SEO und Zeit: Warum lassen die Ergebnisse auf sich warten?

SEO kann zum Erfolgsfaktor für Unternehmen werden, die Ihre Produkte und Dienstleistungen auch über das Netz vertreiben oder bewerben möchten. Wer für die Optimierung des Rankings einen SEO-Berater engagiert, hat große Erwartungen. Vor allem schnell soll es gehen, doch gerade darin liegt oft das Problem. Die Ergebnisse kommen – allerdings nicht sofort, denn: Suchmaschinenoptimierung braucht Zeit, um zu wirken. Warum das so ist, zeigt ein Blick auf die Ranking-Faktoren, die die Sichtbarkeit der eigenen Webseite beeinflussen.

„Die Zusammenarbeit mit einem SEO-Profi hat keine Ergebnisse gebracht“: So oder so ähnlich lautet das Fazit vieler Unternehmer, die mit einem Dienstleister zusammengearbeitet haben. Doch heißt das wirklich, dass es einfach zu viele schwarze Schafe gibt? Viele Kunden beschweren sich über:

Fakt ist: Es gibt durchaus einige schwarze Schafe, wenn es um SEO-Beratung geht. Viele von ihnen nutzen die Unwissenheit ihrer Kunden aus und nehmen den Mund ziemlich voll. Sie machen Versprechungen, die nicht eingehalten werden.

Die Folge: Das Vertrauen der Kunden geht verloren – nicht nur in den einzelnen Dienstleister, sondern in die ganze Branche. Viele echte SEO-Experten, die wirklich etwas von ihrer Arbeit verstehen, haben es nun schwer, Kunden von Ihrer Expertise zu überzeugen. Experten wissen nämlich, dass Rankingverbesserungen nicht über Nacht eintreten, denn:

  • SEO ist langfristig ausgelegt.
  • Erfolge sind auf eine Kombination verschiedener umfangreicher Maßnahmen zurückzuführen, die Zeit und Geld kosten.
  • Erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung ist auf nachhaltige Erfolge aus, um ein Ranking nicht nur zu verbessern, sondern auch zu halten – kontinuierliche Aufbauarbeit ist der Schlüssel.

Es wird also auch Zeit mit einigen SEO-Mythen aufzuräumen, die von unseriösen SEO-Agenturen und -Beratern in die Welt gesetzt wurden, und Kunden eher verwirren als ihnen helfen. Dabei gilt es, vor allem bei Garantien und allzu vollmundigen Versprechungen aufzupassen.

Vorsicht vor haltlosen Garantien

Verlockend klingen immer wieder Garantien, die versprechen, die Unternehmenswebseite zu einem oder mehreren Keywords in kürzester Zeit – meist innerhalb weniger Wochen oder Monate – auf Platz eins der Suchergebnisse zu befördern. Realistisch ist das jedoch nur unter folgenden Bedingungen:

  • Der SEO-Dienstleister optimiert auf Keywords, die beispielsweise den eigenen einzigartigen Unternehmensnamen beinhalten.
  • Der Unternehmensname wird natürlich nur gesucht, wenn der Name bekannt ist.
  • Wer jedoch nach einer Dienstleistung oder einem Produkt sucht, das die Unternehmung anbietet, wird hier nicht auf den Top-Positionen auftauchen.

Der Nutzen einer solchen Optimierung ist relativ gering. Doch derartige Versprechen können nichts anderes bedeuten. Oder: Sie werden schlichtweg nicht eingehalten. Das Problem an derartigen Garantien ist, dass der Suchmaschinenoptimierer nicht alle Faktoren in der Hand hat, um die Versprechungen zu erfüllen:

  • Google nutzt einen sich ständig ändernden Algorithmus, der es notwendig macht, nicht nur punktuelle Optimierungen durchzuführen, sondern die Google Optimierung als Ganzes zu verstehen.
  • Die Konkurrenz schläft nicht. Deren Bemühungen liegen ebenfalls nicht in der Hand des Dienstleisters. Er kann „nur“ antizipieren und reagieren – doch auch das ist in der „SEO-Garantie“ nicht enthalten.
  • SEO-Garantien zielen nicht auf das ab, was der Dienstleister tut – sie versprechen im Grunde genommen, dass alle Schritte von Google und der Konkurrenz wie von Geisterhand vorausgesehen werden können. Dass das nicht funktionieren kann, ist jedem Unternehmer klar.

Dennoch ist es oft zu verlockend, solch ein Angebot anzunehmen. Doch um derartige Suchmaschinenoptimierung, die einfach nur schlecht für die Unternehmung ist, sollte jeder Unternehmer einen großen Bogen machen.

Vielmehr gilt es zu verstehen, dass die Erfolge Zeit brauchen – und das nicht nur, um zu wirken, sondern auch um umgesetzt werden zu können, denn: Gute SEO ist umfangreich und sehr zeitintensiv. Das wird an den Maßnahmen klar, die für nachhaltige SEO-Erfolge ergriffen werden müssen.

Gute SEO vs. schlechte SEO

Wie kann der Kunde zwischen guter und schlechter SEO unterscheiden? Hilfreiches Reporting macht den SEO-Erfolg messbar. Häufig reicht es aber schon aus, sich den Maßnahmenkatalog des SEO-Beraters anzuschauen, um hier eine Bewertung vornehmen zu können:

Link-Aufbau vs. Link-Spamming

Backlinks sind ganz entscheidend für die Sichtbarkeit. Einen großen Teil der Zeit beziehungsweise des Budgets wird der SEO-Dienstleister deshalb für den Linkaufbau nutzen. Richtig ist hier beispielsweise die Platzierung von Gastartikeln auf themenrelevanten Portalen und Blogs. Falsch wiederrum ist das sogenannte Link-Spamming, bei dem wahllos Links zur Unternehmenswebseite z.B. als Kommentar auf anderen Blogs gepostet werden.

Hochwertiger Content vs. Text-Spinning

Hochwertige Inhalte mit Mehrwert auf der eigenen Webseite oder als Gastartikel auf anderen Webseiten ist der Schlüssel zum SEO-Erfolg. Individuell abgestimmte Texte sind hier ein Muss – wer ausschließlich mit Text-Spinning, also einem Basistext in verschiedenen Versionen arbeitet, hat das Spiel nicht verstanden.

Intelligente Keyword-Verteilung vs. Keyword-Stuffing

Auch die Onpage-Optimierung will gelernt sein. Langfristige Erfolge werden mit passenden Keywords erreicht, die sinnvoll auf der Webseite integriert werden – Keywords in jedem Satz sind mehr als kontraproduktiv. Redet Ihr Berater von LSI und LSO, dann hat er Ahnung.

Social Media vs. Web- und Artikelverzeichnisse

Für den Backlink-Aufbau verwenden viele unseriösen Anbieter unbekannte Webkataloge und massig Artikelverzeichnisse, die nicht nur unwirksam sind, sondern spätestens seit dem Google-Penguin-Update auch schädlich für das Ranking sein können. Dennoch nutzen viele vermeintlichen SEO-Agenturen weiterhin diese Praktiken. SEO-Berater, die jedoch die Wirksamkeit von sozialen Netzwerken und deren Signale unter dem Gesichtspunkt SEO verstanden haben, haben ihren Beruf nicht verfehlt.

Es gibt kein Standardrezept: SEO ist komplex, dynamisch und aufwendig

Der Maßnahmenkatalog einer durchdachten SEO-Strategie ist klar gegliedert. Auf eine Grundoptimierung der Webseite folgt der Linkaufbau und die Nutzung von Social Media, um auch aus sozialen Netzwerken entsprechende Signale zu generieren, die das Ranking indirekt positiv beeinflussen.

Um die Langfristigkeit einer Strategie zu erklären, spielt vor allem der Suchmaschinenriese, Google selbst, eine tragende Rolle, denn: Google lässt sich ungern in die Karten schauen. Viele Ranking-Faktoren sind bekannt. Andere Faktoren und deren Gewichtung wiederrum nicht.

Ein SEO-Profi kann nur durch ständige Weiterbildung in diesem Bereich und durch eigene Projekte, die als „Versuchskaninchen“ fungieren, feststellen, welche Maßnahmen wirklich funktionieren. Doch auch mit der besten Vorbereitung und den idealsten Maßnahmen braucht SEO Zeit:

  • Alle ergriffenen Maßnahmen müssen erst einmal umgesetzt werden.
  • Die Maßnahmen müssen anschließend von Google „registriert“ werden.
  • Sind die Veränderungen erfasst worden, wird die Webseite wiederrum mit anderen Webseiten verglichen.
  • Erst dann stellt sich Google die Frage: Welche Webseite ist besser optimiert? Und dann wird das Ranking angepasst.

Dieser ganze Prozess kann im „schlimmsten“ Fall einige Monate dauern – pro SEO-Maßnahme. Und auch dann kann der SEO-Berater sich nicht ausruhen. Es gilt immer weiter an der Optimierung zu arbeiten, um das Ranking weiter zu verbessern, die Konkurrenz hinter sich zu lassen und dem Unternehmen so zu mehr Besuchern und damit höheren Umsätzen zu verhelfen. Standardtaktiken sind hier fehl am Platze, weshalb nur eine langfristig ausgelegte Strategie zum Erfolg führen kann.

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Alexander Rus

Geschäftsführer bei Evergreen Media AR GmbH
Seit 2009 bin ich besessen von Online Marketing und besonders Suchmaschinenoptimierung hat es mir angetan. Bis 2012 habe ich mich ausschließlich mit meinen eigenen Webprojekten, vorrangig Affiliate Marketing, beschäftigt. Ich liebe WordPress, hasse Gerede ohne Tests, bin kaffeesüchtig und ein richtiger SEO-Nerd, der in seiner Freizeit sogar die Patentanmeldungen von Suchmaschinen liest.
2 Antworten
  1. H.T.
    H.T. says:

    Hallo,

    „Guter SEO, böser SEO“ oder auch „der Hase und die Schildkröte“. Es ist sicherlich eine Möglichkeit, schnell ein paar Spam-Seo-Maßnahmen zu ergreifen und wenn die wirken das Honorar einzuziehen und „ Tschüss“ zu sagen. Dem eigenem Bankkonto tut das kurzzeitig gut – der eigene Ruf und der Ruf der gesamtem Branche leidet aber nachhaltig drunter.

    SEO braucht Zeit, vor allem wenn es sauber ist. Von 0 auf 1 in einer Woche ist nicht drin. Wenn der Kunde das erst einmal verinnerlicht hat und dann stetig Fortschritte zu erkennen sin, macht es für bei Spaß: dem SEO und dem Kunden.

    SEO hat auch mit Vertrauen zu tun – oftmals können die Kunden die vielen notwendigen Schritte nicht nachvollziehen. Schade, wenn der Ruf einer ganzen Branche von daher unter einigen schwarzen Schafen zu leiden hat.

    LG

    Hannes

    Antworten
    • Alexander Rus
      Alexander Rus says:

      Hallo Hannes,

      danke für deinen Kommentar!

      Es ist nun wirklich keine Überraschung, dass Kunden so misstrauisch in Sache SEO sind. Wir betreuen auch so einige Kunden, die von großen, sehr bekannten Agenturen gekommen sind. Denen ist sowieso alles egal, denn die haben ihre Schäfchen auf dem Trockenen. Nun kommt das Witzigste daran: Die werden auf Konferenzen und von “unabhängigen Instituten” empfohlen.

      Die Bauernfänger-Branche schlechthin 🙁

      Viele Grüße aus Innsbruck,

      Alex

      Antworten

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