*innen als Priorität sehen.

Mit dem Konzept E-A-T will Google (noch) mehr Sichtbarkeit an Seiten mit hoher Qualität vergeben. Wenn Qualität auch dein oberster Anspruch ist, bist du langfristig auf der sicheren Seite.

Expertenwissen

  • Wer sind die Expert*innen für deinen Bereich?
  • Wie kannst du dich und deine Seite als Expert*innen positionieren?
  • Welche Art von Expertenwissen wird benötigt (echte Fachleute oder Alltagsexpert*innen)?
  • Welche Referenzen brauchst du?
  • Deckt dein Content alle wichtigen Themenbereiche umfassend ab?
  • Sind alle Inhalte relevant und hochqualitativ?

Autorität

  • Sind deine Auftritte in sozialen Netzwerken auf dem aktuellen Stand?
  • Welche Plattformen mit hoher Autorität erwähnen dich oder veröffentlichen deine Gastartikel?
  • Welche Art von Content möchten deine User*innen sehen? Welchen Mehrwert brauchen sie?
  • Gibst du deinen User*innen eine Plattform und moderierst du Kommentare ausreichend?
  • Baust du Entitäten-Relevanz auf?

Vertrauenswürdigkeit

  • Sind Sinn und Zweck deiner Seite sofort deutlich?
  • Ist deine Seite technisch auf dem neusten Stand?
  • Gibt es störende Pop-Ups oder Anzeigen?
  • Sind alle wichtigen Informationen (Kontakt etc.) leicht auffindbar?
  • Wirkt deine Seite menschlich und deine Marke nahbar?

Hast du noch Fragen zu Google E-A-T oder Feedback zum Ratgeber? Dann schreib mir gern einen Kommentar!

Du willst mit SEO-Betreuung dein E-A-T aufpolieren?

Häufig gestellte Fragen zu E-A-T und YMYL

Mit Google Hummingbird wurde 2013 die Ära der semantischen Suche eingeläutet und mit RankBrain auf eine völlig neue Stufe gehoben. Durch RankBrain wurde Googles Verständnis für semantische Kontexte verstärkt und verbessert sich dank Deep Learning stetig noch weiter.

Du kannst die Guidelines unter diesem Link als PDF abrufen. 

Nirgends, denn es gibt keinen offiziellen E-A-T-Wert. E-A-T ist eine Einstellung, die sich durch alle deine Maßnahmen in Content-Marketing und SEO ziehen sollte.

Weil zunächst die Vermutung herrschte, dass nur Seiten in der Medizin-Branche vom Update betroffen waren. Barry Schwartz sprach als erstes vom „Medic Update“.

Nur bedingt. Beim E-A-T-Update geht es um den Qualitätsanspruch, während sich bei Google BERT alles um Natural Language Processing (NLP) dreht. Die Querverbindung ist, dass in beiden Fällen Entitäten eine sehr große Rolle spielen.  ­­

Geschäftsführer, SEO-Nerd

Alexander ist Gründer der Agentur und SEO-besessen seit 2009.

Kommentare

  1. Hey Alexander,
    gewohnter Top Content. Doch wieso verwendest du keine Share-Buttons im Beitrag? 🙂 Der Mehrwert gehört geteilt.

    Gruß Teelko

    • Hallo Teelko,

      danke für den Tipp! Ich habe soeben Sharing Buttons eingebaut 🙂

      Ich wünsche dir einen guten Rutsch ins neue Jahr!

      Viele Grüße aus Innsbruck,

      Alexander

  2. Hey Alexander,
    ich muss mich einfach auch mal auf deiner Seite verewigen 😀 Ein hammer Beitrag mal wieder!. Mir hat schon dein Video dazu sehr gefallen und geholfen. Diese Box ganz oben in der du den Inhalt kurz erläuterst und dich kurz vorstellst gefällt mir. Einen kurzen Teaser-Text habe ich auch in meinen Beiträgen, allerdings eine kurze Vorstellung von mir. Allerdings setze ich das noch nicht um, da ich bald aufs Flatsome Theme wechsel. Noch eine kurze Frage: Kommen eigentlich bald wieder Podcasts? Wenn ja, könntest du diesen bitte auch auf Google Podcasts registrieren?

    Beste Grüße,
    Rene (Rene Nachname auf YT)

    • Hallo Rene,

      vielen lieben Dank für deinen Kommentar!

      Podcasts stehen tatsächlich wieder auf dem Plan im neuen Jahr. Wir hatten 2018 dann irgendwann so viel zu tun, dass ich nicht mehr nachgekommen bin 🙂 Ich muss mich sowieso noch mehr mit dem Thema Podcasting beschäftigen, weil wenn wir schon Podcasts machen, muss man die auch überall finden 😀

      Schönen Abend!

      Viele Grüße aus dem verschneiten Innsbruck,

      Alexander

  3. Hi,
    gibt es ein best practice für Quellenverzeichnis? Wie sollte es am besten sein? Nummeriert im Text und als Fußnote unter der Seite, oder nur Auflistung dem seriösen Quellen ganz unter des Artikels? Unser Blog wird erst nächste Woche zum ersten Mal live gehen, daher ist es uns wichtig die richtige Auflistung der Quellen zu haben. Danke im Voraus.

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Diese Beiträge könnten dich auch interessieren
Customer Journey
32 SEO-Tipps für 2021: der Google-SEO-Guide für Anfänger
Zuletzt aktualisiert: 26. Mai 2021 · 28 Min. Lesedauer
Mobile SEO
Google Mobile First Index & Mobile SEO
Zuletzt aktualisiert: 3. August 2021 · 12 Min. Lesedauer
rankbrain
Google RankBrain
Zuletzt aktualisiert: 4. August 2021 · 14 Min. Lesedauer